Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 2/2019

Argentinien

Sucesos Argentinos (Argentinische Ereignisse) war ein Spiel von 2016, das sich in seinem Konzept an Chronology/Anno Domini/Timeline anlehnt. Das heißt, es gibt Karten mit Ereignissen, bei denen auf der Rückseite das Jahr aufgeführt ist. Ziel ist es, die Karten in eine korrekte Abfolge einzufügen. Sucesos Argentinos unterscheidet sich von den anderen, indem es eine Drafting-Komponente einbringt. Man legt nämlich seine eigene Chronologie aus, zieht die Karten dafür aber aus einem gemeinsamen Pool. Abgesehen davon enthalten die Karten natürlich Ereignisse aus der argentinischen Geschichte. Nun ist eine neue (Erweiterungs-)Ausgabe zu den Themen Wirtschaft und Gesellschaft erschienen, und eine dritte ist offenbar ebenfalls in Vorbereitung. Sucesos Argentinos stammt von Guido D. Cegarra und wurde von Santiago Rodríguez illustriert. Der Verlag heißt AA Lúdica.

Brasilien

Während es in Deutschland unerklärlicherweise als unverzichtbar gilt, den Buchstaben X grundsätzlich zu verdoppeln, scheint das in Brasilien nicht notwendig zu sein. Dort ist nun ein Partyspiel namens Quix! erschienen, das von Marco Aurélio Tayt-son stammt. In diesem Spiel wird jede Runde eine Buchstabenkarte aufgedeckt. Anschließend würfelt man mit einem Würfel, der eine Handlungsanweisung anzeigt. Letztlich geht es darum, schnell Wörter in einer ausgelosten Kategorie zu finden, die mit dem aktuellen Buchstaben anfangen. Wie das aber abläuft, ist von Runde zu Runde verschieden. Mal raten alle durcheinander, mal geht es reihum, wobei jede*r im Alphabet einen Buchstaben weiterrückt, mal gibt es Duelle zwischen zwei Leuten, und so weiter. Wer Punkte macht, läuft auf einem Spielplan voran. Auf bestimmten Feldern bekommt man Heureka-Karten, mit denen man auch noch in die Spielzüge anderer eingreifen kann. Wer zuerst das Ende des Spielfelds erreicht hat, gewinnt. Erschienen ist das ganze bei TGM Editora, und illustriert wurde es von Guilherme Marques.

Wie wird man neue Oberhexe, wenn die alte Oberhexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde? Indem man das Städtchen, in dem ihr das angetan wurde, in Schutt und Asche legt. Triora – Cidade das Bruxas (Triora – Stadt der Hexen) von Michael Alves wurde letztes Jahr schwarmfinanziert und kommt nun in einer zweisprachigen Version (englisch/portugiesisch) bei  Arcano Games und Meeple BR Jogos heraus. Die Spielerinnen wetteifern darum, die kleine Stadt Triora möglichst umfassend zu zerstören. Dabei setzen sie auf den Beistand der noch herumspukenden alten Oberhexe, während sie sich gleichzeitig vor der Inquisition in Acht nehmen müssen. Der reale Ort Triora, der in Norditalien nahe der französischen Grenze liegt, war 1587-1589 der Schauplatz der letzten Hexenprozesse in Italien. Der thematische Ansatz des Spiels ist allemal ungewöhnlich – die in der Frühen Neuzeit als Hexen verfolgten und ermordeten Frauen waren ja völlig unschuldig Opfer von Aberglauben und Frauenfeindlichkeit geworden. Das Spiel dreht den Spieß nun sozusagen um und bestraft die eigentlich Schuldigen wiederum mit Hexenkraft. Die Gestaltung stammt von Marcelo Bissoli. Außerhalb von Brasilien soll Triora von Grey Fox Games vertrieben werden.

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung durch die Rechte-Inhaber*innen.

 

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