Risiko und Belgisch Kongo

Die Demokratische Republik Kongo ist ein Staat mit vielen Problemen. Nach zwei großen Kriegen (und einem, der noch andauert), liegen Staatswesen und Infrastruktur völlig am Boden, ein nennenswertes Bildungs- oder Gesundheitswesen existieren nicht, und die Lebenserwartung liegt bei weniger als 60 Jahren. Ein Großteil der Bevölkerung ist unterernährt.
Noch viel schlimmer war die Situation wohl in der Zeit, als der Kongo eine Privatkolonie des belgischen Königs Leopold II. war. Selbst nach den Maßstäben der Kolonialzeit beutete der König das Land besonders grausam aus. Schätzungen gehen davon aus, dass das Land zwischen 1880 und 1920 die Hälfte seiner Bevölkerung, rund 10 Millionen Menschen, verlor. Mit der Umwandlung in eine offizielle belgische Kolonie wurde die Situation nur etwas besser, und Belgien entließ das Land 1960 deutlich unfreiwillig in die Unabhängigkeit und mischte sich weiterhin in die kongolesische Politik ein.

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Jagdszenen in Las Vegas

Ich war noch nie in Las Vegas und habe auch keinen großen Ambitionen, das zu ändern. Auch das gleichnamige Spiel* von Rüdiger Dorn habe ich nie gespielt, obwohl es ja immer wieder sehr gelobt wird. Gemeinhin reizen mich Würfelspiele einfach nicht so besonders. Es gibt zwar eine ganze Menge Ausnahmen, aber mein Drang, alles, was in dem Genre herauskommt, testen zu wollen, hält sich ziemlich in Grenzen. Als ich vom Verlag Hobby Japan in Nürnberg ein Exemplar ihres Spiels Dice Age: The Hunt in die Hand gedrückt bekam und es bald darauf ausprobierte, waren mir deshalb die Parallelen zu Las Vegas nicht gleich klar und ich musste mich erst darauf aufmerksam machen lassen. Und in der Tat, der grundlegende Mechanismus ist sehr ähnlich; es liegt auf der Hand, dass Autor Toshiki Sato sich bei der Entwicklung von Las Vegas hat inspirieren lassen. Andererseits sind die Unterschiede auch wieder so groß, dass Dice Age: The Hunt einen eigenständigen Blick lohnt. Dafür habt Ihr ja mich.

Dice Age: The Hunt

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Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 6/2019

Nachdem ich von einer längeren Krankheit außer Gefecht gesetzt war, komme ich jetzt hoffentlich langsam wieder in die Spur. Ich habe wahrscheinlich ein paar lateinamerikanische Neuerscheinungen verpasst, aber einige habe ich auch gefunden. Ich will auch versuchen, ein paar von den verpassten Sachen nachzureichen. Aber erstmal viel Spaß mit der heutigen Folge.

Argentinien

Die Älteren unter Euch werden sich erinnern, dass es vor langer Zeit mal Filmdosen gab, meist schwarze, fest verschließbare Plastikdosen, in denen Filme verkauft wurden. Aus diesen Dosen konnte man allerhand machen. In den Achtzigern und Neunzigern stieß ich verschiedentlich auf Hör-Memory-Spiele, bei denen diese Dosen paarweise mit irgendwelchen Sachen befüllt wurden und man dann durch Schütteln herausfinden musste, was drin ist und sich merken musste, wo es steht. Das war meist sauschwer. Eine ähnliche Idee zur Abwandlung des altbekannten Memory-Prinzips hatte Maximiliano Carrizo für sein Spiel Memotoc. Es besteht aus kleinen Plastikdeckeln, in deren Innerem man verschiedene Materialien und Oberflächen fühlen kann, ohne sie zu sehen. Nur mit dem, was die Finger spüren, muss man nun versuchen, Paare zu finden. Carrizos Spiel erscheint nun im Verlag Evos Juegos y Juguetes. Weiterlesen

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Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 5/2019

Argentinien

Super Plato ist ein Spiel für kleinere Kinder, bei dem es um gesundes Essen geht. In der Schachtel sind Karten und Plättchen, deren Vorderseiten gleich aussehen. Auf der Rückseite der Karten gibt es allerdings einfache Aufgaben für die mitspielenden Kinder. Es sind zwei Spielmodi enthalten, eins für Kinder ab drei und eins für Kinder ab fünf. Im ersteren spielen die Kinder nach einfachen Regeln die Aktionen auf ihren Karten durch. Im zweiteren kommt ein Memory-Element ins Spiel, denn nun benennen die Kinder ihre Karten und müssen dann das zugehörige Plättchen aufdecken. Bei Erfolg dürfen sie wiederum ihre Aufgaben erfüllen, und wer zuerst alle eigenen Karten durch hat, gewinnt. Super Plato stammt von Shannon Conly, ist von Shannon Conly und Belén Berri illustriert und bei Multiverso erschienen. Weiterlesen

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Morde durch Stiche aufklären

Ich will jetzt nicht in den Verdacht geraten, dem flächendeckenden Einsatz von Überwachungskameras das Wort zu reden, aber es gibt so Orte, wo einem dadurch eine Menge Ärger erspart würde. So ein Ort ist das Crime Hotel von Susumu Kawasaki, das letztes Jahr in Essen bei Happy Baobab erschienen ist. In diesem Hotel verstecken sich nämlich in einer einzigen Nacht nacheinander gleich drei Mörder*innen!

Ich finde das Fragezeichen sehr gelungen.

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Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 4/2019

So langsam kommen wieder mehr Meldungen rein, und auch wenn ich zeitlich immer noch etwas unter Druck bin, möchte ich Euch ein paar Neuheiten nicht vorenthalten. Wie so oft in meinen alphabetisch sortierten Artikeln beginne ich in

Argentinien.

Dort stehen mittlerweile die Kandidatenspiele für den Premio Alfonso X fest. Wer mein Blog seit längerem kennt, weiß, dass meine erste Recherche zu diesem Preis so eine Art Initialzündung war, die mein Interesse an lateinamerikanischen Spielen erst so richtig entfacht hat. Während 2017 und 2018 jeweils 9 Spiele angetreten waren, sind es dieses Jahr nur acht, aber ich freue mich, dass ich mittlerweile so viel Überblick habe, dass ich sieben davon schon hier im Blog erwähnt habe und das achte schon auf der Liste für einen der nächsten Artikel stand. Und zwei habe ich auch schon gespielt. Ich mache hier deshalb diesmal nur eine ganz kurze Vorstellung und verweise ansonsten auf die entsprechenden älteren Artikel.

BallotageBallotage von Diego Barderi und Francisco Rossetto ist eins der beiden Spiele, die ich schon gespielt habe, aber leider bisher nur einmal, und mit der nicht ganz idealen Zahl von drei Spieler*innen. Ich hoffe auf mehr, denn mir hat es durchaus Spaß gemacht. Es ist ein Wahlspiel mit einer echten Urne, ein paar eingängigen, aber nicht trivialen Mechanismen, mithilfe derer man versucht, die eigenen Politiker*innen an die Spitze zu bringen. Weiterlesen

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Auf und ab.

Ich bin noch lange nicht durch den gesamten Stapel an Essen-Neuheiten 2018 durch. Aber einige Spiele habe ich auch schon diverse Male gespielt, und sie kommen immer mal wieder auf den Tisch. So eins ist Spring Rally von H. J. Kook.

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Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 3/2019

Heute mache ich es wieder kurz, ich habe nur zwei neue Spiele vorzustellen. Aber die haben es durchaus in sich.

Argentinien

Ich habe eine Schwäche für bizarre Geschicklichkeitsspiele, was sicher mit meiner Nähe zu Reinhold Wittig zu tun hat, der ja ein Meister für so etwas ist. Was ich aber nun in Argentinien entdeckt habe, ist selbst für meine Verhältnisse schräg: Pinchan Plaf! Hier treten zwei Figuren in einer Art Gladiatorenkampf gegeneinander an. Es handelt sich dabei um bewegliche Figuren aus Holzblöcken, die an zwei Stäben geführt werden. Der Kopf der Figuren besteht aus einem aufgeblasenen Luftballon. Das Ziel ist es nun, den gegnerischen Ballon zum Platzen zu bringen. Wer sich das nicht so genau vorstellen kann, sollte sich dieses Video zu Gemüte führen. Herrliche Idee!

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Bis kein Fisch mehr da ist.

Auf das Spiel Tsukiji hatte ich vor längerer Zeit schon mal ein Auge geworfen, und mich gefreut, dass Verlag Redbox Editora mir angeboten hatte, mir in Essen ein Exemplar zu überreichen, was ich gern angenommen habe.
Tsukiji war der Name des größten Fischmarkts der Welt (in Tokyo), auf dem laut Wikipedia täglich über 2000 Tonnen Fisch verkauft wurden. Noch bevor ich das Spiel allerdings aus der Nähe betrachten konnte, las ich, dass der altehrwürdige Markt seinen angestammten Standort verlassen müsste und damit das Spiel, das aber ohnehin in den Dreißigerjahren des zwanzigsten Jahrhundert spielt, endgültig ein Blick in die Vergangenheit ist.

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Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 2/2019

Argentinien

Sucesos Argentinos (Argentinische Ereignisse) war ein Spiel von 2016, das sich in seinem Konzept an Chronology/Anno Domini/Timeline anlehnt. Das heißt, es gibt Karten mit Ereignissen, bei denen auf der Rückseite das Jahr aufgeführt ist. Ziel ist es, die Karten in eine korrekte Abfolge einzufügen. Sucesos Argentinos unterscheidet sich von den anderen, indem es eine Drafting-Komponente einbringt. Man legt nämlich seine eigene Chronologie aus, zieht die Karten dafür aber aus einem gemeinsamen Pool. Abgesehen davon enthalten die Karten natürlich Ereignisse aus der argentinischen Geschichte. Nun ist eine neue (Erweiterungs-)Ausgabe zu den Themen Wirtschaft und Gesellschaft erschienen, und eine dritte ist offenbar ebenfalls in Vorbereitung. Sucesos Argentinos stammt von Guido D. Cegarra und wurde von Santiago Rodríguez illustriert. Der Verlag heißt AA Lúdica.

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