Spannender Spielefrühling

April 2nd, 2010

Trotz der kaum noch zu überblickenden Vielzahl von Kindern, die hier so im Haus herumtollen, versuche ich ja, mich gelegentlich auch noch mal mit dem Erfinden von Spielen zu beschäftigen. Und da steht mir ein heißes Frühjahr bevor. Ich habe darüber lange nichts mehr geschrieben, daher fasse ich mal ein paar Höhepunkte zusammen.

Vorgestern habe ich mein neuestes Machwerk, ein Stichspiel mit dem Arbeitstitel „Hornisse“ an einen Verlag schicken dürfen, nachdem ein anderer Verlag schon nach Aktenlage abgelehnt hatte (also nach Zusendung der Regeln als pdf. Das aber immerhin ausgesprochen prompt). Die allererste Idee zu dem Spiel war mir erst Anfang Februar gekommen, und den ersten Test hatten wir am 16. Februar gemacht. Das Spiel hat aber auf Anhieb funktioniert, und ich musste nur noch Kleinigkeiten anpassen, wie die Kartenzahl an die Zahl der MitspielerInnen und so. Wir haben es dann mindestens zweimal wöchentlich gespielt (die Nachfrage war sehr ermutigend), und als dann auch noch externe Gruppen (man sollte ein Spiel immer auch Leuten geben, die es nur nach den geschriebenen Regeln spielen, um zu sehen, ob diese verständlich sind) völlig begeisterte Rückmeldungen gaben, habe ich es als fertig deklariert. Ich musste auch nichts dafür basteln, weil ich Spielkarten aus einem anderen Spiel verwenden konnte. Das Spiel selbst hat sehr einfache Regeln (mit etwas Blabla gerade mal eine Seite, dazu eine weitere mit einem Beispiel), was die Unsicherheit über die benötigte Zahl der Tests noch mal senkt. Knapp zwei Monate zwischen erster Idee und Einreichen bei einem renommierten Verlag sind jedenfalls rekordverdächtig. Jetzt muss der Verlag es nur auch noch gut finden. :-) Und sowas kann dauern – Schiebung ist seit mittlerweile 10 Monaten im Test bei einem der Branchenriesen. Falls Ihr also mal eine nette Spielidee habt, empfehle ich, nicht gleich Eure sonstigen Jobs zu kündigen. Es kann nämlich einen Moment dauern, bis der Reichtum eintrifft.

Jetzt habe ich aber gleich die nächsten Termine vor Augen. Um das Blog nicht überflüssig aufzublähen, kommen hier erstmal nur die, die mit Spielen zu tun haben, das sind auch schon genug:

Am 17. und 18. Februar sind Reinhold und ich ins Wissenschaftsmuseum Phaeno in Wolfsburg eingeladen (ja, eingeladen. Mit Hotel und Anreise. Wow). Dort findet die folgende Veranstaltung statt:

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Das wird sicher sehr spannend. Vielleicht schaut ja jemand von Euch vorbei?

Am 8. Mai findet anlässlich der in Göttingen stattfindenden Bundesrunde der Mathe-Olympiade das 1. Göttinger Mathe-Spiel-Fest statt. Mit Spielen der Edition Perlhuhn. Da bei den niedersächsischen Landesrunden mein erstes Spiel Pari immer recht begehrt war, hoffe ich, bald nach dem 8. Mai erstmals ein vergriffenes Spiel in meiner Ludographie aufführen zu können.

Am 28./29. Mai wird es dann noch ein Stück spannender. Ein Ex-Schüler von mir hatte mich nämlich gefragt, ob ich Lust hätte, mal ein paar Spiele in Bozen im Begleitprogramm eines Comic-Festivals zu präsentieren. Als ich sah, dass man bei entsprechend früher Buchung für 60 Euro hin und zurück fahren kann, habe ich zugegriffen. Mal was ganz anderes. Für diejenigen von Euch, die Italienisch können, gibt es eine Webseite für das Festival.

Nur eine Woche später steht dann auch schon wieder das jährliche Spieleautorentreffen in der Göttinger Stadthalle an. Ich bin natürlich jetzt mehr und mehr in die Organisation eingebunden und freue mich schon drauf, obwohl noch ganz offen ist, ob ich diesmal ein attraktives Spiel zu präsentieren habe. Ein paar Ideen in verschiedenen Stadien habe ich zwar noch, aber angesichts meines Frühjahrs-Terminkalenders (wie gesagt, das waren jetzt nur die Sachen aus dem Bereich der Spiele) bleibt wohl gar nicht so sehr viel Zeit, mich da noch mal reinzufuchsen. Mal sehen.


This spring, I have plenty of game-related plans. Here are the highlights:

On April 17th and 18th, six game designers (including me) will present games and an insight into the design process at the renowned science museum phaeno in Wolfsburg. I am somewhat flattered to be included in the illustrious guest list, but also hoping to have plenty of fun.

On the 8th of May, the first Göttingen Math Game Festival will take place during the German finals of the Math Olympics. Edition Perlhuhn will present games, and as my first game Pari has usually been rather popular during the regional contests, I am hoping to get some more exposure for it.

On the last weekend of May, I will travel to Bozen in the German speaking part of Italy (the city itself, however, is predominantly inhabited by Italian speakers) to present Perlhuhn games during a Comic festival. I noticed that train tickets to Bozen and back are only 60 Euros when booking three months in advance. So I couldn’t say no, could I now?

And one week later, world’s largest game designers’ convention will be held for the 29th time in Göttingen. I am getting more and more involved in the organizing process. It is very unclear whether I will be able to present anything good this year. I have several unfinished designs, but with all the stuff going on soon, I haven’t got a clue whether I will be able to get anything to the stage of being presentable.

However, I managed to send a prototype of my latest trick-taking game to the second publisher I offered it to. Due to my experience with publishers in general, I shouldn’t expect to hear back from them anytime this year, but then the particular person I sent it to is rumored to be rather quick in these matters. Keep your fingers crossed please.

Einen Satz heiße Ohren für lau.

March 21st, 2010

Der Haken ist allerdings, dass Ihr dafür so ein komisches Paket abschließen müsst. Ob Ihr dafür den Schlüssel selbst mitbringen sollt, wird nicht ausgeführt.

Heatset für lau

Heatset für lau

(When Germans try to write English, it isn’t always better than when the Taiwanese try).

Schweres Alter

March 20th, 2010

Miriam verkündet: “Ich muss mal gucken, wie alt ich bin!”, steigt auf die Waage, guckt auf die Anzeige, sagt “Drei!” und schreitet von dannen.

Miri announces: “I’ve got to check how old I am!” Then she steps onto the scale, looks at the display, says “Three!” and walks away.

Unsere Tochter verspeist ihre Familienangehörigen

March 15th, 2010

Jetzt mal wieder was Fröhliches: Ein paar nette Aussprüche von Miriam aus der letzten Zeit. Vielleicht kann ja jemand mit uns lachen.

***

Miriam isst Grießpudding, was sie sehr gern tut. Ich habe Anka auf dem Arm. Anka weint. Miriam kommt rüber, umarmt Anka, tätschelt sie zärtlich und sagt: „Ja, Anka, ich weiß. Du möchtest Grießpudding essen. Aber das darfst du leider nicht.“

***

Ebenfalls gern isst Miriam im Moment „Kusinen“. Ihr wisst schon – diese kleinen schrumpeligen braunen.

***

Noch was zum Thema Essen: Wir haben eine Nudel-Gemüsesuppe gegessen. Leider mag Miriam die meisten Gemüsesorten nicht. Also haben wir ihr hauptsächlich Nudeln und klare Suppe in ihre Schüssel gefüllt. Aber ein paar andere Sachen waren zwangsläufig mitgekommen. Folgender Dialog entwickelt sich:

Miriam (in weinerlicher Panik): „Hier ist eine Zwiebel!“
Papa (ihr belustigt-genervt-theatralisch die Zwiebel abnehmend und in seinen Mund schaufelnd): „Aaah! Hilfe! Schnell, die Feuerwehr!“
Kurz darauf findet sie etwas ähnlich Schauriges: „Hier ist ein Stück Broccoli!“
Papa (ihr im gleichen Stil wie eben das mikroskopisch kleine Stück Broccoli wegessend): „Aaah! Hilfe! Polizei!“
Und Miriam lernt schnell: „Hier ist noch eine Zwiebel! Aaah! Hilfe! Schnell, ein Taxi!“

***

Papa: „Willst Du heute Abend baden?“
Miriam: „Warum? Ist schon Ostern?“


This is a collection of funny things Miriam said recently – I won’t try to translate them. Thanks for your understanding.

Fliegender Wechsel

March 3rd, 2010

Hach, das war mal wieder eine Woche, die ich gern übersprungen hätte. Miriam war ein paar Tage krank gewesen, mit Fieber und diversen Erkältungssymptomen. Zwei Tage ist sie komplett im Bett gewesen, ohne ersichtliches Bedürfnis, mal aufzustehen. Am Samstag Nachmittag wurde es mir dann ein bisschen unheimlich und ich bin mit ihr ins Klinikum gefahren, wo dann eine Lungenentzündung diagnostiziert wurde (dazu noch eine Mittelohrentzündung). Sie musste also stationär behandelt werden. Die Antibiotika haben schnell angeschlagen, und ab ungefähr Dienstag durfte sie auch wieder auf dem Stationsflur spielen, was die Lage ziemlich entspannte. Ich war die ganze Zeit dabei, obwohl ich selbst ziemlich erkältet und dadurch geschwächt war – eine Alternative hatten wir aber nicht recht, weil es meiner Göttergattin noch dreckiger ging. Und Anka war auch am Husten und am Schniefen.

Jedenfalls war dann relativ schnell klar, dass es ungefähr eine Woche dauern würde. Angesichts der rapiden Verbesserung von Miriams Zustand habe ich das diesmal geglaubt, und tatsächlich, eine Entlassung wurde dann für Sonntag in Aussicht gestellt. Darauf habe ich mich dann ein bisschen hingefreut, und da es mir selbst langsam besser ging, hatte ich das Gefühl, tatsächlich selbst auch Kraft im Krankenhaus gesammelt zu haben (habe zwar mit ein paar Unterbrechungen, aber doch insgesamt mehr geschlafen als zu Hause). Leider wurden alle Erholungspläne in der Nacht zu Sonntag zunichte gemacht, als mich Elissa gegen drei Uhr anrief, weil Anka hohes Fieber hatte. Also ist sie dann mit ihr auch noch ins Krankenhaus gekommen. Gegen sechs Uhr war Anka stationär aufgenommen, obwohl auch da schon Anzeichen einer Besserung offensichtlich waren. Ein Test auf einen fiesen Virus konnte leider erst am Montag durchgeführt werden, so dass die erhoffte Familienzusammenführung auf einen fliegenden Wechsel hinauslief. Immerhin konnten die beiden dann am Montag wieder raus und jetzt sind wir alle wieder einigermaßen hergestellt.

Bei einer Nachkontrolle gestern konnte Miriam dann ein anderes Kind kennen lernen, was im Januar transplantiert worden ist (nach noch längerer Wartezeit als sie selbst). Das war ein bewegendes Gefühl. Was mich daran erinnert: Es warten noch andere Kinder, und es ist dringend. Habt Ihr schon mal daran gedacht, SpenderInnenausweise für Eure lieben Kleinen auszufüllen? Könnt Ihr ja vielleicht im Portemonnaie neben Eure eigenen stecken.


What a week. Miriam had been sick for a while, with fever and a bad cold, staying in bed for days without any desire to get up. On Saturday afternoon, I got nervous and brought her to the hospital to have her checked. Pneumonia. Probable duration of her stay: One week. Hooray. I wasn’t well myself, but Elissa was worse, so I had no choice but to stay with Miriam around the clock. She recovered very fast, and on Tuesday she was able to play in the corridor of her ward, which eased the boredom a bit.

Her release was in sight for Sunday. I took the chance to sleep a lot and tried to gather some strength. This clever plan was thwarted on Sunday morning around three, when Elissa called and told me that Anka had a high fever. So she brought her to the hospital as well, where she was admitted for further checking. So the family reunion happened in a different place than anticipated. I left with Miriam and Elissa stayed in the hospital with Anka. On Monday they were released – nothing much came out of it. We are all sort of recovered by now.

Yesterday we went back for another check and Miriam had the chance to meet another girl who had received a new heart in January (after being on the waiting list for longer than herself). Which reminds me that there are more children waiting, and it is urgent. Sign the necessary papers (whatever way that is done in your country) and don’t forget to sign them for your kids as well. Thank you.

Lungenentzündung

February 22nd, 2010

Eine Woche Klinikum ist die Prognose. Ich hoffe, ich komme hinterher mal dazu, was zu schreiben.

Pneumonia. Miriam will likely have to stay in the hospital for a week. I hope I can update you afterwards.

Sollte das etwa schon alles sein?

February 17th, 2010

Miriam: „Ist das mein Buch?“
Ich: „Ja.“
Miriam: „Darf ich das kaputt machen?“
Ich: „Nein.“
Miriam: „Warum nicht?“
Ich: „Weil Bücher was Besonderes sind.“
Miriam: „Warum?“
Ich: „Da ist das ganze Wissen der Menschheit drin.“
Miriam: „Und was noch?“

Miriam: “Is that my book?”
Me: “Yes.”
Miriam: “Can I destroy it?”
Me: “No.”
Miriam: “Why not?”
Me: “Because books are special.”
Miriam: “Why?”
Me: “Because they contain the entire knowledge of the human race.”
Miriam: “And what else?”

Herzlichen Glückwunsch…

February 11th, 2010

Heute ist Miriams zweiter „kleiner Geburtstag“. Für die Akten ist es eigentlich der zwölfte, aber am elften hatten wir die Nachricht gekriegt, dass es ein Herz gebe – und das ist für uns der Tag, der eigentlich zählt. So haben wir heute ein bisschen mit ihr gefeiert, also Kuchen gegessen und ein paar Spiele gespielt (mit bis zu vier Erwachsenen). Miriam hat es klaglos hingenommen, mal wieder einen „kleinen Geburtstag“ zu haben, und nicht nachgefragt, warum.
Ich selbst war morgens emotional ein bisschen aufgewühlt, aber später hat sich das ziemlich gelegt. Es war auch mal wieder ein eher arbeitsintensiver Tag. Nicht so sehr bei der eigentlichen Arbeit, aber wir nähern uns mit Riesenschritten dem chinesischen Neujahr, so dass Elissa sehr mit Vorbereitungen eingespannt ist. Einen Tag später ist auch noch Rosenmontag. Das würde mich ja ziemlich kalt lassen, hätten wir nicht eine Tochter im Kindergarten. Und diese will natürlich als Ente gehen (Piratin wäre wohl zu einfach – das könnte man ja relativ locker improvisieren). Ich habe weder eine Nähmaschine noch große Erfahrung im Anfertigen von Kostümen, aber ein paar Materialien habe ich besorgt und will heute Abend noch ein bisschen was vorbereiten, damit ich morgen zusammen mit Miriam etwas basteln kann. Mal sehen, ob es erträglich wird. Heute auf dem Weg vom Einkaufen fragte sie dann noch mal nach, ob sie vielleicht doch als Giraffe gehen könnte. Aber ich konnte das auf nächstes Jahr verschieben. Das elende Winterwetter kostet natürlich auch sehr viel Zeit. Mit dem Fahrrad kommt man an diversen Stellen überhaupt nicht mehr durch (die Straße, in der Miriams Kindergarten liegt, ist seit Weihnachten überhaupt nicht geräumt worden und entsprechend abenteuerlich zu benutzen), und wenn ich nicht langsam mal wieder ein bisschen Sonne sehe (für die jüngeren unter meinen LeserInnen: Das ist so eine Art mobile Wärmelampe, die gelegentlich am Himmel auftaucht. Ihr könnt ja mal danach googeln, falls Ihr davon noch nichts gehört haben solltet. Oder fragt mal Eure Großeltern, die kennen das eventuell noch), trete ich ernsthaft in den Streik.
Ansonsten schlagen wir uns halt so durch. Ich muss Miriam mal ausdrücklich dafür loben, wie sie mit Anka umgeht. Echt sehr liebevoll. Gelegentlich bittet sie zwar mal darum, dass Anka doch jetzt bitte mal zu weinen aufhören solle, aber selbst das ist normalerweise nicht in genervtem, sondern eher sachlichem Ton. Inzwischen ist Anka ja auch alt genug, um ab und zu mal zu lachen, und das macht viel aus für die Stimmung.
Als ich neulich mit meinen Eltern telefonierte, schob sich Miriam mehrfach dazwischen (sie telefoniert sehr gern). Am Ende bat sie noch mal um den Hörer und sagte: „Ich will noch von meiner kleinen Schwester erzählen!“ Als sie dann den Hörer hatte, sagte sie: „Meine Schwester ist noch klein.“ (Antwort konnte ich nicht hören). „Aber die wird jetzt immer größer!“
Noch was Schönes: Miriam spielt mittlerweile richtig gern Brettspiele. Im Moment vor allem „Mäusekarussell“ und „Fuzzi, Heinz und Schlendrian… fahren mit der Bimmelbahn“; gelegentlich auch „Tier auf Tier“ (und ganz selten mal was anderes). Heute hat sie gegen drei Erwachsene bei Mäusekarussell gewonnen. Super!

Today it’s Miriam’s second „little birthday“. Officially, it should be the 12th of February, but for us the the 11th was more important, as that was the day when we heard there was a new heart for her. So we celebrated a bit today, with some cake and games (four adults and the kids). Miri didn’t even ask why this was her second „little birthday“. In the morning, I was a bit shaky, but later on I didn’t think about it much anymore. It was a busy day, too, as Chinese new year is approaching and Elissa is preparing much for it. Also, Carnival is celebrated on Monday (in the kindergarten), so I will have to prepare a costume (or rather, prepare for preparing it with Miriam tomorrow). She wants a duck costume, and I am not an expert on that. Wish me luck. Next year she wants to be a giraffe…

Other than that, I really have to praise Miriam for her attitude towards Anka. She is very interested in her little sister, although she occasionally asks her to stop crying. By now, Anka is old enough to smile at us once in a while, and that is really good for everyone’s wellbeing.
The other day, when I was on the phone with my parents, Miriam cut in several times (she loves to talk on the phone). At one point, she told me she wanted to tell about her little sister. So I gave her the receiver and she said to her grandparents: „My sister is still very little.“ (I couldn’t hear the reply). „But she gets bigger and bigger now.“
I am also happy that Miriam takes a real interest in boardgames now. Her current favorites are Mouse Carousel, Stop the Train and Animal Upon Animal. Today she defeated us all at Mouse Carousel. Great!

Ich muss gleich…

January 23rd, 2010

Eigentlich ist das hier ja kein Polit-Blog. Aber die Welle von offener Korruption, die gerade durch Deutschland rollt, macht mich derartig sauer, dass ich mir das gerade mal von der Seele schreiben muss. Auch wenn mich nach den letzten beiden Kanzlern eigentlich nicht mehr viel wundern sollte.

Ich will hier natürlich keine Namen nennen, denn die anderen haben ja doch die besseren Anwälte. Sagen wir einfach mal, eine in letzter Zeit relativ erfolgreiche Partei ist sich nicht zu blöd zu behaupten, die kürzlich ausgeschütteten Steuergeschenke an die Hotelindustrie hätten nichts mit den größeren Parteispenden aus der entsprechenden Ecke zu tun. Die Tatsache, dass eine große private Krankenversicherung Beitragsrabatte für die Mitglieder einer bestimmten Partei gewährt, soll ebenfalls nichts damit zu tun haben, dass diese Partei die privaten Krankenversicherungen massiv fördert, ja sogar mit ihrer Hilfe die staatlich organisierte Gesundheitsversorgung abschaffen will. Und jetzt will sich die Regierung auch noch ihren Haushalt dadurch aufbessern, dass sie die Laufzeiten von Atomkraftwerken verlängert und dafür die Hand aufhält.

Ich habe nichts Grundsätzliches gegen die Hotelindustrie. Die privaten Krankenversicherungen und die Atomkraftwerkbetreiber/innen gehören aber ohne Zweifel zu den größeren Plagen in diesem unserem krisengeschüttelten Lande. Natürlich ist es nicht neu, dass sie vor nichts zurückschrecken, aber die schamlose Offenheit, in der sie versuchen, uns vollends in eine Bananenrepublik zu verwandeln (na? An wen erinnert uns die Farbe einer Banane?) lässt mir schon das Essen hochkommen.

In Taiwan ist der ehemalige Präsident nach dem Ende seiner Amtszeit prompt wegen besonders schamloser Korruption ins Gefängnis gewandert. Mittlerweile bin ich auch nicht mehr davon überzeugt, dass es ausreicht, bestimmte Leute einfach nur abzuwählen. Leider fürchte ich, dass ein relevanter Bodensatz der WählerInnen der hier immer noch ungenannten Partei die grassierende Korruption für richtig halten, weil sie hoffen, ganz persönlich davon zu profitieren, während der Rest der Menschheit dahin gehen soll, wo der Pfeffer wächst.

Ich hasse Euch.

This is a rant about the particularly shameless corruption of one of our ruling parties. I will spare you the disgusting details.

Miriam und die Trunksucht

January 9th, 2010

Silvester hat Miriam mit uns Dinner for One geguckt. Schien uns harmlos genug. Jedesmal, wenn James über den Tiger gestolpert ist, hat sie gefragt: Warum stolpert der Mann? Wir haben ihr dann erklärt, dass der betrunken ist und nicht aufgepasst hat. Seit Silvester hat Miri den Film noch ein paarmal sehen wollen, was ich in Ordnung fand -- so ist das eben mit dem Internet, ein Film wie Dinner for One ist jederzeit verfügbar. Jedenfalls gibt es da ja diesen Admiral von Schneider, der immer die Hacken zusammenknallt und “Skål” exklamiert.

Heute Mittag sagte Miriam zu mir: “Wenn ich groß bin und betrunken bin, dann kann ich auch mal “Skål” sagen!”

There is a tradition in Germany for new year’s eve: Everyone watches “Dinner for one”, a 1964 German production of a short English play. If you have never heard of it, check it out:

Part one:

Part two:

(I left out the German introduction, where you learn that Miss Sophie’s last friend was buried 25 years ago, so every year, her butler James has to play the rolls of her departed friends).

Miriam watched the film a few times since new year’s eve. Today, she said to me: When I have grown up and I am drunk, I can also say “skål”!