Ich hatte mich hier ja neulich recht angetan von Loup Garou gezeigt, einem Abenteuerbuch im Graphic-Novel-Format. In der Reihe, in der das erschienen ist, gibt es eine ganze Menge solcher Bücher, von verschiedenen Autor*innen und mit verschiedenen Themen. Nach der positiven Erfahrung habe ich mich dann mal an eine deutsche Ausgabe eines solchen Buches gewagt, nämlich an Gefangen!, das mir allenthalben sehr empfohlen worden war. Ob ich die Begeisterung teilen konnte, erfahrt Ihr sogleich.
Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 11/2020
Für ein Blog wie Du bist dran! war es eine spannende letzte Woche. In den letzten Jahren habe ich über Spiele aus zehn lateinamerikanischen Ländern berichtet, und jetzt habe ich innerhalb von einer einzigen Woche Spieleautoren aus drei weiteren Ländern aufgetan. Deren Spiele befinden sich in unterschiedlichen Phasen der Fertigstellung, aber wenn man einmal jemanden kennt, hat man zumindest schon mal einen Fuß in der Tür. Eins der entsprechenden Spiele stelle ich heute schon mal vor, und ich freue mich auf das, was ich da noch entdecken mag.
Chile
Derribando – los mitos tienen muchas formas (auf Deutsch ungefähr: Niederstrecken – es gibt viele Arten von Mythen) ist eine Art Aufklärungsspiel um moderne Mythen. Die Spieler*innen haben Karten mit Mythen auf der Hand und müssen versuchen, die Mythen der anderen zu besiegen. Dafür bekommt man Punkte – wenn allerdings der oder die Sieger*in noch mehr eigene Mythenpunkte übrig hat, als er oder si besiegt hat, verlieren alle. Derribando ist bei Momento Cero erschienen – Autor*innen oder Illustrator*innen sind nicht angegeben.
Guatemala
Leider ist die Kickstarter-Kampagne für Mecha Riders schon erfolglos beendet, was wenig überrascht, denn auch wenn Kickstarter recht international ist, ist es für Leute aus „neuen“ Ländern eben schwierig, dort Fuß zu fassen. Das Spiel ist ein Zweierspiel, in dem man eine Armee aus vier Mech(a)s losschickt, um den gegnerischen Energieturm zu zerstören (und dabei natürlich tunlichst drauf achten muss, den eigenen Turm vor dem gleichen Schicksal zu schützen). Die Bewegung wird kontrolliert durch Bewegungs- und Angriffskarten auf einer Art Armaturenbrett, das man vor sich liegen hat. Mecha Riders stammt von Manuel López und soll von Daniel Monroy illustriert werden. Was nun aus dem Projekt wird, weiß ich noch nicht. Ich hoffe aber natürlich darauf, dass bald auch aus Guatemala veröffentlichte Spiele kommen.
Kolumbien
In Vorbereitung ist Turisteando von Jhon Edison Páez. Es soll im Sommer im Eigenverlag in Zusammenarbeit mit Creo mi Juego erscheinen, ein Szenario steht aber bereits auf Tabletopia bereit, wo man es ausprobieren kann, wenn man sich durch die spanischen Regeln lesen mag. Turisteando ist ein lustiges Wort, das man im Deutschen vielleicht mit „touristieren“ oder sowas übersetzen könnte. Es geht darum, verschiedene Städte in Südamerika als erste*r zu bereisen, um dort Marker einzusammeln. Dazu benutzt man verschiedene Verkehrsmittel, nämlich Busse, Schiffe und gelegentlich auch Flugzeuge. Beim Planen der Route versucht man, möglichst effizient vorzugehen, um sich Kettenzüge zu ermöglichen, sodass man in einem Zug gleich diverse Marker einsammeln kann. Gegen Ende, wenn nur noch wenige Marker übrig sind, beginnt ein ziemliches Hauen und Stechen um die letzten Punkte. Wir haben‘s auf Tabletopia ausprobiert und uns hat‘s Spaß gemacht. Ob ich da weitere Spielelemente brauche, weiß ich nicht (ich stehe ja auf kurze Spiele mit simplen Regeln), aber das Spielfeld verrät auf jeden Fall schon mal, dass Turisteando noch einige weitere Möglichkeiten bieten wird.
Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung durch die Rechte-Inhaber*innen.
Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 10/2020
Diesmal muss ich mich auf zwei Länder beschränken, aber es gibt trotzdem ein paar ganz interessante Sachen zu berichten.
Brasilien
Vorweg natürlich die brandheiße Nachricht, dass erstmals ein brasilianisches Spiel eine Nominierung der SdJ-Jury eingeheimst hat. Die Rede ist natürlich von Jordy Adans Der Kartograph. Herzlichen Glückwunsch!
Beim letzten Mal hatte ich über die Preisträger vom Prêmio Ludopedia berichtet, dabei hatten mir aber noch Informationen über Agarra Dino gefehlt, den Preisträger in der Publikumsgunst im Kinderspielbereich. Das möchte ich jetzt nachreichen. Agarra Dino (Schnapp den Dino) ist ein einfaches Reaktionsspiel, das schon kleine Kinder spielen können. Das Spiel besteht aus Karten mit verschiedenen Dinosauriern drauf, Dinosaurierfiguren und Farbwürfeln. Auf jeder Karte sind außer dem Dino auch Farbpunkte und ein Nahrungssymbol abgebildet. Eine*r würfelt, und dann müssen alle schnellstmöglich den Dino in der gewürfelten Farbe schnappen, aber nur, wenn die Farbe auch auf der Karte zu sehen ist. Es gibt insgesamt vier Spielmodi mit steigendem Schwierigkeitsgrad, bei denen zum Beispiel auch ein Nahrungswürfel ins Spiel kommen kann. Die charmanten Illustrationen stammen von Jersey Giuliano und das Spiel ist bei Idea Jogos Pedagógicos erschienen. Ein*e Autor*in ist nicht angegeben. Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 10/2020 weiterlesen
Noch eine taiwanische Perle: Guess Club
Wie kann man diesen Zeiten, in denen jährlich tausende von Neuheiten erscheinen, auch nur die Hoffnung haben, das Richtige für sich zu finden? Es gibt so viele Rezensionen auf allen Kanälen – auch das sind mehr, als ein Mensch auch nur ansatzweise sichten kann. Ich tue (gerade vor der Messe) mein Bestes, um mich umfassend zu informieren. Aber mein Budget ist sehr begrenzt, sodass ich nicht auf jede Empfehlung reagieren kann. Zum Glück gibt es eine kleine Handvoll Leute, deren Tipps ich fast blind vertraue, weil unser Geschmack doch große Überschneidungen aufweist. Aus einer solchen Quelle erfuhr ich vor der Messe 2019 von einem Spiel namens Guess Club von Sky Huang, das bei Broadway Toys in Hongkong erschienen war. Das klang so attraktiv, dass ich dann in Essen zugeschlagen habe, was eine gute Wahl war – Guess Club ist eins unserer Highlights von der Messe geworden.

Worum geht‘s?
Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 9/2020
Argentinien
Kingdom Maps ist ein kostenloses Print-and-Play-Spiel von Martin Oddino, das bei runDOS Studios erschienen ist und hier in Englisch und Spanisch zum Download zur Verfügung steht. Es ist ein Roll-and-Write-Spiel, bei dem man eine Landkarte seines Königreichs mit verschiedenen Landschaftsarten füllt. Dabei würfelt man mit einer Anzahl Würfel und sucht sich einen davon aus, mit dem man dann die Landschaftsart definiert, während die lieben Mitspieler*innen sich für einen beliebigen der verbleibenden Würfel entscheiden können. Es gibt auch einen Solomodus (von Carolina Hernandez). Die Grafik stammt von Lucas Charra. Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 9/2020 weiterlesen
Werwölfe in Nöten
Vor einer Weile hatte ich bei Boardgamegeek mal ein Spielebuch namens Loup Garou gewonnen. Es ist so ein Spielbuch, bei dem man von Szene zu Szene selbst entscheiden kann, wo man hin will. Allerdings in Form einer Graphic Novel. Ich muss dazu sagen, dass ich mir vor ein paar Jahren mal eine Handvoll solcher Fantasy-Spielbücher antiquarisch gekauft hatte, um zu sehen, ob die heute noch was taugen. Was ich da in die Finger kriegte, war allerdings (mit Ausnahme eines lustigeren Werks) nicht nur literarisch übel, sondern auch so strunzlangweilig, dass mir die Vorstellung, nach bestandenem „Abenteuer“ einen andere Weg ausprobieren zu wollen, völlig aberwitzig vorkam. Ich hatte mit dem Genre also schon ein bisschen abgeschlossen (ohne zu wissen, welche Highlights ich da möglicherweise noch verpasst haben könnte), als mir Loup Garou in die Hände fiel. Für diejenigen, deren Schulfranzösisch sich in anderen Themen erschöpft hat: Das ist die französische Bezeichnung für Werwolf. Und obwohl mir auch diese Thematik erstmal eher fremd ist: Das hat sich gelohnt.

Worum geht’s?
Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 8/2020
Die Zeit eilt dahin, und mein Blog liegt weitgehend brach. Aber es gibt trotz aller Krisen weiterhin Berichtenswertes aus Lateinamerika. Bitte schön:
Argentinien
Wie so oft in lateinamerikanischen Spielen geht es auch in ¿Quién quiere ser presidente? (Wer möchte Präsident sein?) um Politik. Die Spieler*innen feilschen darin um die Macht, wobei im Spiel immer wieder neue Präsident*innen gewählt werden müssen. Man gibt dann bekannt, ob man zur Wahl kandidieren möchte und auf welcher Seite (links oder rechts). Anschließend geht ein Geschacher los, bei dem man den anderen Spieler*innen nach Herzenslust Macht, Gold und Geld anbieten kann, um ihre Unterstützung zu erbetteln. Wer einmal gewählt ist, übt dann natürlich seine Macht nach Herzenslust aus – bis zur nächsten völlig demokratischen Wahl. ¿Quién quiere ser presidente? stammt von Nicolás Martínez Sáez und ist im Selbstverlag erschienen. Die Illustrationen stammen von Rodrigo Campos. Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 8/2020 weiterlesen
Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 7/2020
Wie Ihr vielleicht bemerkt habt, habe ich mit meinem Blog eine kleine Pause eingelegt. Das war nicht so richtig geplant, aber die meisten von uns haben sich ja ich in den letzten Wochen auf eine neue Situation einstellen müssen. So ging es auch mir. Es gibt noch ein paar Spiele, die ich oft genug gespielt habe, um über sie schreiben zu können – das versuche ich, in den nächsten Wochen hinzukriegen. Aber ansonsten ist es natürlich schwer, Rezensionen zu schreiben, wenn man nicht die Gelegenheit hat, Spiele in verschiedenen Gruppen auszuprobieren. Wie ich damit umgehe, weiß ich noch nicht genau. Das Ganze dürfte sich ja noch längere Zeit hinziehen. Mittlerweile habe ich ein paar Spiele über Skype, Zoom und Discord gespielt, aber das ist eben nicht ganz das Gleiche.
Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 6/2020

Tja. Da sitze ich nun in Halb-Quarantäne und schreibe über neue Spiele aus einem fernen Kontinent. Das kommt mir selbst ziemlich unwirklich vor, aber ich zieh das jetzt durch. Apfelbäumchen pflanzen und so. An meiner eigenen Situation ist im Moment so ziemlich gar nichts klar, ich lebe von Tag zu Tag und hoffe darauf, mich stärker abschotten zu können als bisher. Wie sehr ich in der nächsten Zeit zum Schreiben komme, weiß ich noch nicht. Warten wir’s ab. Dabei habe ich eigentlich noch eine ziemlich riesige Liste von Spuren, denen ich nachgehen sollte. Ein paar davon habe ich schon recherchiert, die findet Ihr hier. Mehr hoffentlich demnächst, ich tue mein Bestes. Wascht Euch die Hände und bleibt gesund. Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 6/2020 weiterlesen
Gone Fishing – ein Angelspiel im 21. Jahrhundert
Magnetische Angelspiele, bei denen man mit seiner Angel hinter einem Sichtschirm versteckte, mehr oder weniger wertvolle Fische herausholt, gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert. Spielerisch sind sie langweilig, ihr Spannungslevel ist nicht höher, als wenn man Lose zieht. Sie leben allein von ihrem Spielmaterial. Das sich aus dieser Grundidee auch noch wesentlich mehr herausholen lässt, beweist Gone Fishing von Happy Baobab, und das ganz ohne Magnete. Der Verlag hatte mir im letzten Jahr in Essen netterweise ein Rezensionsexemplar überlassen. Der (koreanische) Autor von Gone Fishing nennt sich Ehail und ist zuvor nur durch zwei Sportspiele in Erscheinung gestreten.
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