Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 9/2020

Argentinien

Kingdom Maps ist ein kostenloses Print-and-Play-Spiel von Martin Oddino, das bei runDOS Studios erschienen ist und hier in Englisch und Spanisch zum Download zur Verfügung steht. Es ist ein Roll-and-Write-Spiel, bei dem man eine Landkarte seines Königreichs mit verschiedenen Landschaftsarten füllt. Dabei würfelt man mit einer Anzahl Würfel und sucht sich einen davon aus, mit dem man dann die Landschaftsart definiert, während die lieben Mitspieler*innen sich für einen beliebigen der verbleibenden Würfel entscheiden können. Es gibt auch einen Solomodus (von Carolina Hernandez). Die Grafik stammt von Lucas Charra. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Neues aus Lateinamerika | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Werwölfe in Nöten

Vor einer Weile hatte ich bei Boardgamegeek mal ein Spielebuch namens Loup Garou gewonnen. Es ist so ein Spielbuch, bei dem man von Szene zu Szene selbst entscheiden kann, wo man hin will. Allerdings in Form einer Graphic Novel. Ich muss dazu sagen, dass ich mir vor ein paar Jahren mal eine Handvoll solcher Fantasy-Spielbücher antiquarisch gekauft hatte, um zu sehen, ob die heute noch was taugen. Was ich da in die Finger kriegte, war allerdings (mit Ausnahme eines lustigeren Werks) nicht nur literarisch übel, sondern auch so strunzlangweilig, dass mir die Vorstellung, nach bestandenem „Abenteuer“ einen andere Weg ausprobieren zu wollen, völlig aberwitzig vorkam. Ich hatte mit dem Genre also schon ein bisschen abgeschlossen (ohne zu wissen, welche Highlights ich da möglicherweise noch verpasst haben könnte), als mir Loup Garou in die Hände fiel. Für diejenigen, deren Schulfranzösisch sich in anderen Themen erschöpft hat: Das ist die französische Bezeichnung für Werwolf. Und obwohl mir auch diese Thematik erstmal eher fremd ist: Das hat sich gelohnt.

Loup Garou

Worum geht’s?

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Rezension | Verschlagwortet mit , , , | Schreib einen Kommentar

Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 8/2020

Die Zeit eilt dahin, und mein Blog liegt weitgehend brach. Aber es gibt trotz aller Krisen weiterhin Berichtenswertes aus Lateinamerika. Bitte schön:

Argentinien

Wie so oft in lateinamerikanischen Spielen geht es auch in ¿Quién quiere ser presidente? (Wer möchte Präsident sein?) um Politik. Die Spieler*innen feilschen darin um die Macht, wobei im Spiel immer wieder neue Präsident*innen gewählt werden müssen. Man gibt dann bekannt, ob man zur Wahl kandidieren möchte und auf welcher Seite (links oder rechts). Anschließend geht ein Geschacher los, bei dem man den anderen Spieler*innen nach Herzenslust Macht, Gold und Geld anbieten kann, um ihre Unterstützung zu erbetteln. Wer einmal gewählt ist, übt dann natürlich seine Macht nach Herzenslust aus – bis zur nächsten völlig demokratischen Wahl. ¿Quién quiere ser presidente? stammt von Nicolás Martínez Sáez und ist im Selbstverlag erschienen. Die Illustrationen stammen von Rodrigo Campos. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Neues aus Lateinamerika | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 7/2020

Wie Ihr vielleicht bemerkt habt, habe ich mit meinem Blog eine kleine Pause eingelegt. Das war nicht so richtig geplant, aber die meisten von uns haben sich ja ich in den letzten Wochen auf eine neue Situation einstellen müssen. So ging es auch mir. Es gibt noch ein paar Spiele, die ich oft genug gespielt habe, um über sie schreiben zu können – das versuche ich, in den nächsten Wochen hinzukriegen. Aber ansonsten ist es natürlich schwer, Rezensionen zu schreiben, wenn man nicht die Gelegenheit hat, Spiele in verschiedenen Gruppen auszuprobieren. Wie ich damit umgehe, weiß ich noch nicht genau. Das Ganze dürfte sich ja noch längere Zeit hinziehen. Mittlerweile habe ich ein paar Spiele über Skype, Zoom und Discord gespielt, aber das ist eben nicht ganz das Gleiche.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Neues aus Lateinamerika | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 6/2020

Aus Alt…

Tja. Da sitze ich nun in Halb-Quarantäne und schreibe über neue Spiele aus einem fernen Kontinent. Das kommt mir selbst ziemlich unwirklich vor, aber ich zieh das jetzt durch. Apfelbäumchen pflanzen und so. An meiner eigenen Situation ist im Moment so ziemlich gar nichts klar, ich lebe von Tag zu Tag und hoffe darauf, mich stärker abschotten zu können als bisher. Wie sehr ich in der nächsten Zeit zum Schreiben komme, weiß ich noch nicht. Warten wir’s ab. Dabei habe ich  eigentlich noch eine ziemlich riesige Liste von Spuren, denen ich nachgehen sollte. Ein paar davon habe ich schon recherchiert, die findet Ihr hier. Mehr hoffentlich demnächst, ich tue mein Bestes. Wascht Euch die Hände und bleibt gesund. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Neues aus Lateinamerika | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Gone Fishing – ein Angelspiel im 21. Jahrhundert

Magnetische Angelspiele, bei denen man mit seiner Angel hinter einem Sichtschirm versteckte, mehr oder weniger wertvolle Fische herausholt, gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert. Spielerisch sind sie langweilig, ihr Spannungslevel ist nicht höher, als wenn man Lose zieht. Sie leben allein von ihrem Spielmaterial. Das sich aus dieser Grundidee auch noch wesentlich mehr herausholen lässt, beweist Gone Fishing von Happy Baobab, und das ganz ohne Magnete. Der Verlag hatte mir im letzten Jahr in Essen netterweise ein Rezensionsexemplar überlassen. Der (koreanische) Autor von Gone Fishing nennt sich Ehail und ist zuvor nur durch zwei Sportspiele in Erscheinung gestreten.

Gone Fishing Weiterlesen

Veröffentlicht unter Rezension | Verschlagwortet mit , , , | Schreib einen Kommentar

Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 5/2020

Brasilien

Regelmäßige Leser*innen dieses Blogs kennen schon die brasilianische Crowdfunding-Plattform Catarse.me. Dort ist vor einigen Tagen eine Kampagne für Wagner Portos Spiel Paranauê gestartet. Dieses befasst sich mit dem Thema Capoeira. Capoeira ist eine Art Mischung aus Tanz und Kampfsport, die zum Zeitpunkt, in dem die Handlung des Spiels angesiedelt ist (Ende des 19. Jahrhunderts) verboten war. Die Spieler*innen leiten sogenannte Capoeira-Kreise (roda) und müssen sich neben dem Anheuern weiterer Mitglieder sowie dem Anfertigen von Instrumenten und Kleidung auch mit dem Vermitteln der dazugehörigen Werte befassen. Nur so können sie ihren Kreis zum erfolgreichsten Capoeira-Kreis des Untergrunds machen. Der Name Paranauê bezieht sich übrigens auf Sklav*innen, die vor Verfolgung über den Paraná-Fluss geflüchtet sind. Die Illustrationen von Paranauê stammen von Lucas Xisto und Autor Wagner Porto, und das Spiel wird bei Ludens Spirit erscheinen. Der Link zur Kampagne ist hier. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Neues aus Lateinamerika | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

5. Premio Alfonso X: Die Kandidatenliste (Teil 2)

Und weiter geht’s mit der Kandidatenliste für den Premio Alfonso:

Republia von Fernando Gonzalez ist wohl das mit deutlichem Vorsprung komplexeste Spiel im Wettbewerb, daher kann diese Kurzvorstellung nicht so sehr detailliert ausfallen. Das Spielfeld besteht aus einer Art Koordinatensystem, um das kreisförmig acht politische Parteien angeordnet sind. Jede*r Spieler*in spielt verdeckt eine dieser Parteien und versucht, eine Figur, die die Mehrheitsmeinung des Volkes betrifft, in seine Richtung zu bewegen. Wenn diese mit dem eigenen politischen Programm übereinstimmt, gewinnt man die Partie. Wie beeinflusst man nun die Figur? Indem man Gesetze einbringt. Auf Karten stehen die Gesetzestexte, in denen einige Worte unterstrichen sind. Bringt man so ein Gesetz zur Abstimmung, muss man in seinem Plädoyer die unterstrichenen Worte verwenden, ist ansonsten aber völlig frei in seiner Präsentation; man kann die Karten komplett vorlesen oder auch vortäuschen, es ginge um etwas völlig anderes. Die Abstimmung erfolgt mit einer Wahlurne. Stimmt die Mehrheit für die Verabschiedung eines Gesetzes, wird die Figur in eine bestimmte Richtung bewegt, die auf der Karte angegeben ist. Zusätzlich tauchen Aktionskarten und vieles mehr auf, mit dem man das Abstimmungsverhalten beeinflussen kann. Republia erschien zunächst in einer Hunderter-Auflage und wird jetzt in zweiter Auflage nachgedruckt. Die Verbindung von Rollenspiel, Verhandlung und Intrige klingt für mich sehr reizvoll, allerdings ist das Spiel sehr sprachabhängig, und mir wäre es auch im Spiel eher unangenehm, eine faschistische Partei spielen zu müssen. Aber mich würde es nicht wundern, wenn wir von Republia noch mehr hören würden. An der Gestaltung des Spiels hat Abril Gonzalez mitgewirkt (nicht mit Fernando Gonzalez verwandt). Weiterlesen

Veröffentlicht unter Neues aus Lateinamerika | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

5. Premio Alfonso X: Die Kandidatenliste (Teil 1)

Mein Bericht über den Premio Alfonso X war 2017 eine Art Initialzündung für dieses Blog, und daher liegt mir mir dieser argentinische Spielepreis bis heute besonders am Herzen. Ich war aber gelinde gesagt etwas überrascht, als ich die Liste mit den diesjährigen 10 Kandidaten sah, da ich bis dahin überhaupt nur von der Hälfte der Spiele gehört hatte (und von zwei weiteren erst kurz davor). Es war also wieder einiges an Recherche nötig, um mich auf den neuesten Stand zu bringen. Hier stelle ich Euch die Liste vor. Um das Ganze nicht zu unhandlich werden zu lassen, teile ich das Ganze in zwei Artikel auf (der zweite folgt voraussichtlich am Donnerstag).

Über Lab Rats von Lucas Charra (erschienen bei runDOS Studio) hatte ich hier schon berichtet. Ich zitiere mich mal selbst:
Aus einem schrecklichen Labor wollen die mutierten Laborratten flüchten. Dazu müssen sie sich ihrer jeweils verschiedenen Mutationen bedienen und Tränke sammeln, um sich gegen die verschiedenen Gefahren zur Wehr zu setzen, die hinter den Türen auf sie lauern. Die Türen werden aber zum Teil von den Spieler*innen verdeckt ausgelegt, sodass es kein reiner Zufall ist, was hinter diesen wartet. Um eine Runde erfolgreich zu gestalten (und vor allem zu überleben), muss man sein Glück herausfordern und die richtige Zahl von Karten aufdecken. Wer genügend Ratten aus dem Labor geschickt oder auf andere Weise genügend Käsebelohnungen gesammelt hat, gewinnt das Spiel, das von Lucas Charra und María Luz Cantisani Rovasio ansprechend illustriert wurde. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Neues aus Lateinamerika | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 4/2020

Nach dem eher kurzen Beitrag vom letzten Mal habe ich inzwischen wieder genug Material für drei oder vier Artikel gefunden – das wird mich noch ne Weile auf Trab halten. Die Spielewelt steht halt nicht still. Schauen wir gleich mal rein:

Argentinien

Gogo Challenge, Avatar SpiritsGogo Challenge ist ein Solitärpuzzle im Mikrospielformat, das man aber auch auf Zeit (und dann auch gegeneinander) spielen kann. Es gibt bisher zwei Ausgaben mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen, die aber in sich jeweils auch noch mal abgestuft werden können. Allen gemeinsam ist, dass man quadratische, doppelseitig bedruckte Kärtchen so zu einem größeren Quadrat zusammenpuzzeln muss, dass benachbarte Kärtchen gleiche Farbpunkte zeigen. Je nach Schwierigkeitsgrad macht man das mit 9 oder mit 16 Karten, mit Jokerkarten oder ohne, und mit einem einfarbigen umlaufenden Rand oder ohne.
Eine dritte Version soll in einigen Monaten dazukommen. Gogo Challenge stammt von Emilio Feijóo und ist von Cecilia Martinez illustriert worden. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Neues aus Lateinamerika | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , | Schreib einen Kommentar