Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 22/2020

Argentinien

In Argentinien gibt es einen neuen Verlag namens Yovosgalo, der bisher zwei abstrakte Spiele in ansprechender Optik herausgebracht hat. Das ist einmal Daiku, das aus einem großen Spielfeld und je 27 Kugeln in schwarz und weiß besteht. Ziel ist es, aus den Steinen der eigenen Farbe drei Neunergruppen auf dem Spielfeld zu versammeln (das Spielfeld hat neun Sektoren zu drei mal drei Feldern). Abwechselnd setzt man Kugeln ein und bewegt sie dann, wobei man in manchen Phasen des Spiels seine eigenen, in anderen die gegnerischen Kugeln einsetzt.

Spiel Nummer zwei heißt Xángano und ist ebenfalls ein abstraktes Zweierspiel. Man hat vier sechseckige und nummerierte Steine auf dem Feld und versucht, sie ans andere Ende des Spielfelds zu bringen. Allerdings müssen die eigenen Steine immer in Kontakt miteinander bleiben (etwa wie bei Wabanti), in manchen Schwierigkeitsstufen müssen sogar die einzelnen Nummern an ihre jeweiligen Nachbarnummern angrenzen. Die Zahl der Züge gibt ein Würfel vor, und man bewegt sich in direkter Linie oder durch Springen über eigene Steine.

Der Autor beider Spiele heißt Adrián Cassi, und er hat sie gemeinsam mit Georgina Beacon gestaltet.

Guatemala

Aus Guatemala hatte ich ja noch nicht so viel berichten können. Jetzt gibt es wieder ein Projekt dort, das aber noch nicht veröffentlicht werden konnte, nämlich Devil Cat von Ivan Argueta und Kristen Solares (die auch die Gestaltung übernommen hat). Devil Cat ist eine böse Katze, die andere Katzen gefangen hält. Diese versuchen, auf verschlungenen Pfaden aus ihrem Gefängnis zu entkommen, indem sie sechseckige Plättchen mit Wegen vor sich auslegen und sich darüber fortbewegen. Die gefangenen Katzen versuchen auf diese Weise, in eine Ecke des Spielplans zu gelangen (oder einen der sogenannten Heilsfische zu erreichen), während Devil Cat versucht, sie zu fangen. Zwischendurch fliegen Bomben durch die Gegend und Chaos bricht aus.
Obwohl das Projekt weit vorangeschritten ist, ist eine Veröffentlichung noch unsicher. Die einschlägigen Crowdfunding-Plattformen sind für Guatemala nicht zugänglich und herkömmliche Spieleverlage scheint es vor Ort auch nicht zu geben, was eine der zusätzlichen Schwierigkeiten aufzeigt, die in Ländern ohne ausgeprägte Spieleinfrastruktur zu überwinden sind. Ich wünsche den Beteiligten viel Glück.

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung durch die Rechte-Inhaber*innen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.