Premio Alfonso X im Doppelpack, zweiter Teil

Wie ich vor einer Weile schon mal geschrieben hatte, wird der Premio Alfonso X dieses Mal in zwei Jahrgänge geteilt. Ich bin Euch noch die Kandidat:innen aus dem Jahrgang 2021 schuldig. Wie beim letzten Mal werde ich die Spiele, die ich Euch hier schon mal vorgestellt hatte, nur noch verlinken. Zu den anderen gibt es eine Kurzbeschreibung von mir.

1812 Argentina stammt von Sol Dillon und Diego Simonet (letzterer ist ungewöhnlicherweise argentinischer Handballprofi). Es geht um die argentinische Flagge, über deren Entstehung wohl verschiedene Geschichten kursieren. Im kooperativen Spiel weiß nur eine Person, mit wem die Flagge entworfen wurde, bei welcher Gelegenheit, an welchem Ort, und was es dabei zu essen gab. Auf dem Tisch liegt für jede dieser Fragen eine Reihe von Karten aus. Mithilfe weiterer Bildkarten muss diese Person nun Hinweise geben, damit der Rest der Gruppe die richtigen Karten in der Auslage identifizieren kann.< Erschienen ist es bei Neptuno Games, und die Illustrationen stammen von Facundo Rodríguez Valsana.

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Spiele in Ägypten – Gespräch mit Amir Eid

Das Göttinger Spieleautor:innentreffen gehört zu meinen Lieblingsveranstaltungen im Spielejahr. Nicht nur, weil es sozusagen vor meiner Haustür ist, sondern vor allem, weil ich da immer spannende Leute kennen lerne. Dieses Jahr war das unter anderem Amir Eid aus Ägypten. Bislang habe ich ja nur in wenigen afrikanischen Ländern (Nigeria, Kamerun, Kongo) Spieleschaffende finden können, da freut mich so eine Begegnung natürlich besonders, zumal Amir mir nicht nur ein paar Spiele aus Ägypten gezeigt hat, sondern sich auch bereiterklärt hat, mir ein bisschen über die örtliche Szene zu erzählen. Das hat er inzwischen gemacht, und ich will mal versuchen, das angemessen wiederzugeben.

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Belaad in der Spieleschmiede

Letztes Jahr hatte ich Euch hier mal das iranische Spiel Belaad ans Herz gelegt. Dadurch ist Corax Games auf das Spiel aufmerksam geworden (na gut, ich hab noch ein bisschen nachgeholfen), und bald darauf stand fest: Es wird eine deutsche Fassung geben. Dann passte eins zum anderen, ich wurde mit der Übersetzung ins Deutsche beauftragt, es stellte sich heraus, dass da über die bloße Übersetzung hinaus noch einiges dran zu tun war, und jetzt stehe ich als Redakteur im Regelheft. Das war viel Arbeit, aber es hat mir großen Spaß gemacht und ich finde, es ist auch gut geworden.

Das ist noch die Schachtel der ersten iranischen Ausgabe (mittlerweile ist dort auch eine verbesserte zweite Auflage erschienen).

Seit gestern ist das Spiel in der Spieleschmiede im Crowdfunding, und ich möchte doch noch mal drauf hinweisen, dass das ein richtig gutes Spiel ist und ich mich sehr freuen würde, wenn Ihr Euch an der Finanzierung beteiligen würdet. Ihr kriegt dafür ein sehr interaktiives Spiel auf Kennerniveau, das bisher nur im Iran erhältlich war (inzwischen sind auch Verlage in anderen Ländern auf Belaad aufmerksam geworden und haben Lokalisierungen angekündigt).

Wer Fragen dazu hat, darf sich natürlich gern an mich wenden. Danke schön!

Rückblick auf das Spieleautor:innentreffen 2022

Ich bin ja nicht so der rasende Reporter, daher kommt mein kleiner Bericht über das Göttinger Spieleautor:innentreffen auch erst jetzt. Stattgefunden hat es am 11. und 12. Juni 2022 in der Lokhalle, und natürlich war ich die ganze Zeit da und habe es total genossen. Die Lokhalle ist ein toller Ort dafür, und wenn ich mir die aktuellen Prognosen für die Fertigstellung der Stadthalle ansehe, ist es nicht ausgeschlossen, dass wir uns auch im nächsten Jahr noch mal in der Lokhalle treffen können.

Die Plakate hätten etwas weiter verbreitet sein können – aber wer die Augen offen hielt, konnte sie erspähen.

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Heiße Empfehlung: Lençóis in der Spieleschmiede

Ab und zu empfehle ich mal deutschen Verlagen ein Spiel, das ich auf meinen Streifzügen durch ferne Kontinente entdeckt habe und das mich begeistert. Ganz gelegentlich führt das dazu, dass das Spiel anschließend auf dem heimischen Markt erscheint. Wie zum Beispiel das Mikrospiel Lençóis aus Brasilien.
Seit heute ist Lençóis als Teil der Kleinen Feinen für zwei Wochen in der Spieleschmiede im Crowdfunding. Was kriegt Ihr für die 5 bis 8 Euro, die Ihr da investieren müsstet?

Lençóis
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Premio Alfonso X im Doppelpack

Wer dieses Blog regelmäßig verfolgt, weiß, dass der Premio Alfonso X, der wichtigste argentinische Spielepreis, eine besondere Rolle dafür gespielt hat. Durch die Coronakrise, die Argentinien hart getroffen hat, konnte er zwei Jahre lang nicht verliehen werden. Dieses Jahr gibt es daher nicht nur einen, sondern gleich zwei Durchgänge, einen für die Jahrgänge 2019 und 2020 und einen für 2021. Für ersteren werden die Finalisten am 15. Juni bekanntgegeben, für zweiteren am 15. Oktober. Die Spiele, die im ersten Durchgang im Rennen sind, möchte ich Euch hier wie gewohnt kurz vorstellen. Da das aber gleich 22 sind, beschränke ich mich bei einigen, die ich hier schon besprochen habe, auf einen Link zum entsprechenden früheren Artikel.

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Gedenken an Wieland Herold

Wieland Herold

Wieland Herold war überall. Richtig kennengelernt habe ich ihn auf den Spieleautor*innentreffen in Göttingen, auf denen er in vielerlei Funktion unterwegs war – er betreute für die Jury Spiel des Jahres (der er fast 25 Jahre lang angehörte) das Nachwuchsstipendium, fotografierte so ziemlich alle Autor*innen, die das wollten, und hatte dabei auch immer noch Zeit für und Interesse an einem Gespräch über die präsentierten Spiele oder anderes. Aber auch auf den anderen einschlägigen Veranstaltungen in Essen oder Nürnberg war er allgegenwärtig – wo es um Spiele ging, da traf man auch Wieland. 2018 hatte ich die Ehre und das Vergnügen, ihn hier bei mir zu Hause empfangen zu dürfen. Er hat damals einen Artikel in der Spielbox über meine Leidenschaft für Spiele aus aller Welt geschrieben. Die Fotos hat er mir damals überlassen, und ich nutze sie jetzt noch gelegentlich, wenn ich irgendwo erklären soll, was ich hier mache.

In seinem Blog Mit 80 Spielen durch das Jahr widmete er sich unermüdlich neuen Spielen (und vergaß auch die alten nicht). Seinen prägnanten, unaufgeregten Schreibstil habe ich immer als sehr angenehm empfunden.
2019 wurde er für seine Verdienste um das Kulturgut Spiel mit dem Göttinger Spatz ausgezeichnet. Sicher hätte er es genossen, nach der zweijährigen Coronapause in diesem Juni die Laudatio auf den nächsten Preisträger zu halten. Nun ist Wieland Herold am Donnerstag gestorben. Ich werde ihn nicht nur auf dem Autor*innentreffen schmerzlich vermissen.

Scout – endlich auch auf dem deutschen Markt

Sonntags spiele ich abends oft online mit einer Gruppe aus Nordamerika, die ich von Boardgamegeek her kenne. Mit denen kann ich meiner Leidenschaft für absonderliche Kartenspiele frönen. Meist tummeln wir uns auf playingcards.io, wo man selbst Spiele erstellen kann – ohne die Originalgrafiken, aber man kann halt die Mechanismen mal ausprobieren. So konnte ich schon letzten Sommer Scout kennen und lieben lernen und machte mir gerade Gedanken, wie ich mir das aus Japan besorgen könnte, als Oink Games eine auch in Deutschland erhältliche Ausgabe ankündigte. Da ich nicht nach Essen fahren konnte und es danach erstmal nicht lieferbar war, hat es jetzt bis März gedauert, bis ich es mir selbst zulegen konnte. Mittlerweile habe ich es oft genug gespielt, um es Euch ein bisschen näherbringen zu können.

Scout

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Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 2/2022

Brasilien

Derzeit laufen wieder diverse Crowdfunding-Kampagnen für brasilianische Spiele. Da wäre einmal Pit Formula von Sandro Tomasetti zu nennen. Das ist 2017 schon einmal unter dem Namen Pit Crew auf Portugiesisch erschienen und soll nun über Kickstarter eine internationale Ausgabe kriegen. In Pit Formula geht es um die Formel 1, allerdings nicht so sehr um die Rennen, sondern um die Boxenstopps. Ihr deckt gleichzeitig Karten auf, auf denen Ihr die jeweiligen Schäden Eures eingefahrenen Wagens seht. Dann müsst Ihr schnell eine mathematische Grundrechenoperation ausführen und Euch die Teile grabschen, die dazugehören. Ihr könnt neben den unbedingt zu reparierenden Schäden auch weitere Sachen an Euren Wagen ausbessern, um Bonuspunkte zu bekommen. Die Illustrationen stammen von Michelangelo Almeida und VentosBR, der Verlag heißt Cyber Rhino Studios.
Eine schöne Besonderheit: Im Regelheft finden sich hier und da Kommentare des Autors Sandro Tomasetti zu einzelnen Regeln.

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