Vorbericht zur Spiel Digital: SpielMr (Deutschland)

Jetzt komme ich doch nicht umhin, Euch mal einen deutschen Verlag vorzustellen. Dass ich mich hauptsächlich mit Spielen von anderen Kontinenten beschäftige, heißt ja nicht, dass ich mich für andere Sachen gar nicht interessieren würde. Und SpielMr aus Würzburg dürften bisher nur die wenigsten meiner geneigten Leser*innen kennen. Das sollte sich spätestens zur Spiel Digital ändern, wenn ich bitten darf.

SpielMr ist ein noch sehr junger Verlag, der im Juni 2020 sein erstes Spiel auf den Markt gebracht hat, und entsprechend auch noch nie in Essen zu finden war. Das Spiel heißt Partout, und ich habe es mehr oder weniger zufällig kurz nach Erscheinen schon in die Finger gekriegt (war ein Geschenk des Autors und Verlegers Adrian Dußler). Es gehört zum Genre der Spiele, bei denen man die Zahl seiner Stiche voraussagen muss, um erfolgreich zu punkten. Solche Spiele habe ich schon in meiner Kindheit gespielt, und das Genre ist weit verbreitet. Trotzdem bietet Partout Neues.

Partout von Adrian Dußler, SpielMr

Zuerst mal ist zu erwähnen, dass es sich hier um ein Teamspiel handelt – wie bei Tichu oder Bridge sitzen sich die Partner*innen jeweils gegenüber. Die Stichansage findet reihum statt, wobei die Ansagen beider Partner*innen zusammengezählt werden. Wer aufspielt, legt die Trumpffarbe fest, die oder der Zweite eine Trumpfzahl. Dann werden Stiche gespielt und man versucht, mindestens so viele Stiche zu ergattern, wie das Team angesagt hat. Es gibt keine Minuspunkte für das Verfehlen der Ansage, aber die Bonuspunkte für hohe Ansagen sind so verlockend, dass man sie unbedingt mitnehmen beziehungsweise der Gegenseite vermiesen möchte. Ein paar Sonderkarten bringen Würze und ein gutes Stück Unberechenbarkeit ins Spiel. Das mag zu Beginn recht zufällig wirken, ist in meinen Augen aber vor allem eine Übungssache.

Ich konnte Partout leider bisher nur zu dritt spielen; da spielt man ohne Partner*in, ein Stich besteht aber aus zwei Runden (man legt also je zwei Karten in einen Stich), was zu interessanten Möglichkeiten mit den Sonderkarten führt.

Mir gefällt Partout schon zu dritt sehr gut, und ich hoffe sehr darauf, demnächst mal eine Vierer- oder Sechserrunde spielen zu können. Notfalls auch über Tabletopia; ich hoffe, dass die digitale Umsetzung spätestens bis zur Spiel Digital fertig ist. Auch wenn meine Erfahrungen mit dem Spiel noch nicht für eine fundierte Rezension ausreichen, gibt es schon mal eine Empfehlung von mir – probiert es unbedingt mal aus, wenn Ihr Kartenspiele mögt, bei denen man selbst Superblätter nicht gelangweilt herunterspielen kann, weil man jederzeit auf Gefahren gefasst sein muss.

Eine Übersicht über alle meine Vorschauartikel zur Spiel Digital gibt es hier.

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