Archiv der Kategorie: Rezension

Weniger ist mehr.

Der koreanische Verlag Mandoo Games ist erst seit wenigen Jahren im Geschäft, hat aber seither eine beeindruckende Anzahl Spiele herausgebracht, darunter internationale Bestseller, aber auch einige Eigengewächse. Ich hatte hier im Februar schon über Spring Rally berichtet, was mir (immer noch) sehr gut gefällt. Nun schickte mir der Verlag ein Vorabexemplar eines neuen Spiels zu, das zur Messe in Essen erscheinen soll. Es handelt sich um Queenz von Bruno Cathala und Johannes Goupy. Wie es bei uns angekommen ist, will ich Euch hier berichten.

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Denken wie die Tiere

Da mein Budget für neue Spiele vergleichsweise klein ist, habe ich nicht die Möglichkeit, mir alle Nase lang Spiele aus Japan oder anderen fernen Ländern zu bestellen, auch wenn mein Blog diese Vorstellung vielleicht nahelegt. Ich bin vielmehr auf die Messe in Essen angewiesen, wenn ich was kaufen will (und hier und da bekomme ich Belegexemplare für Rezensionen oder Übersetzungen). Aber an die meisten Sachen, von denen ich höre und die ich spannend finde, komme ich auch nicht ran. Umso größer ist dann die Freude, wenn mir aus heiterem Himmel jemand bei Boardgamegeek ein von mir seit längerem neugierig beäugtes Spiel im Tausch gegen ein anderes anbietet, das ich nicht mehr brauche. Auf diese Weise bin ich zu Animal Mind gekommen, das ich Euch heute ein bisschen näherbringen möchte.

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Jagdszenen in Las Vegas

Ich war noch nie in Las Vegas und habe auch keinen großen Ambitionen, das zu ändern. Auch das gleichnamige Spiel* von Rüdiger Dorn habe ich nie gespielt, obwohl es ja immer wieder sehr gelobt wird. Gemeinhin reizen mich Würfelspiele einfach nicht so besonders. Es gibt zwar eine ganze Menge Ausnahmen, aber mein Drang, alles, was in dem Genre herauskommt, testen zu wollen, hält sich ziemlich in Grenzen. Als ich vom Verlag Hobby Japan in Nürnberg ein Exemplar ihres Spiels Dice Age: The Hunt in die Hand gedrückt bekam und es bald darauf ausprobierte, waren mir deshalb die Parallelen zu Las Vegas nicht gleich klar und ich musste mich erst darauf aufmerksam machen lassen. Und in der Tat, der grundlegende Mechanismus ist sehr ähnlich; es liegt auf der Hand, dass Autor Toshiki Sato sich bei der Entwicklung von Las Vegas hat inspirieren lassen. Andererseits sind die Unterschiede auch wieder so groß, dass Dice Age: The Hunt einen eigenständigen Blick lohnt. Dafür habt Ihr ja mich.

Dice Age: The Hunt

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Morde durch Stiche aufklären

Ich will jetzt nicht in den Verdacht geraten, dem flächendeckenden Einsatz von Überwachungskameras das Wort zu reden, aber es gibt so Orte, wo einem dadurch eine Menge Ärger erspart würde. So ein Ort ist das Crime Hotel von Susumu Kawasaki, das letztes Jahr in Essen bei Happy Baobab erschienen ist. In diesem Hotel verstecken sich nämlich in einer einzigen Nacht nacheinander gleich drei Mörder*innen!

Ich finde das Fragezeichen sehr gelungen.

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Bis kein Fisch mehr da ist.

Auf das Spiel Tsukiji hatte ich vor längerer Zeit schon mal ein Auge geworfen, und mich gefreut, dass Verlag Redbox Editora mir angeboten hatte, mir in Essen ein Exemplar zu überreichen, was ich gern angenommen habe.
Tsukiji war der Name des größten Fischmarkts der Welt (in Tokyo), auf dem laut Wikipedia täglich über 2000 Tonnen Fisch verkauft wurden. Noch bevor ich das Spiel allerdings aus der Nähe betrachten konnte, las ich, dass der altehrwürdige Markt seinen angestammten Standort verlassen müsste und damit das Spiel, das aber ohnehin in den Dreißigerjahren des zwanzigsten Jahrhundert spielt, endgültig ein Blick in die Vergangenheit ist.

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Die Katze rafft es nicht.

Belratti kommt weder aus fernen Ländern, noch ist es ein wirklicher Geheimtipp. Der Sieg im Hippodice-Wettbewerb wird zwar außerhalb der Fachwelt normalerweise eher wenig beachtet, aber der Gewinn der Fairplay-Scouting-Wertung auf der Messe in Essen ließ doch ein paar Leute aufhorchen. Und auch bei uns ist das Spiel sehr gut angekommen. Darum will ich ihm hier ein paar Zeilen widmen.

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Unser Spiel Nummer 1 von der Messe

Von der Messe in Essen bin ich mit rund 35 neuen Spielen zurückgekommen. Dabei waren einige, auf die ich besonders heiß war und bin, die ich aber noch nicht spielen konnte; andere, die nicht ganz oben auf meiner Liste standen, die ich aber ausprobiert und für gut befunden habe. Und dann war da noch Match Me! What Color is That? Dieses Spiel hatte ich kaum auf der Rechnung, ich hatte es sozusagen als Dreingabe für die Übersetzung von Realm of Sand bekommen und ich hatte das Gefühl, dass EmperorS4 es selbst ein bisschen stiefmütterlich angepriesen hat – kein Wunder angesichts der von vielen heiß erwarteten Zugpferde Realm of Sand und Walking in Burano.
Und jetzt, rund einen Monat später, ist Match Me! mit derzeit 44 Partien mit Abstand mein meistgespieltes Spiel von der Messe, und nach The Mind auf dem zweiten Platz meiner meistgespielten Spiele des 2018er-Jahrgangs. Wie kam es nur dazu?

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Landwirtschaft im Ruhrgebiet

Ja ja, ich weiß, Ihr assoziiert den Ruhrpott eher mit rauchenden Schloten und kohleverschmierten Bergarbeitern. Aber an diesem Wochenende lohnt sich ein Besuch dort vielleicht auch mal für die Leute, die mehr auf Viehzucht als auf Schwerindustrie stehen. Denn auf der Messe in Essen wird Blöde Kuh von Florian Racky der Öffentlichkeit vorgestellt, bei dem man sich mit Nutztieren herumplagt. Da mir die Drei Hasen in der Abendsonne schon vor einigen Wochen ein Exemplar zugeschickt hatten, hatte ich die Gelegenheit, das immer mal wieder zu spielen und möchte es Euch noch mal ans Herz legen. Landwirtschaft im Ruhrgebiet weiterlesen

Von der Kunst, sich nicht in die Zange nehmen zu lassen

Manchmal beeindrucken mich Spieleautor*innen durch spektakuläre, ungewöhnliche Einfälle. In anderen Fällen aber auch mal dadurch, dass sie Altbekanntes miteinander kombinieren oder mit kleinen Variationen bekannte Ideen weiter ausreizen, als das bisher der Fall war. Auch das ist ein tolles Talent. Ein solches Spiel, das Bekanntes neu kombiniert und das Ergebnis mit einer schönen Neuerung variiert, ist KUAN, das ich in diesem Jahr für Japon Brand ins Deutsche übersetzt habe. Viel Arbeit war das nicht, denn die Regeln sind geradezu spektakulär kurz.

KUAN

Worum geht’s?

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