Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 2/2019

Argentinien

Sucesos Argentinos (Argentinische Ereignisse) war ein Spiel von 2016, das sich in seinem Konzept an Chronology/Anno Domini/Timeline anlehnt. Das heißt, es gibt Karten mit Ereignissen, bei denen auf der Rückseite das Jahr aufgeführt ist. Ziel ist es, die Karten in eine korrekte Abfolge einzufügen. Sucesos Argentinos unterscheidet sich von den anderen, indem es eine Drafting-Komponente einbringt. Man legt nämlich seine eigene Chronologie aus, zieht die Karten dafür aber aus einem gemeinsamen Pool. Abgesehen davon enthalten die Karten natürlich Ereignisse aus der argentinischen Geschichte. Nun ist eine neue (Erweiterungs-)Ausgabe zu den Themen Wirtschaft und Gesellschaft erschienen, und eine dritte ist offenbar ebenfalls in Vorbereitung. Sucesos Argentinos stammt von Guido D. Cegarra und wurde von Santiago Rodríguez illustriert. Der Verlag heißt AA Lúdica.

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Von Flöhen und Chamäleons

In den Neunzigern des vergangenen Jahrhunderts war ich gelegentlich übers Wochenende mit einer Studierendengruppe übers Wochenende unterwegs. Auf diesen Wochenenden wurde auch gespielt. Insbesondere wurde „gewaltert“ (Der Wahre Walter), aber zwischendurch kam auch immer wieder ein mir bis dahin völlig unbekanntes Spiel namens Chamäleon von Wolfgang Großkopf auf den Tisch, ein cleveres kleines Spiel für vier Personen, das auf Schach basierte, aber auch uns Nicht-Schachspieler*innen viel Spaß bereitete. Ich versuchte später immer mal, selbst an ein Exemplar zu kommen, was mir aber erst viele Jahre später gelang, als das Internet soweit war. Dieses Exemplar hat bisher jeder Sammlungverkleinerung widerstanden, einfach aus nostalgischen Gründen, obwohl ich mein eigenes Exemplar nie gespielt habe.

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Die Katze rafft es nicht.

Belratti kommt weder aus fernen Ländern, noch ist es ein wirklicher Geheimtipp. Der Sieg im Hippodice-Wettbewerb wird zwar außerhalb der Fachwelt normalerweise eher wenig beachtet, aber der Gewinn der Fairplay-Scouting-Wertung auf der Messe in Essen ließ doch ein paar Leute aufhorchen. Und auch bei uns ist das Spiel sehr gut angekommen. Darum will ich ihm hier ein paar Zeilen widmen.

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Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 1/2019

Willkommen im neuen Jahr. Ich habe mir vorgenommen, die regelmäßigen Übersichtsartikel jeden ersten und dritten Montag im Monat beizubehalten. Aber ich nummeriere jetzt einfach durch, das ist einfacher für mich. Los geht’s!

Argentinien

Nachdem ich jahrzehntelang kein Schachspiel mehr in der Hand gehabt hatte, bat mich neulich aus heiterem Himmel jemand darum, ihr das Spiel beizubringen. Im Wesentlichen konnte ich das noch, und ich kann eine gewisse Faszination für Schach nicht verhehlen, obwohl ich doch im Allgemeinen eher ganz andere Spiele bevorzuge. Aber an Schach ist eine Sache doch toll: Auf der ganzen Welt gibt es eine Menge Fans, und so hat Schach auch eine Art völkerverbindende Funktion, ähnlich wie zum Beispiel Fußball. Aber Schach ist eben nur für zwei Leute, was dann doch ein großer Unterschied ist. Und so gibt es immer wieder Versuche, Schachvarianten für mehr Leute herauszubringen. Alex „Vikingoviejo“ Schmidt aus Buenos Aires ist nicht der erste, der sich an Schach für vier Leute versucht, aber er stellt erstens schöne Spiele her und hat zweitens in seinem Spiel Der Hügelkönig ein zusätzliches Element eingebaut. In der Mitte des Spielfeldes befindet sich ein Hügel, und das Spielziel ist es, den eigenen König auf diesen Hügel zu ziehen. Das Spiel ist aus variablen Elementen zusammengesetzt und es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, das Spielfeld aufzubauen. Weiterlesen

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Frohe Weihnachten!

Liebe Leser*innen,
leider hat es heute für einen Artikel nicht gereicht, ich hatte einfach zu viele andere Sachen um die Ohren. Und zwischen den Jahren lege ich wie üblich eine Blogpause ein. Es schadet mir sicher nicht, mal ein bisschen zur Ruhe zu kommen. Ich hoffe, Ihr lest auch 2019 wieder mit. Bis dann!
Hilko von Du bist dran!

P.S.: Weitere Weihnachtskrippen findet Ihr hier auf Boardgamegeek.

 

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Von Schlangen, Leitern und RAGE

Am 15. und 16. Dezember findet im mexikanischen Guadalajara RAGE (Roll a Game Expo) statt, ein recht groß angelegtes Projekt, das wohl Mexikos erste richtige Spielemesse werden dürfte. Um die Verlage und Autor*innen zu überzeugen, vor Ort zu sein, wurde ein mexikanischer Spielepreis ins Leben gerufen, der in verschiedenen Kategorien verliehen werden soll. Eine Jury trifft die Auswahl, aber einen Publikumspreis soll es auch geben. In Essen hatte ich schon die Gelegenheit, ein Modell der Trophäe zu bestaunen, nämlich die Quetzalera (englisch: Quetzaladder). Das ist ein Wortspiel aus Quetzalcoatl und Escalera, wobei Quetzalcoatl eine mittelamerikanische Schlangengottheit ist und Escalera Leiter heißt – Ihr kennt vielleicht „Snakes and Ladders“, das klassische Leiterspiel. Die Schlange windet sich also durch eine Leiter.

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Neue Spiele aus Lateinamerika, Dezember 2018

Brasilien

Bei K&M Jogos ist soeben Treta do Anzol von Mário Sérgio und Rodrigo Sampaio Rodriguez erschienen (letzterer tritt hier unter dem Namen Rodrigo Zuzu auf). Ganz lose übersetzt heißt der Titel “Angelhakenstreiche”. Bei diesem verrückten Angelturnier streiten sich die Mitglieder einer Familie darum, wer die besten Fische angelt. Leider angelt man aber immer wieder andere Sachen, vom Monster bis zur Meerjungfrau, und wenn doch mal Fische dabei sind, muss man sie vor Katzen und missgünstigen Verwandten schützen. Für die anderen gehört man natürlich selbst in diese Kategorie, und so haut man sich nach Kräften gegenseitig in die Pfanne. Nur wer am Ende die meisten Fische hat, kann den Wettstreit gewinnen. Illustriert hat das Ganze Douglas Duarte. Weiterlesen

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Unser Spiel Nummer 1 von der Messe

Von der Messe in Essen bin ich mit rund 35 neuen Spielen zurückgekommen. Dabei waren einige, auf die ich besonders heiß war und bin, die ich aber noch nicht spielen konnte; andere, die nicht ganz oben auf meiner Liste standen, die ich aber ausprobiert und für gut befunden habe. Und dann war da noch Match Me! What Color is That? Dieses Spiel hatte ich kaum auf der Rechnung, ich hatte es sozusagen als Dreingabe für die Übersetzung von Realm of Sand bekommen und ich hatte das Gefühl, dass EmperorS4 es selbst ein bisschen stiefmütterlich angepriesen hat – kein Wunder angesichts der von vielen heiß erwarteten Zugpferde Realm of Sand und Walking in Burano.
Und jetzt, rund einen Monat später, ist Match Me! mit derzeit 44 Partien mit Abstand mein meistgespieltes Spiel von der Messe, und nach The Mind auf dem zweiten Platz meiner meistgespielten Spiele des 2018er-Jahrgangs. Wie kam es nur dazu?

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Neue Spiele aus Lateinamerika, November 2018 (Teil 2)

Argentinien

Criaturas y Cristales heißt – vermutlich eher wenig überraschend – “Kreaturen und Kristalle”, was vielleicht schon eine erste Vorahnung davon geben könnte, worum es in diesem Spiel geht. Es ist ein kartenbasiertes Fantasyspiel von Martin Venturini, das 1-5 Leute  wahlweise kompetitiv oder kooperativ spielen können. Man spielt einen Charakter, den man im Laufe des Spiels über Märkte und durch Tempel hetzt und dort mit Fertigkeiten und Ausrüstung zu verbessern trachtet, um sich in einer feindlichen Welt durchzusetzen. Das beinhaltet aber eben nicht nur den Kampf gegen böse Monster, sondern auch die Auseinandersetzung mit anderen Charakteren in einer speziellen Arena, wo man unter Beweis stellen kann, dass man besser ist als die anderen. Criaturas y Cristales erscheint bei 3D Fantasy in gleich drei verschieden teuren Ausstattungen, jeweils illustriert von Emmanuel Bou und gestaltet von Daiana Diaz. Weiterlesen

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Globale Politik und lokale Bilder

Während einer Überlandtour von Indien nach Deutschland habe ich Anfang 1995 auch den Iran durchquert. Von den vielen Ländern, die ich bereist habe, gehörte der Iran dabei sicher zu denjenigen, die mich am meisten überrascht haben. Überrascht nicht nur, weil er sich so enorm von dem Bild unterschied, das man zu dieser Zeit gemeinhin in Deutschland hatte (und vielleicht heute noch hat), sondern auch von dem Iran, das in unserem damals knapp zwei Jahre alten Reiseführer beschrieben war. Vor allem aber, weil ich beim Übergang aus Pakistan nach Iran so ein ganz klein wenig das Gefühl hatte, von Asien nach Europa zu kommen (sicher mehr als später irgendwo in Istanbul).
Im Iran fiel es uns damals im Großen und Ganzen leicht, mit fremden Leuten in Kontakt zu kommen (auch deshalb, weil recht viele Leute gut Deutsch konnten). Aber es waren natürlich Zufallsbegegnungen. Wie gern hätte ich damals schon die Gelegenheit gehabt, einfach in ein Spielecafé zu gehen und mit den Einheimischen zu spielen! Im unwahrscheinlichen Fall, dass ich in meinem Leben noch einmal in den Iran reisen kann, werde ich das aber ganz sicher nachholen wollen, denn mittlerweile sind solche Cafés offenbar einigermaßen verbreitet.

Wie ich darauf komme? Das liegt an Bruno Faidutti und Alireza Lolagar. Bruno Faidutti dürfte hier den meisten ein Begriff sein, eventuell wegen seines Blogs, zumindest aber für seine Spiele, und davon sicherlich zuallererst für Ohne Furcht und Adel (international als Citadels bekannt). Vor einigen Wochen hatte Faidutti angekündigt, dass dieses legendäre Spiel nun im Iran mit neuer Grafik aufgelegt würde.

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