Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 15/2020

Ich wundere mich selbst: Diesmal bin ich zwar wegen eines Routerausfalls zwei Tage zu spät dran, aber dafür sind die Informationen über die nächsten Erweiterungen zu Der Kartograph vielleicht auch mal außerhalb meiner Nische interessant. Und natürlich gibt es noch einiges mehr zu lesen.

Brasilien

Cartógrafos: HeroisDer Kartograph ist wohl mittlerweile das hierzulande bekannteste Spiel aus Brasilien. Da wird es auch die eine oder den anderen interessieren, dass eine Standalone-Erweiterung angekündigt worden ist. Auf Portugiesisch heißt sie Heróis, was dann auf Englisch wohl zu Heroes werden dürfte. Diesmal ist es eine Zusammenarbeit zwischen Jordy Adan, dem Autoren des Grundspiels, und John Brieger. Das Illustratorenteam Lucas Ribeiro und Luis Francisco wird durch Davey Baker verstärkt. Mit der Erweiterung kommen Held*innen ins Spiel, die Monster zerstören können, außerdem neue Landkarten und neue Wertungskarten. Außerdem sollen drei sogenannte Map Packs erscheinen, das werden Mini-Erweiterungen sein, in denen weitere Landkarten und ein paar Karten enthalten sind. Für die englische Version bei Thunderworks ist für Herbst eine Kickstarter-Kampagne geplant, und man kann wohl davon ausgehen, dass auch Pegasus Spiele wieder mit von der Partie sein wird. In Brasilien erscheint Der Kartograph bei Grok Games.

Apropos Crowdfunding: Auf der brasilianischen Plattform catarse.me sind in den letzten Tagen gleich diverse Spielekampagnen erfolgreich zu Ende gegangen. Da wäre zum Beispiel Seven Galaxies, ein Living Card Game, bei dem man eins von sieben Weltraumvölkern spielt und gegen die anderen in die Schlacht zieht. Erfolgreich ist man dann, wenn man die Festung der anderen erobern kann. Seven Galaxies stammt von William Borba, und die Illustrationen vor allem von Robson Michel, Gomes Brown und Diego Machuca. Der Verlag heißt 7G Universe.

Ebenfalls erfolgreich war die Kampagne für Strained Kingdoms: Strifull von Carlos Nascimento und Adriel G. Silva. Das ist ein Zweierkartenspiel, das in einer Südamerika nachempfundenen Fantasy-Welt spielt (der Kontinent heißt charmanterweise Auslend). Auch hier geht es um Kämpfe, aber Strifull ist ein reines Zweierspiel. Man baut sich auf dem Tisch je drei Schlachtreihen aus Karten auf und versucht, die Verteidigung der Gegenseite zu durchbrechen. Karten haben Angriffs- und Verteidigungswerte und natürlich besondere Fähigkeiten. In künftigen Erweiterungen sollen die Kämpfe in anderem Gelände stattfinden. Der Verlag heißt Odyssey Studios und die Illustrationen stammen von Will Marconi und Miriã Razzo Marconi.

Nicht ganz so kriegerisch kommt das dritte Kartenspiel daher, das erfolgreich finanziert werden konnte, nämlich Micro Impérios von Adley de Oliveira (Caravana Jogos, Illustrationen von Dan Gouveia). Hier geht es darum, seine Ziviisation über drei Zeitalter aufzubauen. Dazu braucht man Einnahmen in Form von Ressourcen, die es einem ermöglichen, immer neue Karten in seine Auslage zu legen. Leider gönnen einem andere den Erfolg nicht, sodass man immer auf der Hut sein muss, dass einem keine technologischen Fortschritte gemopst werden.

Schließlich noch eine traurige Nachricht: Der Verlag Sherlock S.A. hat seine Auflösung angekündigt. Diesmal lag es nicht an schwindender Motivation, sondern an finanziellen Problemen, die durch einen größeren Laden verursacht wurden. Dieser hatte eine Menge Spiele bestellt, aber nicht bezahlt. Laut Aussage von Sherlock-Inhaber Thiago Ferri hatte dieses schon etwas zurückliegende Ereignis schon mehrere Verlage ruiniert, und nun hat auch er aufgegeben. Leider zeigt das, dass das Eis, auf dem sich viele Verlage bewegen, recht dünn sein kann – viele Reserven lassen sich für einen Kleinverlag nun mal nicht zurücklegen. Sehr schade.

Chile

In Serengeti: A Safari Board Game versucht man, Tiere in seinem Safaripark in Ostafrika anzusiedeln. Das ist gar nicht so einfach – wer möchte, dass sich die besonders populären Fleischfresser dort aufhalten, muss andere Tiere an sie verfüttern, aber diese Tiere möchte man natürlich am liebsten auch behalten. Am Ende jedes der vier Spieljahre kann man eine Safari veranstalten, bei der es reichlich Punkte gibt, wenn man bestimmte Tiere im Park hat. Da heißt es langfristig planen. Ich habe das Spiel auf Tabletopia ausprobieren können, und mir hat‘s ganz gut gefallen. Das wird sicherlich seine Fans finden. Autor ist Agustin Gomez Campero, der es demnächst im Eigenverlag auf den Markt bringen möchte. Illustriert hat es Carolina Correa.

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung durch die Rechte-Inhaber*innen.

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