Neue Spiele aus Lateinamerika, 8/2019

Heute geht’s hauptsächlich ums Essen. Vor allem um ungesundes.

Brasilien

Und weiter geht es mit ein paar Neuigkeiten von DOFF:
Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 8/2019Fertig produziert und ausgeliefert ist mittlerweile Sobrevivência na Amazônia von Roberto Tostes, das voriges Jahr auf den letzten Drücker schwarmfinanziert worden war. Bei DOFF lag es nun erstmals auf dem Tisch. Vom bizarren Singspiel Pablo gab es dagegen eine komplett neugestaltete und überarbeitete Ausgabe zu bewundern. In diesem Partyspiel von Marcos Mayora und Kevly Ciesca geht es darum, singend Wortkarten loszuwerden, wobei die anderen Spieler*innen in den Gesang mit einsteigen können, wenn ihre eigenen Wortkarten auftauchen. Erschienen ist die neue Auflage bei FunBox Jogos, die sich von Mandala/grok abgespalten haben und nun wieder eigenständig agieren. Weiterlesen

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Denken wie die Tiere

Da mein Budget für neue Spiele vergleichsweise klein ist, habe ich nicht die Möglichkeit, mir alle Nase lang Spiele aus Japan oder anderen fernen Ländern zu bestellen, auch wenn mein Blog diese Vorstellung vielleicht nahelegt. Ich bin vielmehr auf die Messe in Essen angewiesen, wenn ich was kaufen will (und hier und da bekomme ich Belegexemplare für Rezensionen oder Übersetzungen). Aber an die meisten Sachen, von denen ich höre und die ich spannend finde, komme ich auch nicht ran. Umso größer ist dann die Freude, wenn mir aus heiterem Himmel jemand bei Boardgamegeek ein von mir seit längerem neugierig beäugtes Spiel im Tausch gegen ein anderes anbietet, das ich nicht mehr brauche. Auf diese Weise bin ich zu Animal Mind gekommen, das ich Euch heute ein bisschen näherbringen möchte.

Animal Mind Weiterlesen

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Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 7/2019

Brasilien

Am Wochenende fand in São Paulo die wahrscheinlich größte reine Spieleveranstaltung Südamerikas statt, nämlich Diversão Offline (oft als DOFF abgekürzt. Auf Deutsch bedeutet es soviel wie „Offline-Spaß“). Da gaben sich viele Verlage die Ehre, und natürlich wurden auch einige neue Spiele vorgestellt. Hier kommt eine kleine Übersicht über die Sachen, die ich so mitbekommen habe, ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit.

Viel Aufmerksamkeit fand die Verleihung der Ludopedia-Preise. Ludopedia ist so eine Art brasilianisches Boardgamegeek, komplett auf Portugiesisch. Für Leute, die das nicht beherrschen, ist es nicht ganz einfach zu durchschauen, aber ich informiere mich da ab und zu über Neuerscheinungen, und dafür ist die Seite sehr wertvoll. Diese Seite vergibt den wichtigsten Spielepreis in Brasilien, und zwar jeweils für Spiele aus dem vergangenen Kalenderjahr, also diesmal für 2018. Die Preise wurden in mehreren Kategorien verliehen. Für dieses Blog ist die Kategorie der Spiele brasilianischer Autor*innen am interessantesten, die sowohl von einer Jury als auch vom Publikum gewählt wurden, die sich aber auch weitgehend einig waren.
Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 7/2019: Futboard Weiterlesen

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Risiko und Belgisch Kongo

Die Demokratische Republik Kongo ist ein Staat mit vielen Problemen. Nach zwei großen Kriegen (und einem, der noch andauert), liegen Staatswesen und Infrastruktur völlig am Boden, ein nennenswertes Bildungs- oder Gesundheitswesen existieren nicht, und die Lebenserwartung liegt bei weniger als 60 Jahren. Ein Großteil der Bevölkerung ist unterernährt.
Noch viel schlimmer war die Situation wohl in der Zeit, als der Kongo eine Privatkolonie des belgischen Königs Leopold II. war. Selbst nach den Maßstäben der Kolonialzeit beutete der König das Land besonders grausam aus. Schätzungen gehen davon aus, dass das Land zwischen 1880 und 1920 die Hälfte seiner Bevölkerung, rund 10 Millionen Menschen, verlor. Mit der Umwandlung in eine offizielle belgische Kolonie wurde die Situation nur etwas besser, und Belgien entließ das Land 1960 deutlich unfreiwillig in die Unabhängigkeit und mischte sich weiterhin in die kongolesische Politik ein.

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Jagdszenen in Las Vegas

Ich war noch nie in Las Vegas und habe auch keinen großen Ambitionen, das zu ändern. Auch das gleichnamige Spiel* von Rüdiger Dorn habe ich nie gespielt, obwohl es ja immer wieder sehr gelobt wird. Gemeinhin reizen mich Würfelspiele einfach nicht so besonders. Es gibt zwar eine ganze Menge Ausnahmen, aber mein Drang, alles, was in dem Genre herauskommt, testen zu wollen, hält sich ziemlich in Grenzen. Als ich vom Verlag Hobby Japan in Nürnberg ein Exemplar ihres Spiels Dice Age: The Hunt in die Hand gedrückt bekam und es bald darauf ausprobierte, waren mir deshalb die Parallelen zu Las Vegas nicht gleich klar und ich musste mich erst darauf aufmerksam machen lassen. Und in der Tat, der grundlegende Mechanismus ist sehr ähnlich; es liegt auf der Hand, dass Autor Toshiki Sato sich bei der Entwicklung von Las Vegas hat inspirieren lassen. Andererseits sind die Unterschiede auch wieder so groß, dass Dice Age: The Hunt einen eigenständigen Blick lohnt. Dafür habt Ihr ja mich.

Dice Age: The Hunt

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Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 6/2019

Nachdem ich von einer längeren Krankheit außer Gefecht gesetzt war, komme ich jetzt hoffentlich langsam wieder in die Spur. Ich habe wahrscheinlich ein paar lateinamerikanische Neuerscheinungen verpasst, aber einige habe ich auch gefunden. Ich will auch versuchen, ein paar von den verpassten Sachen nachzureichen. Aber erstmal viel Spaß mit der heutigen Folge.

Argentinien

Die Älteren unter Euch werden sich erinnern, dass es vor langer Zeit mal Filmdosen gab, meist schwarze, fest verschließbare Plastikdosen, in denen Filme verkauft wurden. Aus diesen Dosen konnte man allerhand machen. In den Achtzigern und Neunzigern stieß ich verschiedentlich auf Hör-Memory-Spiele, bei denen diese Dosen paarweise mit irgendwelchen Sachen befüllt wurden und man dann durch Schütteln herausfinden musste, was drin ist und sich merken musste, wo es steht. Das war meist sauschwer. Eine ähnliche Idee zur Abwandlung des altbekannten Memory-Prinzips hatte Maximiliano Carrizo für sein Spiel Memotoc. Es besteht aus kleinen Plastikdeckeln, in deren Innerem man verschiedene Materialien und Oberflächen fühlen kann, ohne sie zu sehen. Nur mit dem, was die Finger spüren, muss man nun versuchen, Paare zu finden. Carrizos Spiel erscheint nun im Verlag Evos Juegos y Juguetes. Weiterlesen

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Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 5/2019

Argentinien

Super Plato ist ein Spiel für kleinere Kinder, bei dem es um gesundes Essen geht. In der Schachtel sind Karten und Plättchen, deren Vorderseiten gleich aussehen. Auf der Rückseite der Karten gibt es allerdings einfache Aufgaben für die mitspielenden Kinder. Es sind zwei Spielmodi enthalten, eins für Kinder ab drei und eins für Kinder ab fünf. Im ersteren spielen die Kinder nach einfachen Regeln die Aktionen auf ihren Karten durch. Im zweiteren kommt ein Memory-Element ins Spiel, denn nun benennen die Kinder ihre Karten und müssen dann das zugehörige Plättchen aufdecken. Bei Erfolg dürfen sie wiederum ihre Aufgaben erfüllen, und wer zuerst alle eigenen Karten durch hat, gewinnt. Super Plato stammt von Shannon Conly, ist von Shannon Conly und Belén Berri illustriert und bei Multiverso erschienen. Weiterlesen

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Morde durch Stiche aufklären

Ich will jetzt nicht in den Verdacht geraten, dem flächendeckenden Einsatz von Überwachungskameras das Wort zu reden, aber es gibt so Orte, wo einem dadurch eine Menge Ärger erspart würde. So ein Ort ist das Crime Hotel von Susumu Kawasaki, das letztes Jahr in Essen bei Happy Baobab erschienen ist. In diesem Hotel verstecken sich nämlich in einer einzigen Nacht nacheinander gleich drei Mörder*innen!

Ich finde das Fragezeichen sehr gelungen.

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Neue Spiele aus Lateinamerika, Teil 4/2019

So langsam kommen wieder mehr Meldungen rein, und auch wenn ich zeitlich immer noch etwas unter Druck bin, möchte ich Euch ein paar Neuheiten nicht vorenthalten. Wie so oft in meinen alphabetisch sortierten Artikeln beginne ich in

Argentinien.

Dort stehen mittlerweile die Kandidatenspiele für den Premio Alfonso X fest. Wer mein Blog seit längerem kennt, weiß, dass meine erste Recherche zu diesem Preis so eine Art Initialzündung war, die mein Interesse an lateinamerikanischen Spielen erst so richtig entfacht hat. Während 2017 und 2018 jeweils 9 Spiele angetreten waren, sind es dieses Jahr nur acht, aber ich freue mich, dass ich mittlerweile so viel Überblick habe, dass ich sieben davon schon hier im Blog erwähnt habe und das achte schon auf der Liste für einen der nächsten Artikel stand. Und zwei habe ich auch schon gespielt. Ich mache hier deshalb diesmal nur eine ganz kurze Vorstellung und verweise ansonsten auf die entsprechenden älteren Artikel.

BallotageBallotage von Diego Barderi und Francisco Rossetto ist eins der beiden Spiele, die ich schon gespielt habe, aber leider bisher nur einmal, und mit der nicht ganz idealen Zahl von drei Spieler*innen. Ich hoffe auf mehr, denn mir hat es durchaus Spaß gemacht. Es ist ein Wahlspiel mit einer echten Urne, ein paar eingängigen, aber nicht trivialen Mechanismen, mithilfe derer man versucht, die eigenen Politiker*innen an die Spitze zu bringen. Weiterlesen

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Auf und ab.

Ich bin noch lange nicht durch den gesamten Stapel an Essen-Neuheiten 2018 durch. Aber einige Spiele habe ich auch schon diverse Male gespielt, und sie kommen immer mal wieder auf den Tisch. So eins ist Spring Rally von H. J. Kook.

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