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Kammern, bitte und Schläuche, danke.

Sunday, February 10th, 2008

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Ich bin Euch noch die Fortsetzung des Donnerstags schuldig, als wir zu Hause auf den Austausch der Herzkammer(n) gewartet hatten. Nach der Mittagspause bin ich ins Klinikum gefahren, wo ich dann erfuhr, dass ein anderes Kind in Miriams Zimmer (sie ist erneut vorübergehend in ein Viererzimmer verlegt worden) operiert würde und ich vor fünf wohl nicht rein könnte. Es sei aber alles bestens, Miriam gehe es prima, sie quatsche schon wieder die ganze Station voll. Um halb sechs musste ich wieder arbeiten, also habe ich nicht abgewartet, sondern bin wieder nach Hause gefahren, um noch dies und jenes zu erledigen. Ein Tag, an dem wir in Göttingen sind, aber nicht zu Miriam können, ist aber trotzdem doof.

Am nächsten Tag hatte ich entsprechend Sehnsucht nach ihr und bin freudig hingefahren. Man merkt im Moment eigentlich schon beim Durchschreiten der Stationstür, ob Miriam gerade schläft. Das tut sie ziemlich genau dann, wenn man nach drei Sekunden ihre Stimme noch nicht gehört hat. Jeden Tag hat sie neue Wörter auf Lager, manche nur beim direkten Nachsprechen, aber auch immer mal wieder was spontan. Auch an ihren Manieren arbeitet sie dabei, wie folgendes Filmchen belegt:

Nach einer Weile kam dann der Herzchirurg zu mir, der am Vortag die Herzkammer ausgetauscht hatte. Er ist ein Veteran auf seinem Gebiet und jemand, der sich wohl nicht so sehr leicht aus der Ruhe bringen lässt. Er sagte mir dann, der Eingriff sei ja „ziemlich aufregend“ gewesen, was mich erstmal überraschte. Wie ich dann bei genauerem Hinsehen auch bemerkte, hatten zwei der Schläuche, die aus Miriam herauskommen, gekürzt werden müssen. Der eine sei nämlich defekt gewesen. Ich hätte dem unter Umständen gar nicht so eine große Bedeutung zugemessen, wenn nicht an einem der Schläuche, die zu der anderen (nicht ausgetauschten) Herzkammer führen, seit Wochen eine Knickstelle zu sehen wäre. Der Chirurg versicherte mir, dass er diese Stelle sorgfältig mit einer Lupe untersucht und keine strukturellen Schäden entdeckt hätte. Auch nach Rücksprache mit dem anwesenden Berlin Heart-Ingenieur sei das kein Grund zur Besorgnis. Ich versuche, mir das zu Herzen zu nehmen, behandle die Schläuche allerdings derzeit wieder (wie in der Frühphase) wie rohe Eier. Es ist nämlich so, dass man diese Schläuche nicht einfach beliebig oft kürzen kann. Irgendwann kommt man ja an ihrem Bauch an, und dann müsste neu operiert werden. Und das wollen wir natürlich auf gar keinen Fall. Die nächste OP sollte bitte schön die Transplantation sein, wenn’s recht ist.

Zu diesem Thema kriegte ich übrigens neulich von einer Freundin einen Zeitungsartikel aus der Frankfurter Rundschau in die Hand gedrückt. Dieser besagt, dass derzeit zwei amerikanische und ein australisches Team damit experimentieren, bei Organtransplantationen gleichzeitig Blutstammzellen des Spenders beziehungsweise der Spenderin mitzuverpflanzen. Dies hat „bei den Patienten, bei denen das Verfahren erfolgreich verlief“ dazu geführt, dass nach einer Übergangsphase keine Immunsuppressiva mehr nötig waren, die Transplantierte ansonsten ihr Leben lang einnehmen müssen.

Das Verfahren ist offenbar noch nicht massenmarktreif, laut Aussage der Forscher dürfte das noch „fünf oder zehn Jahre“ dauern. Falls Miriam also eines Tages erneut eine Transplantation brauchen sollte, gibt es die Hoffnung, dass es bis dahin auch für sie zur Verfügung stehen könnte.

(English) After the Berlin Heart chamber was replaced on Thursday, I tried to visit Miriam after the lunch break. That didn’t quite work out, as the doctors had to perform surgery on another kid in her room (she has temporarily been moved to a four bed room again). The nurse told me that everything was fine with Miriam and they estimated that I could go back in around five. Now I had to work at 5:30, so I decided to give up, go home and get some rest and some things done. Which I did.

The next day, the surgeon told me that the procedure had been „rather exciting“. Now this man has a somewhat legendary reputation in his field, and I guess he isn’t excited too easily. But it turned out that one of the tubes that connects the heart chamber to Miriams body had been defective and had to be shortened. The idea that such a thing could happen wasn’t really a calming thought for me, especially because one of the tubes on her other heart chamber looks bent and not too trustworthy anymore. But they had closely examined it and decided there is no danger of breaking. Now the problem is that they cannot shorten the tubes indefinitely; at some point they would have to put in new ones. And I don’t really want any more operations other than the transplant, mind you.

There was some interesting article in the newspaper the other day. Three teams from the US and Australia have experimented with transplanting stem cells together with organs. The result was („in those cases where the tranplantation was successful“) that the patients didn’t need the immunosuppressive drugs which transplant patients usually have to take for the rest of their lives. According to that article, the scientists estimate that the method could become the method of choice within five or ten years. So if Miriam does need a retransplant some day, maybe this procedure could be available for her already.

Willkommen im Jahr der mäßig populären Kleintiere.

Thursday, February 7th, 2008

Nachdem das Jahr des Frosches kurzfristig abgeblasen werden musste, beginnt heute nach dem chinesischen Kalender das Jahr der Ratte. In Taiwan ist das Neujahrsfest mit Abstand das bedeutendste Fest des Jahres – wir hingegen haben es ruhig angehen lassen. Immerhin habe ich es geschafft, bis nach Mitternacht aufzubleiben, obwohl ich gegen halb elf so hundemüde war, dass ich eigentlich keinerlei Hoffnung mehr darauf hatte. Aber ich hatte heute Morgen einiges vor.

In gut zwei Wochen soll nämlich tatsächlich mein erstes Spiel auf den Markt kommen. Es ist im Rahmen des Volkshochschul-Seminars „Spiele erfinden – wie geht das?“ bei Reinhold Wittig entstanden und erscheint, wenn nichts mehr dazwischenkommt, Ende Februar in dessen Verlag Edition Perlhuhn. Erstmal in sehr kleiner Auflage, aber das macht mir nichts, ich freue mich diebisch darüber und darauf. Ein eigenes Spiel zu veröffentlichen, war ein länger gehegter Traum, und jetzt scheint er Wirklichkeit zu werden.

Nun habe ich mir die Hälfte der Auflage gesichert, um sie selbst zu vertreiben. Da ich das auch über meine demnächst (grummel) online gehende Webseite tun möchte, bin ich also zum Gewerbeamt getigert, um herauszufinden, ob ich zu diesem Behufe ein Gewerbe anmelden müsste. Vor meinem geistigen Auge hatte ich mich schon damit abgefunden und war in diese Visionen von mir als skrupellosem Chef eines weltumspannenden Wirtschaftsimperiums abgedriftet. Aber in den Gesprächen (ich wurde noch zweimal weiterverwiesen) stellte sich heraus, dass ich noch kein Gewerbe anmelden muss, solange es sich um eine begrenzte Aktion handelt. Spiele erfinden ist nur eine freiberufliche Tätigkeit, genau wie meine sonstigen Tätigkeiten, und den Vertrieb werde ich halt erstmal zeitlich begrenzen müssen. Also wird mein Spiel vorerst nur im März über meine Webseite erhältlich sein. Wie es dann weitergeht, wird sich zeigen. Ich hoffe darauf, dass es über kurz oder lang von einem größeren Verlag übernommen wird, und dann brauche ich ja auch kein Unternehmer mehr zu sein. Aber ein bisschen reizt mich die Vorstellung ja doch – wer weiß, ob ich nicht dabeibleibe, wenn ich einmal Blut geleckt habe.

Bei dem Spiel handelt es sich übrigens um ein Mathematikspiel. Wer jetzt verständnislos guckt, kann beruhigt sein: Das soll nicht das einzige Spiel meiner Autorenkarriere bleiben. Die nächsten Projekte sind schon in Arbeit.

Ansonsten versuche ich, mich von einer reichlich anstrengenden Arbeitswoche zu erholen. Von Donnerstag bis Mittwoch hatte ich dreißig Unterrichtsstunden absolviert. Sowas ist grundsätzlich anstrengend (da es ja noch zusätzliche Vorbereitung erfordert), und wenn man dann noch die Pausen zwischendurch hauptsächlich im Krankenhaus zubringt, fühlt es sich an, als gingen die Arbeitstage von 9 bis 20 Uhr. Aber ich habe es ganz gut überstanden und, abgesehen von einem Kursabschlussabend heute, bis nächsten Dienstag frei.

Dass wir heute Morgen noch nicht bei Miriam sind, liegt daran, dass heute erneut die Herzkammern ihres Berlin Hearts ausgetauscht werden müssen. Zwar dürften die beteiligten Leute mittlerweile schon etwas mehr Routine damit haben als beim ersten Mal, ist es doch ein gewisser Aufwand und wir sind ein bisschen nervös.

Abgesehen von dieser Geschichte ging es Miriam in den letzten Tagen ausgesprochen prima. Sie hat die Zehn-Kilo-Grenze in einem beeindruckenden Spurt genommen und weiß bereits, wo ihre Problemzonen sitzen. Lassen wir sie selbst sprechen:

Kein Wunder, dass sie nach wie vor nicht essen möchte…

In den letzten Tagen war netterweise ein anderes Kind, das fast genauso alt ist wie Miriam, im Bett neben ihr. Das war toll, denn Miriam hat gelegentlich zugeguckt, wie das andere Mädchen gegessen hat, und letzteres hat sich von Miriam inspirieren lassen, nach langer Intubation wieder zaghaft mit dem Sprechen anzufangen. Damit ist es jetzt leider erstmal wieder vorbei, auch wenn wir uns für die andere Familie natürlich mitfreuen, dass sie von der Intensivstation runterkonnten (sie waren auch schon seit einigen Monaten da).

(English)

Welcome to the year of the rat – although the coming of the new year is the most important festival in Taiwan, we didn’t do much celebrating last night. But I forced myself to stay awake till midnight, although I had been very tired from too much work in the last week, so we had a little new year’s feeling.

This morning, I went to the townhall to find out whether I should found a company. That’s because I have designed a little mathematical card game which is scheduled to be published about two weeks from now. As soon as my new web page is up and running, I want to sell some copies through it, and I wasn’t sure whether I would have to register a business for such a smallscale operation. The good news is: I don’t. At least not, if this is a non-permanent thing. So I will only sell my game via my webpage (coming up, please have a little more patience) during March. After that, I will have to reevaluate the project and see if it is worth expanding.

Right now, we are waiting at home because the chambers of Miriam’s Berlin Heart are being replaced right now. This time, it should be more of a routine matter than when they did it the first time, but we are a bit nervous of course. I am calling once in a while to ask when we can go there, but there is no real news yet.

Other than that, Miriam has been developing very well in the last few weeks. She has gained much weight and is now over 10 kg. In that little video she shows us where all her fat is. No wonder she still doesn’t want to eat. In the last few weeks, there was another child about her age in her room. That was great, because they could learn much from each other. That kid was transferred to a normal ward yesterday, which is good for that family (they had been in for a few months as well) and a little sad for us. Ah well.

 

Acht Monate

Wednesday, January 30th, 2008

Aber eigentlich hatte ich ja versprochen, mal wieder was von Miriam zu schreiben. Ist es eine gute Nachricht, dass ich gar nicht so viel Neues zu berichten habe? Miriam ist fleißig am Lernen. Ihr Wortschatz hat sich massiv erweitert, da kommt quasi jeden Tag was Neues dazu. Sie versucht sich jetzt auch an ein paar Namen. Die Bettgitter müssen wir jetzt immer ganz hochmachen, weil sie des öfteren versucht, sich daran hochzuziehen. Es ist ja schon ein bisschen ungewöhnlich: Sie kann trotz des etwas wackeligen Untergrunds (der Matratze halt) zwar problemlos am Gitter stehen und sich daran festhalten, aber sie schafft es nach wie vor im Prinzip nicht, sich ohne Hilfe allein aus einer Liegeposition aufzurichten. Na ja, Bauchmuskeltraining ist vielleicht nicht so der Hit, wenn man vier Schläuche im Bauch hat.

Als ich am Sonntag auf Station kam, war Miriam übrigens nicht an ihrem Platz, sondern saß im Stationszimmer und las ein Buch. Einige Schwestern hatten sich mit ihr auf die Reise gemacht, indem sie eine Wickelunterlage auf den Fußboden gelegt und sie darauf hatten langmarschieren lassen. Eine andere Schwester kam mit dem Berlin Heart hinterher. Solche Ausflüge sind natürlich selten, das geht nur, wenn auf der Station mal eine ruhige Phase ist. Zurück habe ich sie dann auch getragen.

Im ihrem Zimmer ist jetzt ein anderes Kind, das fast gleichaltrig ist wie Miriam. Mit diesem Mädchen war sie auch früher schon mal zusammen im Zimmer, da war jenes allerdings noch intubiert und ziemlich eingeschränkt. Jetzt kommunizieren die beiden dagegen sehr schön miteinander, und ich hoffe, dass jetzt mal für eine Weile keine Verlegungen mehr stattfinden. Zwischendurch mussten wir uns eine Weile lang quasi täglich auf neue MitbewohnerInnen einstellen.

Ansonsten habe ich ab morgen etwas überraschend zusätzliche Arbeit bekommen, eine Vertretung in der Volkshochschule. Das wird mich ziemlich auf Trab halten. Außerdem sieht es so aus, als ob tatsächlich in gut drei Wochen die Erstauflage meines ersten Spiels auf den Markt kommen würde, und bis dahin ist noch einiges zu erledigen. Also wundert Euch bitte nicht, wenn ich mich ein bisschen rar mache; ich versuche, Euch bestmöglich auf dem Laufenden zu halten.

(English) Is it good news if I have little to write about Miriam? She is learning well, her vocabulary is extending on a daily basis. She is now trying to tackle some people’s names. The urge to move has also increased; she is trying to pull herself up often (although she still cannot sit up by herself). The other day she actually went on a little trip outside her room. Some nurses had put some cover onto the floor and let her „walk“ on it to another room. Such things are only possible when there is a quiet afternoon in the ward, which only happens occasionally. But you can tell how much Miriam enjoys it.

In her room, there is now another girl of almost her age. That is great, because the two of them can communicate face to face. I sure hope that they will stay together for a while, because lately there had been a lot of changes, with new „neighbors“ on an almost daily basis.

As of tomorrow, I have unexpectedly been assigned another class at Volkshochschule (the community college that I work at), which will probably keep me quite busy. Also, I am in the final stages of preparing my game publication, due in late February. So don’t be surprised if I cannot post as often as usually. I will try my best to keep you updated.

Miriam quält ihre Eltern.

Thursday, January 17th, 2008

Wie ich gehört habe, bringt es unheimlich viele Seitenzugriffe, wenn man ein Foltervideo online stellt. Die will ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Bitte schön:

I heard that you get lots of traffic when you publish videos with torture scenes. Don’t want to miss out on that. Enjoy.

Miriam tanzt.

Wednesday, January 16th, 2008

Miriam reagiert mittlerweile erstaunlich stark auf Musik. Hier ein Beispiel.

This is a sample of how Miriam reacts to music. Dancing seems to be a strong desire in her.

Miriam lernt Chinesisch.

Friday, January 11th, 2008

Zum 101.!

Monday, January 7th, 2008

Den heutigen Eintrag möchte ich meiner lieben Omi widmen, die heute 101 Jahre alt geworden wäre. Im September ist sie friedlich in ihrer eigenen Wohnung im Beisein lieber Leute verstorben. Ich erinnere mich oft an sie, gerade auch im Bezug auf Miriam (nicht nur, weil diese eigentlich Miriam Ilse heißt und diesen zweiten Namen eben von Omi hat). Zum Beispiel, dass wir Enkelkinder in Omis Haaren wuscheln durften, wenn am nächsten Tag sowieso eine neue Dauerwelle anstand. Daran muss ich oft denken, wenn Miriam in meinen Haaren wühlt (was sie unabhängig davon, dass ich keine Dauerwelle habe und nur alle Jubeljahre mal einen Friseur aufsuche, täglich zur Begrüßung tut). Oder daran, wie Omi Miriam zum ersten Mal gesehen hat. Wir hatten eine Tasche dabei, die sich zu einer Liegedecke auffalten ließ, und haben sie in Omis Wohnung auf den Boden gelegt. Bevor wir irgendwie einschreiten konnten, hatte sich Omi trotz ihrer damals auch schon fast hundert Jahre auf alle Viere heruntergelassen und war selig, ihr neuestes Urenkelkind kennen zu lernen. Das ist etwas, das ich kaum je vergessen werde. Danke für alles, Omi!

 

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(English) Today’s entry is dedicated to my dear grandmother (Omi in German) who would have celebrated her 101. birthday today. She passed away last September, peacefully, in her own house, with some of her beloved people present. I am thinking of her much when I see Miriam, not just because Miriam got her second name Ilse from my Omi. For example, I recall that when I was little, Omi would allow us grandchildren to mess up her hair the day before she went to get a new perm. Now, whenever I enter Miriam’s room in the hospital, she demands to touch my hair (although I don’t have a perm). Also, I shall hardly forget the day when Omi first met the latest of her six great-grandchildren. We had put Miriam on a blanket on the floor, and Omi, nearly a hundred years old already, immediately went down on all fours to greet her. Thanks for everything, Omi!

222 Tage und am Boden

Sunday, January 6th, 2008

Die Zeit schleppt sich dahin, und wir mit. Vor längerer Zeit hatte ich ja schon mit diversen anderen Eltern von transplantierten Kindern gesprochen, aber niemand hatte auch nur annähernd so lange warten müssen wie wir. Die vielen Informationen über das Leben nach der Transplantation geraten dabei schon fast wieder in Vergessenheit, denn das ist im Moment Zukunftsmusik. Natürlich geht es Miriam besser als den meisten anderen Kindern auf der Station, aber die Wartezeit macht mich einfach ganz fertig.

Gut, dass mich zwischendurch Miriam aufmuntert. Bei ihr hat sich nichts weiter geändert – sie ist fast immer guter Dinge und macht dadurch Mut. Jeden Tag kann sie mindestens ein neues Wort sagen, und das ist total faszinierend. Heute wollte ich mit ihr ein bisschen laufen üben, darum habe ich mal ein Laken auf den Boden gelegt und sie draufgestellt. Stehen kann sie ja schon ziemlich toll, obwohl ich sie noch vor eventuellem Umfallen beschütze (das wird sie später lernen müssen). Da sie aber sonst immer nur im Bett oder auf meinen Beinen steht (wenn ich im Sessel sitze), kennt sie richtig festen Untergrund gar nicht, und daran möchte ich sie ein bisschen gewöhnen. Einzelne Schritte gibt es auch mal, aber eher unabsichtlich. Na ja, das ist alles in Ordnung, denn wir wollen ja auch nicht, dass sie so weit läuft, dass sie an den Schläuchen zerrt… da soll sie ruhig langsam machen.

(English) I have spoken to several other parents of transplanted children. That was very reassuring, but none of them had to wait nearly as long as we have to. After 222 days in the ICU I am seriously exhausted, although Miriam is encouraging me much. She is learning new words every day, and today I wanted to practice walking with her, so I put a sheet on the ground and let her stand on it, so she could experience solid ground (she is usually only standing on the bed or on my legs). Progress is small, but it is noticable.

Miriam und der Lego-Hund

Wednesday, January 2nd, 2008

Liebe Leute,

schönes neues Jahr allerseits – möge es besser werden als 2007. Ich bin nach wie vor ziemlich überlastet, von Ferien bisher keine Spur. Aber ein kurzes Lebenszeichen will ich doch mal eben abgeben.

Miriam hat mittlerweile eine hoffentlich prägende Begegnung in ihrem Leben gehabt, nämlich die mit Lego. Ich wusste bis vor Kurzem gar nicht, dass es noch größere Steine als Duplo gibt, die Quatro heißen und für Ein- bis Dreijährige gedacht sind. Erste Erfolge sind bereits zu beobachten, besonders auf dem Gebiet des Auseinandernehmens.

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Ansonsten erweitert sich Miriams Wortschatz rapide, sie kann diverse Tierlaute nachmachen sowie sämtliche Wörter aller Sprachen, die mit „B“ anfangen, aussprechen (klingen allerdings alle ziemlich gleich). Außerdem schmiert sie sich jetzt gern Joghurt um den Mund (gelegentlich landet sogar versehentlich mal was im Mund). Heute sollte sie eine neue Magensonde bekommen, was bedeutet, dass sie mal wieder im Krankenhaus hätte herumfahren dürfen. Das ist aber nochmal verschoben worden und findet jetzt wohl nächste Woche statt.

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Dann noch eine kleine Anmerkung zu der Sache mit dem DVD-Brenner: Es ist erstaunlich, ich habe bei der Philips-Hotline angerufen und im ersten Anlauf eine kompetente und nützliche Auskunft bekommen. Der Brenner läuft jetzt tadellos, und der Plan, noch im Januar meine neue Webseite einzurichten, bleibt aktuell. Mal sehen, welche Ausreden ich Anfang Februar so präsentieren muss… :-)

Ich melde mich schnellstmöglich wieder, kann aber noch nicht absehen, wann.

(English) Happy new year – may it be better than 2007. I am still rather busy and tired, but here’s some short news.

Miriam is beginning to discover the joys of Lego. I never knew that there were bricks even larger than Duplo. Miriam seems to like them and is beginning to take things apart.

Also, her language abilities are growing rapidly. She can imitate several animal sounds and also say any word (in any language) starting with a „b“-sound. Okay, they all sound alike, but it is a start. As for her eating, there isn’t much progress, but she likes to put yoghurt around (and, rarely, inside) her mouth.

The problem with the DVD burner was solved, I am surprised to say, by calling the Philips company’s phone hotline. I hadn’t expected much from that call, but I got competent and useful help in the first attempt. So I am hoping to get my new webpage running before the end of January. I better start looking for excuses to present once February arrives…

Aufgerichtet

Friday, December 28th, 2007

Gestern war ich schlecht drauf. Ich glaube, ich hatte einfach zu lange keine echte Ruhepause mehr. Was mich dann aufrichtete, war folgender Anblick:

Miriam steht.

Ich war einfach mal einen Moment aus dem Zimmer gegangen, und die Schwester hatte Miriam hingestellt. Und sie stand wie ne eins, erstmals (zumindest in meinem Beisein) ohne, dass ich sie noch irgendwo festgehalten hätte. Das hat sie am Geländer halt selbst gemacht. Solange sie nicht von selbst aufsteht, brauchen wir uns hoffentlich keine Sorgen zu machen, dass sie aus dem Bett aussteigt, aber allzulange kann das wahrscheinlich auch nicht mehr dauern…

Ansonsten war da ja neulich noch Weihnachten. Für uns hieß das: Ein schönes Abendessen mit zwei Freundinnen und zwei Spieleabende, auch mal mit Sachen, die wir sonst nicht so oft rausholen. Also hinreichend prima.

Für Miriam hieß es: Zwei Tage lang Geschenke auspacken. So viele Pakete wie dieses Jahr habe ich wohl noch nie auf einen Haufen gesehen. Wir haben Miriam nicht alles auf einmal gegeben, weil es albern gewesen wäre, ihr immer alles gleich wieder wegzunehmen, was sie bekommen hat, und ihr ein anderes Paket hinzuhalten. Daher haben wir es langsam angehen lassen. Wie sehr sich Miriam ihrer Situation bewusst ist, zeigte das Paket von meiner Schwester Anna, auf das diese drei rote Herzen draufgeklebt hatte. Miriam konnte gar nicht genug davon kriegen und zeigte immer wieder auf diese Herzchen.

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An dieser Stelle jedenfalls schon mal vielen Dank an alle, die uns so reich beschenkt haben. Ihr hört natürlich auch so noch mal von uns – außer Dir, Ben Weihnachtsmann, denn von Dir habe ich gar keine Adresse. Jedenfalls war es eine schöne Überraschung, dass Du vorbeigekommen bist. Wenn Du das hier liest, sag es bitte Deinen Eltern weiter. Und ich glaube, ich muss ihnen auch noch mal gratulieren, denn ich habe gesehen, dass sich Dein Nachname geändert hat… :-)

Ansonsten plane ich langsam aber sicher den Umzug meiner diversen Internetseiten auf eine eigene Domain. Das Ganze braucht aber ein bisschen Vorlauf, weil ich keine Baustellenseite ins Netz stellen möchte, sondern erst programmieren und erst danach hochladen will. Im Umfeld dieser Pläne habe ich mich gestern mal nach einem DVD-Brenner umgesehen (mein CD-Laufwerk reagiert nicht mehr und mein DVD-Brenner lässt sich nicht mehr öffnen (grummel… da ist meine System-DVD drinne), und ich möchte zumindest ganz gern mal wieder ein Backup machen). Leider stellte ich dann fest, dass ich für nichts, was es gerade bei Saturn gibt, zweifelsfreie Sicherheit habe, dass es auch unter Linux funzt. Ich habe auch für nichts davon einen Hinweis darauf gefunden, dass es nicht funktioniert (wann beginnen Hersteller endlich damit, zumindest das explizit auf ihre Webseiten zu schreiben? Dann würde man sich das elende Gesuche in sämtlichen Foren der Welt sparen können). Ich rufe gleich spaßeshalber noch mal die Philips-Hotline an, vielleicht finde ich da ja jemanden, der kompetent ist.

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(English)

I wasn’t in a very good mood yesterday – until I saw Miriam standing freely for the first time. Ii had just left the room briefly, and when I came back, the nurse had helped Miriam up. She was doing just fine, and so far I am not worried that she might climb out. But she is learning, so we better watch out.

For Christmas, Miriam was showered with gifts (thanks to everyone involved – you will hear from us!). It took her two days to acknowledge it all, because we didn’t want to rush her. My sister had sent a package with some heart-shaped stickers on it, and Miriam particularly seemed to like those hearts. She kept pointing to them again and again. So she knows what it is all about, I gues.s…

When I have time, I am planning a new webpage that will contain the blog, my other two webpages and some more stuff. In order to prepare that properly, I was shopping for a new DVD burner (I want proper backup possibilities), since my old one refuses to open. However, I am having trouble finding out which of the latest models are compatible with linux. Should be all of them, but on the odd chance one of them doesn’t, I would like to save my 50 bucks and buy a different one. So I guess that’s what I will be busy with today.