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Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 3/2021

Argentinien

Der Name Memes vs 100cia mag erstmal seltsam wirken, bis man versteht, dass das „Memes gegen Wissenschaft“ bedeutet (und der Titel eines Spiels von Nicolás Fernández ist). Das Spiel besteht aus Meme- und Trollkarten, die man für seine Zwecke auszunutzen beziehungsweise auszuschalten versucht. Ausgeschaltete Meme-Karten dreht man nämlich um, und auf der Rückseite sind Sterne (Siegpunkte), die man sammeln möchte. Leider kann es sein, dass finstere Trolle bereits ausgeschaltete Memes wieder in Umlauf bringen. Die Spieler:innen spielen verschiedene Wissenschaftler:innen und können deren spezielle Fähigkeiten nutzen, um sich gegen die Auswüchse der Internetkultur durchzusetzen. Illustriert wurde Memes vs. 100cia von Veronica Vallejo, und der Verlag heißt Neptuno Games.

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Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 3/2020

Heute berichte ich nur über zwei Spiele, aber sowohl Lunes als auch Kontaê! machen mich so froh, dass es sich trotzdem lohnen dürfte.

Argentinien

Lunes: Recorte de PersonalLängst überfällig ist eine Erwähnung der Erweiterung zum Solitärspiel Lunes (Montag), nämlich Lunes: Recorte de Personal. Recorte de Personal heißt Personalabbau, und eigentlich passt das gar nicht dazu, was diese Erweiterung bietet, nämlich (neben neuem Material für das Grundspiel) die Möglichkeit, jemanden zur Belegschaft hinzuzufügen, also zu zweit zu spielen. Dadurch ist das Spiel für mich deutlich interessanter geworden, denn ich bin gar nicht so der Solitärspieler. Verlag Super Noob Games hatte mir netterweise ein Exemplar von Grundspiel und Erweiterung nach Essen geschleust, und nun spielt meine Tochter gern die wütenden Chefin, die ihren flüchtenden Angestellten (mich) zu stellen versucht. Das fühlt sich trotz des an und für sich abstrakten Spielmechanismus erstaunlich thematisch an. Zu den ursprünglichen Autoren Aibel Nassif und Julián Tunni sind für die Erweiterung noch Nahuel Carrón und Guillermo H. Nuñez hinzugekommen. Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 3/2020 weiterlesen

Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 9/2019

Argentinien

Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 9/2019Wie jedes Jahr gibt es für den Premio Alfonso auch 2019 wieder eine Art Nominierungsliste, die nach wochenlangem Testen durch Spieleclubs und Jury gekürt und kürzlich bekanntgegeben wurde. Darauf stehen (in alphabetischer Reihenfolge):
El Camarero (Maldón)
Fast Food! (Joel Pellegrino Hotham, JuegosdeMesa.com.ar)
Lunes (Julián Tunni und Aibel Nassif, Super Noob Games)
Selbst gespielt habe ich davon bisher nur El Camarero, ein lustig-chaotisches Spiel mit Memory-Elementen ist, das umso mehr Spaß macht, je mehr man sich in die Spielsituation in einem Restaurant hineindenkt. Aber es ist wohl dieses Jahr schwer, einen Favoriten zu küren. Ende Juni wissen wir mehr. Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 9/2019 weiterlesen

Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 4/2019

So langsam kommen wieder mehr Meldungen rein, und auch wenn ich zeitlich immer noch etwas unter Druck bin, möchte ich Euch ein paar Neuheiten nicht vorenthalten. Wie so oft in meinen alphabetisch sortierten Artikeln beginne ich in

Argentinien.

Dort stehen mittlerweile die Kandidatenspiele für den Premio Alfonso X fest. Wer mein Blog seit längerem kennt, weiß, dass meine erste Recherche zu diesem Preis so eine Art Initialzündung war, die mein Interesse an lateinamerikanischen Spielen erst so richtig entfacht hat. Während 2017 und 2018 jeweils 9 Spiele angetreten waren, sind es dieses Jahr nur acht, aber ich freue mich, dass ich mittlerweile so viel Überblick habe, dass ich sieben davon schon hier im Blog erwähnt habe und das achte schon auf der Liste für einen der nächsten Artikel stand. Und zwei habe ich auch schon gespielt. Ich mache hier deshalb diesmal nur eine ganz kurze Vorstellung und verweise ansonsten auf die entsprechenden älteren Artikel.

BallotageBallotage von Diego Barderi und Francisco Rossetto ist eins der beiden Spiele, die ich schon gespielt habe, aber leider bisher nur einmal, und mit der nicht ganz idealen Zahl von drei Spieler*innen. Ich hoffe auf mehr, denn mir hat es durchaus Spaß gemacht. Es ist ein Wahlspiel mit einer echten Urne, ein paar eingängigen, aber nicht trivialen Mechanismen, mithilfe derer man versucht, die eigenen Politiker*innen an die Spitze zu bringen. Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 4/2019 weiterlesen

Neue Spiele aus Lateinamerika, November 2018

Zurück in der Normalität – während ich die ersten Messe-Neuheiten ausprobiere, haben sich wieder ein paar Lateinamerika-Nachrichten angesammelt. Viel Spaß beim Lesen.

Argentinien

Dragqueens hatte ich als Spielthema noch nicht gesehen, glaube ich. Das hat sich vor Kurzem geändert, denn zur Zeit läuft eine Crowdfunding-Kampagne für Las Divas von Mariano Medina Gouguet (im Selbstverlag). Laut Cover geht es nicht darum, eine Dragqueen zu sein… sondern die BESTE. Es gibt verschiedene Dragqueens mit verschiedenen Zielen, von denen man eine verdeckt zieht. Die eine möchte viele Kameras auf sich gerichtet sehen, eine andere Ruhm, wieder eine andere möchte die anderen schlecht machen. Es gibt eine kleine Zahl von verschiedenen Karten mit unterschiedlichen Funktionen, die man zieht und ausspielt. Wer zuerst sein persönliches Ziel erreicht, gewinnt. Illustriert wurde Las Divas von David Salamanca R.. Neue Spiele aus Lateinamerika, November 2018 weiterlesen

How to turn a country into a gaming nation.

König Alfonso X
König Alfonso X., as depicted in the Libro de los juegos

(Deutsche Version hier.)

What does Alfons X. of Castile, Galicia and León (1221-1284) have to do with gaming?Well, he commissioned the “Book of Games” (Libro de los juegos), which contained game rules, chess problems and other things and is considered one of the most important medieval books on the subject of games. Some 730 years later, Laura and Ezequiel Wittner decided to create a game award and called it Premio Alfonso X. In 2017, it will be awarded for the second time. The submission deadline was on January 10th, and the jury has started its work.
What’s special about this prize, you may ask? Aren’t there game awards in countless countries? Every once in a while we hear that one famous game or the other is now also game of the year in Finland, Portugal or San Marino. These awards usually aim at recommending the best games to gamers who aren’t spending all their free time on BGG anyway. It is rare that a game wins a national award which the community hasn’t heard about before.
But when I tell you the titles which compete for the Premio Alfonso X this year, I will assume that hardly any of you has even heard of a single one of these games. Here we go:

Premios Alfonso X
King Alfonso at the advanced age of approximately 800 years.

– Chernobyl
– Ciudadano Ilustre
– Código Enigma
– Conejos en el Huerto
– Cultivos Mutantes
– Dinosaurus
– La Macarena
– Venecitas
– ZUC!

There is a simple reason for this: The Premio Alfonso X will only be awarded to Argentinian designers (or those who have lived in Argentina for at least two years). The point is therefore not to introduce the best of the international gaming scene to an Argentinian audience, but to promote local design and publication efforts so Argentinian games can compete with those from the outside world. Before, domestic games often went entirely unnoticed, partly caused by the fact that production quality and artwork was decidedly mediocre. One geek wrote to me that if I saw the component quality of the Argentinian edition of Catan, I would cry. For those who want to have a look themselves, here is an unboxing video. You can admire the sturdy box at about 7:45 and later the precision of the tile cutting.
This needs to improve, so there is a special award for overall production value as well. And lastly, only games are admitted which state the names of the designers and artists. Somewhat reminiscent of the situation in Germany 30 years ago (but the SdJ jury didn’t mention the designers in the first years, either).
So if there is a prize aimed at promoting domestic games, it doesn’t seem like some nationalistic nonsense, but like an honest effort to make gaming more popular in Argentina. If I wasn’t from Germany, a country with a strong gaming scene, I might be grateful for something like that over here.

You might get an idea about the size of the Argentinian gaming scene when you hear that the nine titles competing for this year’s prize aren’t the finalists or anything, but they are the entire field of contestants (well apart from four submissions in a separate category; games with a circulation of under 50, so essentially prototypes). In other words, that’s more or less what was published in Argentina by local designers in 2016. I assume many of you have purchased more than nine games in 2017 already…
It is probably still a long way to go until the vision of one Argentinian publisher comes true and gaming becomes as popular as football. But you have to start somewhere.

By now, all contestants have their own BGG entries. So let me give you a quick introduction:
Chernobyl is a cooperative game in which you try to rescue survivors from the destroyed reactor. To win the game, you’ll have to bring them to the helipad. There is a competitive mode as well. Chernobyl was designed by Gonzalo Emanuel Aguetti and published by Yamat.
Ciudadano Ilustre

 

Ciudadano Ilustre (“Famous Citizen”) was crowdfunded, easily breaking its modest target of $737. It’s a trivia game with geography questions mostly about Argentina, but apparently also about some other places. The designers are Vera Mignaqui and Eugenia Pérez, with the latter doing the artwork, too.
Código Enigma (“Enigma Code”) is set in WWII and of course it’s about deciphering German codes. For that, the players collect card sets and try to prevent others from doing the same. Apparently the Germans are also interfering at times. Designers are Joel Pellegrino Hotham and Silvina Fontenla, who also did the artwork. It was published by JuegosdeMesa.com.ar.

Conejos en el HuertoIn Conejos en el Huerto (“Rabbits in the Orchard”), the players move their two rabbits through the variably set up garden and try to collect valuable vegetables. Their position determines which type of vegetable they can reach. A watchdog is doing its best to stop them. This game was designed by Luis Fernando Marcantoni, with artwork by Celeste Barone. It was published by Ruibal Hermanos S.A.

Cultivos MutantesCultivos Mutantes (“Mutant Crops”) is a short worker placement game by Sebastian Koziner, illustrated by Rocio Ogñenovich. You use your actions to plant and harvest mutant crops and collect points. It was published as a cooperation between El Dragón Azul and OK Ediciones. An English edition has been announced by Atheris Games already. The kickstarter campaign is scheduled to start on the 21st of March.

Dinosaurus

 

Dinosaurus is a microgame with just 36 cards. Dinosaurs from different eras run around on a fantasy island and fight for food. Their favorite snacks are plants, mammals and each other. It was designed and illustrated by Amelia Pereyra and Matías Esandi and published by Rewe Juegos.

 

La Macarena is a witch or magician looking for a new apprentice. The players collect cards with four elements, and whoever has most of one kind can eventually exchange them against amulets with which they can gain La Macarena’s favor. The game was designed and published by five people under the group name Maldón, with illustrations by Chilean celebrity Alberto Montt. Two of the designers were at the Nuremberg toy fair, so this is the only candidate game that I have actually played myself.

VenecitasWith Venecitas, Joel Pellegrino Hotham has a second game in the race (and he did the illustrations together with Silvina Fontenla as well). Venecitas are some kind of Venetian mosaic tiles, and the goal is to collect colors. You roll a color die, may turn it by one edge, and then everyone gets the color facing them, while the active player also gets the color on top. Certain color combos can be exchanged against victory points. Venecitas was also published by JuegosdeMesa.com.ar.

ZUC!Zuc! is a party game designed and self-published by Agustin Carpaneto, in which you try not to draw a bomb card (because if you do, you lose). When it’s your turn, you can play cards to shield you from an explosion, force others to draw additional cards or avoid drawing any yourself. Illustrations are by Mariana Ponte.

Those of you who would like to know more about the small print run category can check out the respective bgg entries for Arte de Batalla, Cerrojo, Kallat and Star Warships.

 

Who will win?
Premios Alfonso XThere are several votes taken into consideration for determining the winners. A jury of eight people has the biggest weight in the decision. It includes a few well-known BGG users like lolcese, Mos Blues and Pastor_Mora as well as last year’s winner Bruss Brussco (whose game KINMO has become a family favorite in our house). 13 Argentinian gaming clubs also cast their votes (ensuring that the games get played by many people in the first place), and there will be some kind of public facebook vote as well.
The award ceremony will take place at the Geek Out Festival in Buenos Aires on the 6th of May, where more than 1500 people are expected.
If you read Spanish, you can learn a lot about the Argentinian gaming scene on the Geek Out website. I find this initiative very impressive and commendable.

Note: If you have anything to share about new games from Latin America, please contact me. I will try to write about these games once in a while.