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Beipu

Mit diesem Prügel werden die nebenstehenden Zutaten zermahlen.

Beipu ist ein Dorf in den Bergen nicht allzu weit von Hsinchu entfernt, insbesondere von dort aus also für einen Tagesausflug geeignet (es fahren auch Busse). Der Ort ist heute in ganz Taiwan für seinen außergewöhnlich guten Tee bekannt. In vergangenen Zeiten reisten Teehändler selbst aus weit entfernten Gegenden Asiens an, um hier Tee einzukaufen. Wer sich auf das Geschmackserlebnis dort einlässt, wird schnell verstehen, warum. Unter anderem habe ich dort den wohl besten grünen Tee meines Lebens getrunken. Als ich in der darauffolgenden Saison allerdings mehr davon wollte, stellte ich fest, wie klimaabhängig auch Tee doch ist. Wegen des besonders trockenen Wetters in jenem Jahr war die Teeernte recht mager ausgefallen. Das trieb nicht nur die Preise in die Höhe, sondern der Tee war im Vergleich zum Vorjahr schon fast enttäuschend (natürlich noch immer sehr lecker, aber eben nicht mehr so, dass ich dachte, ich schwebe).

Für die Einheimischen ist Beipu heute vor allem wegen einer speziellen Teezubereitung bekannt, nämlich für den lei cha (in der lokalen Hakka-Sprache klingt das allerdings eher wie "loi tsa"). Um diesen zu genießen, reist Ihr am besten in einer kleinen Gruppe an, es ist nämlich eine ziemliche Knochenarbeit.

So geht's.Nicht schön, aber lecker.

Zuerst werden die Teeblätter in einem großen Mörser mit viel Muskelkraft zu einem feinen Pulver vermahlen. Dann kommen nach und nach andere Zutaten dazu, die jeweils öliger sind als die vorangegangenen, nämlich zuerst Sesam, dann Pinien- und Kürbiskerne und schließlich Erdnüsse. Sie werden jeweils mit dem Tee zusammen zermahlen. Am Ende kommt nicht nur heißes Wasser drauf, sondern es werden auch noch Puffreis und süße rote Bohnen (die in Taiwan allgegenwärtig sind) hineingegeben (unzermahlen). Das Resultat schmeckt erstaunlich prima. Ob der Geschmack den enormen Aufwand wirklich wert ist, müsst Ihr selbst entscheiden. Spaß hat die Plackerei aber jeweils allemal gemacht.

Noch etwas, was ich nur in Beipu gesehen habe, war kalt aufgegossener Tee, der vier Stunden lang im Kühlschrank zieht. Auch nicht schlecht. Da gibt es also noch viele Möglichkeiten.

Im Dorfzentrum ist an Wochenenden richtig was los.