Messevorschau 2019, Taiwan (Teil 5) – Mizo Games, Shepherd Kit, Monsoon Publishing, Swan Panasia

Mizo GamesSo, hier kommen die restlichen taiwanischen Verlage, die auf meine Anfragen geantwortet hatten. Übermorgen soll die offizielle Ausstellerliste erscheinen, da muss ich sehen, ob mir noch jemand durchgerutscht war.

TAIWAN

Mizo Games (5-I109) heißt nur zufällig so ähnlich wie MOZI Games, ist aber ein ganz Mizo Gamesanderer Verlag. Mizo hatte vor zwei Jahren das hochgelobte Spiel Raid on Taihoku von Teng Chieh-Ming herausgebracht, bei dem man gemeinsam versucht, einen Bombenangriff auf Taihoku (Taipei) heile zu überstehen. Raid on Taihoku soll 2020 neu aufgelegt werden. In der Zwischenzeit bringt Mizo Tengs Raid on Takao (€50) nach Essen. Takao ist der japanische Name für die zweitgrößte Stadt in Taiwan, nämlich Kaohsiung. Das Szenario ist ähnlich: Die Spieler*innen versuchen, gemeinsam zu überleben, müssen also Wasser, Essen und geschützte Orte finden, bis die Bombardierungen vorüber sind. Dabei gibt es verschiedene Szenarien. Wenn jemand Shepherd Kit, Mizo Gamesumkommt, verliert die Gruppe das Spiel. Vermutlich wird es wieder ein deprimierendes, aber packendes und sehr wirklichkeitsnahes Spiel werden. Frenemy Pastry Party (€19) stammt von Jesse Li. In diesem Spiel backt man Kuchen. Leider hat man dafür normalerweise nicht genügend Zutaten, muss also andere Spieler*innen um Hilfe bitten. Helfen diese mit Zutaten aus, bekommen auch sie Punkte, vorausgesetzt, man bekommt alle Zutaten zusammen. Die Formosa-Erweiterung für Fireball Island, die Mizo Games sehr erfolgreich schwarmfinanziert hat, darf von ihnen in Deutschland leider nicht vertrieben werden.

Shepherd Kit (5-E112) teilt sich wie im letzten Jahr einen Stand mit The Wood Games, über die ich in einer früheren Folge schon berichtet hatte. Meiner Erinnerung nach war Ocean Crisis (€35) schon letztes Jahr präsentiert worden, aber jetzt ist es fertig. In diesem Spiel kämpfen die Spieler*innen gemeinsam gegen die Plastikverschmutzung der Ozeane an, indem sie sowohl Strände oder das Meer von Plastikmüll säubern als auch für die Müllvermeidung eintreten, und zwischendurch versuchen, Meerestiere zu retten. Frontline Defence ist für €18 zu haben und ist eine eigenständige, einfachere Version von Ocean Crisis, die schneller gespielt ist und sich auch an jüngere Spieler*innen richtet. Aber auch hier muss die Gruppe versuchen, sechs Runden lang die totale Plastikkatastrophe zu verhindern. Für einen Inselstaat wie Taiwan ist dieses Thema natürlich zentral, und ich habe den Eindruck, als ob Spiele mit ökologischen Themen mittlerweile aus der Ecke der langweiligen Lernspiele heraustreten würden. Beide Spiele stammen von Chen Jhao-Ru, Hsien Pu Ran und Chi Wei Lin. Im dritten Spiel von Shepherd Kit, Rangers of the Protection Forest (€30) ist auch noch Lee Wei Hsuan mit an Bord, und auch dieses semi-kooperative Spiel widmet sich einem Ökologie-Thema, nämlich diesmal dem Wald. Die Spieler*innen versuchen, diesen wieder aufzuforsten, indem sie Setzlinge sammeln und damit Waldplättchen bepflanzen. Alle Spiele von Shepherd Kit können hier vorbestellt werden (auch diverse aus älteren Jahrgängen).

Monsoon Games bringt keine neuen Spiele mit, hat aber trotzdem einen Stand (5-H103). an dem es die älteren Titel Iberian Rails (€40) und Warriors of Jogu (€30) zu kaufen gibt. Zu Iberian Rails ist auch das Promo Pack zu bekommen (€5), allerdings nur auf Vorbestellung. Der Link dafür ist hier. Alle Spiele von Monsoon Publishing stammen von Tony Chen.

Swan Panasia mag vielen deutschen Spielefans vor allem durch ihre Sleeves bekannt sein. Aber in Taiwan sind sie auch ein größerer Spieleverlag. Wie immer sind sie an mehreren Ständen vertreten. Am Stand 5-E130 findet Ihr Island Project von Tu Yi-An, Wu Wei-Chung, Hsu Hung-Chih und Lan Kung-Yu. In ferner Zukunft sind durch die globale Erwärmung die Meeresspiegel angestiegen und es gibt nur noch Lebensräume. Findige Leute haben es allerdings geschafft, Vulkane im Meer einigermaßen gezielt ausbrechen zu lassen, sodass aus der erkaltenden Lava neues Land entsteht. Die Spieler*innen versuchen nun, solche neuen Inseln zu besiedeln – lästiger Konkurrenz kann man dabei gegebenenfalls mit weiteren Vulkanausbrüchen beikommen. Apartes Thema, würde ich sagen – und dass Umweltschutz und Klimakatastrophe zu wichtigeren Spielinhalten werden dürften, zeichnet sich auf dieser Messe schon ab. Der Preis für Island Project wird bei rund € 25 liegen.

Swan Panasia, Mizo GamesSpeed Beating stammt von Kuraki Mura und Lin-Yen Kuang und soll ungefähr 20 Euro kosten. Dafür bekommt man allerdings auch einen Hammer und eine Pfanne. Wozu? Weil Personenkarten aufgedeckt werden, auf denen jeweils ein Teil des Gesichts rot und einer blau ist. Wer merkt, dass er das rote Merkmal aufweist, greift sich den Hammer und versucht, jemanden damit auf dem Kopf zu schlagen, der oder die das blaue Merkmal aufweist. Wer das blaue Merkmal aufweist, kann allerdings schnell zur Pfanne greifen, um sich zu verteidigen. Zumindest Kuraki Mura war um bizarre Ideen ja noch nie verlegen. Erfolgreiche Schläge geben Punkte, wie im richtigen Leben. Aber anders als dort ist der Hammer in Speed Beating aufblasbar.

Kuraki Muras wahrscheinlich bislang bekanntestes Spiel war Happy Pigs, das ja auch in diversen anderen Verlagen erschienen ist. Nun kommt eine Kartenspielversion namens Happy Piggys heraus. Wieder geht es darum, möglichst erfolgreich Schweine zu züchten und damit reich zu werden.

Jetzt wird’s noch ein bisschen kompliziert: Es gibt nämlich noch ein weiteres Spiel von Swan Panasia, aber vermutlich gar nicht an deren Stand, sondern an dem von Smiling

Bodyguard. Vielen Dank an Stefan Zlatintsis für das Foto.

Monster Games (2-D131). Das Spiel heißt Bodyguard und stammt von Alvin Tan HG. Darin kämpft ein Präsident ums Überleben. Zunächst erklärt er eine Person zu seinem Bodyguard und die anderen zu Attentäter*innen. Letztere müssen ihn gemeinsam töten, er will überleben (und der Bodyguard will das auch) – doch es bekommt immer eine Person 2 Punkte pro Runde, die anderen maximal einen. Darum versuchen alle, sich für den 2-Punkte-Coup in Position zu bringen. Bodyguard soll 12 Euro kosten.

Eventuell wird es zum gleichen Preis auch noch Monster Arena von Lin Zhenyou geben, das letztes Jahr schon auf Chinesisch erhältlich war. Darin schickt man Monster in einer Arena. Man muss dazu versuchen, möglichst schlagkräftige Monsterkombinationen zu bilden, und in aussichtslosen Momenten auch mal einen Rückzieher zu machen.

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung durch die Rechte-Inhaber*innen.

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