Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 5/2021

Brasilien

Ziemlich viel Aufmerksamkeit hat die Ankündigung von Jogos da Estrela ausgelöst, eine Premium-Spielereihe ins Programm aufzunehmen. Dazu muss man wissen, dass Estrela einer der ganz großen Spielzeughersteller in Brasilien ist, der aber im Spielesektor bisher nur durch absolute Massenmarktspiele wie Cluedo oder Monopoly aufgefallen ist. Diese sind dafür aber auch außerhalb spezialisierter Spieleläden zu finden. Mit der Premiumreihe sollen jetzt zunächst drei Autorenspiele verlegt werden. Die Startauflage von 5000 Stück ist für brasilianische Verhältnisse ziemlich beeindruckend, und man darf gespannt sein, ob das Konzept aufgeht, modernere Spiele in den Massenmarkt hineinzuschleusen; das wäre sicherlich ein gehöriger Fortschritt.

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Würfel auf die Spitze treiben

Der Boom bei den Roll&Write-Spielen hat mich bisher ziemlich kalt gelassen. Während ich bei Stichspielen mindestens monatlich staune, was da wieder für innovative Ideen aus Japan kommen, waren die Würfelspiele für mich im Spielgefühl doch sehr gleichförmig: Würfeln, Würfel auswählen, Zahlen oder andere Dinge auf Zettelchen schreiben, am Ende einen Haufen Punkte zusammenzählen. Klar gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Spielen, aber so richtig herzerwärmend fand ich das alles nicht, für mich gehören die in die Kategorie „Spiele ich achselzuckend mit, wenn jemand mich dazu auffordert“.

Aber dennoch gibt es ein Spiel in diesem Genre, das für mich heraussticht, und das ist Roll to the Top von Peter Joustra und Corné van Moorsel. Wahrscheinlich liegt das einfach daran, dass es ein Wettrennen ist, das gänzlich ohne das Zusammenzählen von Punkten auskommt, und daher ein viel unmittelbareres Spielerlebnis bietet, in dem ich jederzeit mit einem Blick erkennen kann, wie es gerade steht.

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Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 4/2021

Argentinien

Hierzulande scheinen Sammelkartenspiele ja eher der Vergangenheit anzugehören – zumindest habe ich länger nichts davon gehört, dass da neue Sachen erschienen wären. In Lateinamerika ist das anders, wie man am Beispiel von Indommus: Reyes Destronados aus Argentinien sehen kann. Immerhin geht es einen eigenen Weg; die Karten sind in den Boostern gleich häufig enthalten. Die „Seltenheit“ verschiedener Karten wird nur dadurch ausgedrückt, wie oft man sie in sein Deck mischen darf. Indommus ist ein Spiel für zwei Leute. Mit Ressourcenkarten (die von einem separaten Deck kommen) bringt man andere Karten ins Spiel, bekämpft einander und verliert, wenn man entweder keine Lebenspunkte mehr hat, oder wenn man eine Karte vom eigenen Deck ziehen muss und keine mehr hat. Von Indommus gibt es bisher ein Grundspiel und zwei Boosterserien. Die Autoren sind Adrián Carnevale und Santiago Grinblat.

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Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 3/2021

Argentinien

Der Name Memes vs 100cia mag erstmal seltsam wirken, bis man versteht, dass das „Memes gegen Wissenschaft“ bedeutet (und der Titel eines Spiels von Nicolás Fernández ist). Das Spiel besteht aus Meme- und Trollkarten, die man für seine Zwecke auszunutzen beziehungsweise auszuschalten versucht. Ausgeschaltete Meme-Karten dreht man nämlich um, und auf der Rückseite sind Sterne (Siegpunkte), die man sammeln möchte. Leider kann es sein, dass finstere Trolle bereits ausgeschaltete Memes wieder in Umlauf bringen. Die Spieler:innen spielen verschiedene Wissenschaftler:innen und können deren spezielle Fähigkeiten nutzen, um sich gegen die Auswüchse der Internetkultur durchzusetzen. Illustriert wurde Memes vs. 100cia von Veronica Vallejo, und der Verlag heißt Neptuno Games.

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Die Spieleszene und ihr Umgang mit rassistischen Äußerungen

Vor einem halben Jahr habe ich hier drauf hingewiesen, dass auch deutsche Verlage und Autor:innen ein Auge auf die Verwerfungen im US-Markt haben müssten, um dort weiterhin ihre Spiele verkaufen zu können. Das führte zu hitzigen Diskussionen (oft weg vom eigentlichen Thema). Nun ist es wieder hochgekocht, aber auf eine ganz andere Weise als ich erwartet hatte. Mir war es ja um die Spielinhalte gegangen, weniger um die Personen dahinter. Die Spieleszene und ihr Umgang mit rassistischen Äußerungen weiterlesen

Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 2/2021

Ich hab mich etwas rar gemacht, was zum Teil auch an Computerproblemen lag. Ich hoffe, es läuft jetzt wieder glatter. Zum Recherchieren hatte ich aber leider kaum Zeit, daher gibt es auch wieder nur ein kurzes Update.

Argentinien

La Maldición: Héroes de Lorthar (Der Fluch: Helden von Lorthar) ist ein Kartenspiel, bei dem man versucht, seine Fluchkarte loszuwerden – wer das zuerst schafft, gewinnt. Die genauen Regeln kenne ich nicht, aber es gibt verschiedene Spielmodi – 1 gegen 1, alle gegen alle, und ein Teamspiel. Die Karten sind im Comicstil gehalten und von den Autoren Cristian Squitieri und Ricardo Iassogna illustriert.

Update: Gerade habe ich doch noch einen Link zu einer Website bekommen, wo es auch die Regeln gibt. 
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Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 1/2021

Willkommen im Jahr 2021. Es scheint ja eine gewisse Hoffnung zu geben, dass jetzt alles besser wird, aber ob sich das wirklich an so einem Jahreswechsel festmachen lässt, wage ich eher zu bezweifeln. Naja, ein bisschen Optimistismus schadet ja nicht. Und so gucke ich auch in diesem Jahr wieder auf die Spieleszenen in Lateinamerika. Wenn nichts dazwischenkommt, wieder jeweils am ersten und dritten Montag im Monat. Je nachdem, wie viel Zeit ich zum Recherchieren habe, wird das mal mehr und mal weniger umfangreich ausfallen. Heute eher weniger, denn ich habe über Weihnachten und Neujahr Pause gemacht. Muss auch mal sein.

Argentinien

Silvina Fontenla war schon in meinem ersten Artikel über argentinische Spiele gemeinsam mit Joel Pellegrino Hotham als Autorin aufgetreten. Jetzt ist ihr (meines Wissens) erstes allein entwickeltes Spiel auf den Markt gekommen, nämlich Candyshop. Es ist ein simples Spiel, bei dem es darum geht, die meisten Süßigkeiten einzusammeln. Auf dem Tisch liegen verdeckte quadratische Plättchen, deren Seiten jeweils den bis zu vier Spieler*innen zugeordnet sind. Wer dran ist, kann eins davon aufdecken und nach Belieben drehen, anschließend nehmen sich alle die Süßigkeitenchips, die auf der ihnen zugewandten Seite abgebildet sind (das sind unterschiedlich viele und in unterschiedlichen Farben, sodass man sich durch geschicktes Drehen Vorteile verschaffen kann). Die Chips kann man im Laufe des Spiels gegen Siegpunktkarten eintauschen, die außerdem noch beim Erwerb weiterer Karten hilfreich sind; wer das allerdings tut, kann kein Plättchen aufdecken. Candyshop ist bei juegosdemesa.com.ar erschienen und von der Autorin selbst illustriert worden.

Brasilien

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Drei neue Fälle für MicroMacro

Eigentlich mache ich mit meinem Blog ja immer eine Weihnachtspause, um mal ein bisschen Ruhe zu haben. Aber ich kann jetzt doch nicht an mich halten. Schließlich hatte ich hier vor Kurzem noch berichtet, mit MicroMacro schon durch zu sein und nun auf die nächste Ausgabe warten zu müssen. Aber dann hat sich unsere Elfjährige für zwei Tage in ihr Zimmer eingeschlossen und mich zu Weihnachten hiermit überrascht:

MicroMacro (Marke Eigenbau)

Tja, was soll ich sagen? Vielleicht einfach, dass ich auf niemanden neidisch bin, der derzeit Fotos von ganzen Türmen zu Weihnachten geschenkter Spiele postet. Denn das hier hab nur ich gekriegt. 🙂

Alle mal gut herhören: Es gibt wieder Beeple-Radio

Bevor ich mich bis irgendwann im Januar in meine Weihnachtspause begebe, kommt hier noch eine Ankündigung in eigener Sache. Da unser Radioprogramm zur Spiel Digital viel Anklang gefunden hatte und wir verschiedentlich hörten, dass ohne das Beeple-Frühstücksradio der Kaffee nicht mehr schmeckt, haben wir uns gedacht, dass wir ja neben dem regelmäßigen Beeple-Talk auch gelegentlich mal außer der Reihe auf Sendung gehen könnten. Hier kommen zwei Termine, die Ihr Euch vormerken könnt:

Sonntag, 27.12.2020, 10:00 Uhr
Freitag, 1.1.2021, 14:00 Uhr

Was erwartet Euch? Einige der beliebtesten Stars aus dem Beeple-Netzwerk unterhalten sich über das Spielejahr 2020 und darüber, was sie über Weihnachten beziehungsweise Silvester gespielt haben. Außerdem gibt es eine Ankündigung. Und dann sehen wir mal, was uns sonst noch so einfällt. Am 27. Dezember bin ich selbst mit dabei, am 1. Januar übernimmt dann ein (teilweise) anderes Team. Hört gern mal rein. Der Link zu den  Sendungen ist dann hier.