Archive for the ‘Taiwan’ Category

28 Jahre Wehklagen – für einen Kühlschrankmagneten!

Saturday, February 21st, 2009

To wail (engl.): jammern, wehklagen
28 Jahre lang (von 1961 bis 1989) muss ein Jammern und Wehklagen aus Deutschland ertönt sein, das man sogar in Taiwan hören konnte. Wie sonst wäre der Kühlschrankmagnet zu erklären, den mir Elissa und C. freundlicherweise aus Taiwan mitgebracht haben? Es ist ein wahres Prachtstück – komplett mit Breschnew und dem grünhäutigen Marsmännchen Honecker und Werbung für marmeladengefüllte Backwaren. Ja, so ist Deutschland.

Bruderkuss und Gejammer

Bruderkuss und Gejammer


28 years of wailing – for one fridge magnet!
For 28 years (from 1961 to 1989) there must have been a wail from Berlin which was so loud it could be heard all the way to Taiwan. How else would you explain this fridge magnet that Elissa and C. brought back from Taiwan? It’s truly a masterpiece – with Brezhnev kissing a green-skinned martian known as Honecker and advertisement for doughnuts (Berliner in German). Yes, that’s how Germany is.

Exotisches Gericht des Monats

Thursday, January 29th, 2009
Kuchen halt, nur mit ungewoehnlicher Auflage

Kuchen halt, nur mit ungewoehnlicher Auflage

Richtig. Das ist Kuchen. Mit Cocktailtomaten. Klingt seltsam, ist aber sehr lecker.
This is cake. With tomatoes. Sounds strange, but tastes very good, actually.

Das Jahr der Kuh geht gut los

Thursday, January 29th, 2009

Wie wohl selbst den Leuten im Fernen Westen nicht entgangen ist, hat vor wenigen Tagen das Jahr des Ochsen begonnen (seltsamerweise uebersetzt das niemand als Kuh, was wohl einfach zu profan klingt). Es war mein drittes Neujahr in Taiwan, wenn ich mich nicht taeusche, und ich habe es wohl typischer erlebt als die ersten beiden. Beim ersten Mal war ich gerade angekommen und kannte noch niemanden ausser einer Handvoll auslaendischer Lehrkraefte, die fuer die gleiche Agentur arbeiteten wie ich. Das zweite Mal war 2007 und fiel mit dem Geburtstag von Elissas Grossvater zusammen, so dass wir bei den Grosseltern auf dem Lalashan gefeiert haben, relativ ruhig und unspektakulaer. Dieses Mal haben wir mehr Dinge gemacht, die man eben zum Neujahr hierzulande so macht (Elissas Bruder und seine Frau kamen uebrigens auch angereist). Das heisst, dass wir am Silvesterabend zuerst mal Feuertopf gegessen haben. Fuer diejenigen, die noch nichts von diesem typisch ostasiatischen Konzept gehoert haben: Ein Feuertopf ist ein Topf, der auf dem Tisch auf einer Kochplatte steht und in dem eine Art Suppe vor sich hinkoechelt. Man tut dann so fondue-aehnlich verschiedene Sachen hinein, kocht sie mit, fischt sie nach einer Weile wieder heraus und isst sie auf. Die Suppe veraendert dabei im Laufe der Zeit ihren Geschmack, weil eben so viele Sachen darin gekocht werden. Das ist ein typisches Winteressen, von dem es lauter verschiedene Varianten gibt, chinesisch, mongolisch, japanisch, Hongkong-Stil, taiwanisch und so weiter. Ich bin von “normalem” Feuertopf mehr so mittelbegeistert, aber es gibt Varianten, die ich ausgesprochen schaetze. Ein Video zu diesem Thema werde ich ein andermal posten, das muss ich erst noch bearbeiten.

Spannender fuer mich war dann das Mah-Jongg-Spielen (erneut ein Hinweis fuer die Nichteingeweihten: Das hat nichts mit diesem Abbauspiel zu tun, das auf vielen Computern als Solitaerspiel vorhanden ist, sondern benutzt zwar die gleichen Steine, aehnelt aber eher dem Rommee oder sowas, das heisst, dass man verschiedene Kombinationen von Steinen bilden muss und als erste/r alle eigenen Steine verbrauchen muss). Aehnlich wie in Deutschland gibt es Familien, die nur zu Silvester spielen, und dann eben in der Regel Mah Jongg, oft um Geld. Bei uns ging es natuerlich nicht um Geld, sondern einfach nur so drauf los. Elissas Eltern haben einen sehr coolen Mah-Jongg-Tisch, mit ausklappbaren Getraenke- und Aschenbecherhaltern, Geldschubladen, mehrschichtiger Filzauflage und so weiter. Am Silvesterabend musste ich noch etwas Lehrgeld zahlen (also im uebertragenen Sinne jetzt), aber wir haben dann durchaus bis nach Mitternacht durchgehalten, also so um die sechs Stunden.

Mitternacht selbst verlief eher unspektakulaer. Fuer seine Knallerei ist die chinesische Kultur zwar beruehmt, aber es ist zeitlich nicht so koordiniert. Wer also Boeller in die Luft jagt, veranstaltet dabei einen Laerm, der in Goettingen allenfalls direkt am Gaenseliesel denkbar ist, aber es machen eben nicht alle gleichzeitig, so dass es sich etwas verliert. Manche Leute boellern schon am fruehen Abend, andere erst zwei Tage spaeter, andere (wir zum Beispiel) gar nicht. Ich weiss nicht, wie das in der Volksrepublik heutzutage so ist, aber ich habe hier in Taiwan jedenfalls nie vergleichbares gehoert wie einst in Amsterdam, wo ich mal in ein chinesisches Neujahr hineingeriet und um die Stabilitaet der umstehenden Haeuser geradezu Angste hatte.

Am naechsten Tag, also dem ersten Tag des neuen Jahres, ging es dann zu zwei Tempeln. Das ist fuer Leute, die das noch nicht erlebt haben, gar nicht so einfach zu beschreiben. Es draengen sich enorme Menschenmassen in die Tempelraeume, die meisten mit Opfergaben (Obst zum Beispiel) und Raeucherstaebchen bewaffnet. Die Tempel, bei denen wir waren, waren taoistisch, aber auch eine Buddha-Statue war zu sehen (Taiwan hat ja eine fuer Aussenstehende schwer zu durchschauende Religionsmixtur). Erbeten wird dann ein glueckliches neues Jahr, zum Beispiel auch Erfolg in wichtigen Pruefungen und so weiter. Das Ganze ist sehr spannend zu beobachten; es gibt erwartungsgemaess viele Regeln, die zu beachten sind, aber ich bin von der ganzen Sache ja inhaltlich eher unberuehrt. Jedenfalls habe ich mich mit Miriam dann nach einer Weile aus dem dichtesten Gedraenge entfernt, weil sie sich beschwerte, dass es zu laut sei. Damit hatte sie voellig recht, denn aus Lautsprechern ertoente Musik, die fuer die Qualitaet der Lautsprecher klar zu laut (und fuer westliche Ohren auch ziemlich quaekig) war. Zwischen verschiedenen Stuecken kam (kein Witz) Feuerwerk vom Band. Das wurde auf die Dauer dann wirklich ziemlich anstrengend. Aber auf der Strasse neben den Tempeln gab es allerhand Staende mit verschiedenen Leckereien, und das sollte man als Taiwanreisende/r keinesfalls auslassen. Ich staune immer wieder darueber, was es auch fuer mich noch alles neu zu entdecken gibt.

Am Nachmittag haben wir dann schon wieder Mah Jongg gespielt, diesmal glatte acht Stunden lang oder so (in gelegentlich wechselnder Besetzung, das heisst, dass mal jemand Pause machte und durch jemand anderen ersetzt wurde. Keine Frage, ich habe mir natuerlich keine ernsthaften Pausen geleistet – wenn ich in Taiwan schon mal Gelegenheit zum Spielen habe, nutze ich das aus). Aehnlich wie beim Feuertopf gibt es einen Haufen regionaler Unterschiede bei den Mah-Jongg-Regeln, besonders beim Zaehlen der Punkte. Ich kann nicht behaupten, dass ich da schon alles durchschaut haette, aber beim Spielen selbst werde ich allmaehlich etwas besser. Man muss dazu sagen, dass die Variante, die wir in Taiwan spielen (keine Ahnung, ob die in ganz Taiwan verbreitet ist oder ob es sich nur um lokale Hausregeln handelt, jedenfalls ist es eine Siebzehn-Stein-Variante), noch gluecksabhaengiger ist als andere, die ich schon kennen gelernt hatte. Hier geht es insbesondere darum, nicht zu verlieren, was zu sehr defensivem Spiel fuehrt, was ich nicht immer besonders spannend fand. Aber ich habe natuerlich auch andere Strategien ausprobiert, und da war dann am Ende doch mehr moeglich, als ich der hier gespielten Variante zugetraut haette.

Ansonsten waren wir zwischendurch immer mal wieder spazieren (waehrend sich die Autobahnen in endloser Verstopfung befinden, weil es genau festgelegte Tage in der Ferienzeit gibt, an denen man bestimmte Leute besuchen muss, wie zum Beispiel verheiratete Toechter ihre Eltern oder so, waren die Strassen in der Stadt so leer, wie man sie sonst nie sieht), haben natuerlich viel gegessen und getrunken und auch ein bisschen Besuch bekommen. Unter anderem waren wir in einem riesigen vegetarischen Buffet-Restaurant mit einer schier unfassbaren Auswahl. Zwar war nicht alles voellig ueberzeugend, aber man konnte ja sowieso nicht von allem probieren, dafuer war es einfach zu viel.

Nebenbei: Miriams Interesse an anderen Kindern ist endlich erwacht. Sie findet Babys unheimlich spannend, und auch anderen Kindern naehert sie sich mittlerweile furchtlos von selbst. Das ist zum Schreien schoen und geht mir warm runter. Sie trennt jetzt auch sehr souveraen Deutsch von Chinesisch und spricht die Leute hier in Taiwan automatisch auf Chinesisch an, C. und mich aber weiterhin auf Deutsch. Einfach toll. Wer meine frueheren Reiseberichte kennt, wird aber wahrscheinlich kaum erstaunt sein, zu erfahren, dass sie von Taiwaner/innen oft auf Englisch angesprochen wird, was natuerlich nicht recht funktioniert. Ich hatte mich ja immer schon gefragt, ob Auslaender/innen, die fliessend Chinesisch, aber keinerlei Englisch koennen, in der Lage waeren, sich in Taiwan zu verstaendigen. Das kann ich jetzt ein bisschen beobachten, aber bei Miriam laeuft natuerlich noch vieles ueber Charme und nonverbale Kommunikation ab. In ein paar Jahren werde ich mir das hoffentlich noch mal angucken koennen.

Most of you should have noticed that the latest year of the ox has started a few days ago (strangely, it is rarely called year of the cow, or is it?). This is my third New Year in Taiwan, and probably my most typical one so far. The first time, I had just arrived in the country a few days earlier and didn’t really know anyone except a few fellow foreign teachers.The second time was in 2007 and coincided with Elissa’s granddad’s birthday, so we spend it with her grandparents on Lala mountain, rather quietly. This time, we did more things considered typical (Elissa’s brother and his wife also joined us, by the way). That means that first of all, we were eating hotpot. Hotpot is a dish that exists all over eastern Asia, in many variants. It typically consists of a pot with soup cooking on a heater on the dining table. Everyone dumps stuff inside and fishes it out after a while. In the meantime, the soup changes in taste as more stuff is dumped into it. I will post a related video after my return, but I need to work on it first.

For me, playing Mah Jongg was more exciting, which we did from about seven till way after midnight. Mah Jongg is a game which, like hotpot, has many variants throughout East Asia (mainly differing on the scoring system). The variant we played was a 17 brick variant, more dependent on luck than others I had previously tried out. As in Germany, many families play games during New Year’s eve, often playing for money (which we didn’t). I wasn’t very successful on the first night, but more followed during the next few days and our performances improved significantly (despite the very high luck factor). All in all, we played for more than 20 hours, some of us taking breaks and being replaced by others (not me, of course…).

Midnight was rather unspectacular. Chinese people are famous for their firecrackers, but they don’t light them all at the same time here. Each family that does fireworks (we didn’t) makes a lot of noise, but it is spread out over the course of several days, so I found it rather quiet. I once was caught in a Chinese New Year’s celebration in Amsterdam and found it somewhat scary.

On the first day of the ox year, we went to some temples, too. It is customary to bring some offerings and light incense in the temples on this day, and to ask for blessings, in general and for specific events, such as exams, for example. Predictably, the crowd was huge, and C. and I kept to the sidelines with Miriam. There were loudspeakers on the temples, playing music that was a bit too loud for the sound system and, yes, recorded firework sounds. We tried to stay out of the mayhem as well as we could, which gave us the opportunity to sample the various culinary delights from the nearby food stalls. I am always surprised how many new things I still find here in Taiwan.

Miriam has developed a certain interest in other kids by now, which I am very happy about. It is great to see her interact with others, often taking charge of communication. She immediately seems to know which of her two languages to use. When I lived in Taiwan, I always wondered whether a westerner with perfect command of Chinese who doesn’t speak a word of English would be able to communicate with anyone over here, as anyone who can say “how are you” without turning red usually refuses to speak Chinese to foreigners. I guess I will find out in a few years, when Miriam comes back the next time.

Taiwan

Monday, January 19th, 2009

wir sind einigermassen gut in Taiwan angekommen, nur dass ich noch nicht richtig schlafen kann, was ein bisschen anstrengend ist. Insbesondere wegen morgen, weil wir da gegen vier Uhr noch was losfahren werden, um um sechs Uhr irgendwas unsere Goettinger Freundin C. vom Flughafen abzuholen. Von da aus geht es dann weiter auf den Lalashan, diesen fantastischen Berg, wo Elissas Grosseltern wohnen. Darauf freue ich mich sehr, owohl es eine scheussliche Fahrt da hoch ist, mit Serpentinen noch und noecher. Wir bleiben bis zum 22., und ich versuche, mich anschliessend noch mal zu melden.

Unterdessen versuche ich hier und da, Ergaenzungen zu meiner Taiwan-Webseite zu sammeln, die ich dann nach meiner Rueckkehr einigermassen vernuenftig einfuegen werde. Aber vielleicht interessiert es ja hier auch ein paar Leute. Hier ein kurzer Text ueber Buchlaeden:

Von den meisten Touris kaum beachtet warden duerfte eine taiwanische Institution, naemlich der Buchladen. Nun gibt es Buchlaeden natuerlich allueberall auf der Welt, aber die taiwanischen unterscheiden sich zumindest in einem Aspekt deutlich von den deutschen, naemlich darin, dass in der Regel ueberall Leute sitzen und lesen. Und zwar nicht nur auf den gelegentlich vorhanden Sitzgelegenheiten, sondern insbesondere auch auf dem Fussboden. Also aufgepasst, wenn ihr allzu schwungvoll um ein Regal herumeilt, koenntet Ihr auf jemanden drauftreten. Ich weiss nicht, ob der Unterschied zu einem deutschen Buchladen dabei hinreichend herauskommt: Ich rede nicht davon, dass man, sich vor den kritischen Augen der BuchhaendlerInnen duckend, verstohlen ein paar Abschnitte eines Buches ueberfliegt, sondern dass man ganz entspannt herumsitzt und liest. Das ist in taiwanischen Buchlaeden keineswegs verpoent, sondern voellig in Ordnung. Fuer Leute, die kein Chinesisch lesen koennen, ist es natuerlich in der Regel nicht so attraktiv, dieses Verhalten nachzuahmen, denn fremdsprachige Literatur gibt es nur in einigen groesseren Laeden in einigermassen relevanter Anzahl (in den kleineren Laeden sind die gegebenenfalls auch eingeschweisst und damit dann doch nicht zugaenglich), aber ich finde es trotzdem spannend, es zu beobachten.

Ansonsten sind Buecher fuer unsere Verhaeltnisse recht billig. Ein aktueller Bestseller kostet vielleicht so zwischen vier und fuenf Euro, und auch fremdsprachige (meist englische) Buecher sind nicht sehr teuer (wenn man sie denn findet)

We have arrived in Taiwan, and although I cannot sleep very well yet, we are fairly well. The sleeplessness is bothering me a bit, particularly because tomorrow we will have to depart at four something to pick up our friend C. from Goettingen at the airport (she will arrive at six something). Afterwards, we will be heading to Lalashan, a spectacular mountain where Elissa’s grandparents live. I am looking forward to that, although the road there is a nightmare which I certainly find no pleasure in. We will be back on the 22nd, and I will see if I can write some more afterwards. I will also try to write some more supplements to my German language Taiwan webpage (the short text above is about Taiwanese bookshops, which are unusual in German eyes because people go there to read so much.

A kiss from the doctor

Sunday, May 25th, 2008

(Deutsch diesmal am Ende)

This article might be mainly interesting to those of you who do not live in Germany, or at least not in Göttingen. Therefore I will write in English first and then give a German summary at the end.

You may or may not know that Göttingen is the home of one of Germany’s bigger and more respected universities (around 25000 students at the present time, around 30000 when I was one of them). Despite its renown, I have not noticed much effort on the part of the university to be too ceremonial. For instance, when I received my M.A. diploma, I was told to pick it up from the dean’s office. I went there, waited outside for half an hour until he got off the phon e, went in, he uttered a few standard phrases, I made some suggestions on how to improve the teaching at our faculty which he brushed aside with more standard phrases, and that was that. No audience, no special dress, and certainly no black hats to throw around. The party I threw was at my home and had nothing to do with the university itself.

When I was teaching in Taiwan, I noticed that even as kids finish their final year of kindergarten, they are dressed up in robes and hats, the best students (!) get praised in front of a very bored audience for their great performance, and the photos of that proud and happy day are only taken down from the mantelpiece to be replaced by similar photos from the elementary school graduation ceremony a few years later.

Well, back to Göttingen and back in time: In 1901, a fountain with a statue was erected in Göttingen’s center which serves as a kind of symbol for the city: The Gänselieselbrunnen (goose girl fountain). It depicts a simple girl selling geese at the market. As this seemed inappropriate for a statue at a time when there were still emperors and generals to be honored, the city authorities decided to at least add a bunch of fancy ornaments.

The girl soon became very popular, particularly among university students, who were at that time mostly male and occasionally rather drunk, so they enjoyed drinking and then climbing over the fountain to kiss the bronze girl. The more drunk they were, the bigger the chances of actually falling into the water. This was considered such a nuisance by the authorities that in 1926, the police intervened and kissing the Liesel was actually outlawed. Henceforth it was only tolerated when someone received a doctorate degree. This tradition survived, and it has become a custom that anyone who receives such a degree will afterwards be carried or otherwise brought to the Gänselieselbrunnen by his or her friends, climb the fountain (still not too easy, but manageable – there actually is a stepping stone nowadays), kiss the girl and leave her some flowers. Due to the size of the University, this is a common sight which tourists and locals enjoy watching. The Gänseliesel is dubbed the „most frequently kissed girl in the world“. Since there are, of course, many dubious creatures among the kissers (frat pack is still not banned from obtaining degrees), maybe this should be changed into „most frequently molested girl in the world“?

So much for the background. Last monday evening, it was our friend’s turn to take his final exam in the law department. Elissa and I had promised to get the vehicle and design his hat. Since the law department is a little more formal in general than other departments, our friend was dressed in a formal suit for his exam. But no hat – until we got a hold of him afterwards. The hats are made from cardboard and decorated with lots of stuff related to the graduate, his subject and whatever seems fun, appropriate, or, in some cases, totally inappropriate. The hat we had made for our friend had some family photos, an alien drinking beer while shooting a tax declaration form (our friend’s special field were tax exemptions), money in various forms, and so on. The cart was an old trailer which we borrowed from another friend and decorated with balloons and flowers.

On the road to the Liesel, we occasionally stopped for photos, as we were not in any rush. Our friend was visibly enjoying the ride, and you always get some happy stares from the general population. All in all, I think it was one of the cooler carts passing through Göttingen in recent memory. As our friend was Taiwanese, as were several of his supporters, the actual kiss had to be repeated several times just for photographic reasons. Note that if you ever want to obtain a doctorate degree from Göttingen university, you should make sure you obtain it in winter, when they drain the fountain of its water. Those geese can get you rather wet in summer.

After the ceremony, we went to a nearby restaurant to celebrate. Unfortunately, I was coming down with a cold (which I have since passed on to Miriam), so I didn’t manage to stay up too long (which was ok, as Miriam had to go to bed anyway.

Am Montag haben wir unseren Freund nach seiner Doktorprüfung abgeholt und mit einem speziell dekorierten Wagen zum Gänseliesel gekarrt. In Göttingen ist es üblich, dass die frischgebackenen Doktorinnen nach ihrer letzten Prüfung auf den Brunnen klettern und das Mädchen küssen, das dadurch den Beinamen „meistgeküsstes Mädchen der Welt“ erhalten hat (angesichts der zweifelhaften Gestalten, die gelegentlich Doktortitel erwerben, wäre vielleicht meistbelästigtes Mädchen der Welt angemessener – noch immer dürfen Burschis akademische Grade erwerben…). Die FreundInnen des Prüflings kümmern sich um Wagen und Doktorhut, der mit diversem Schnickschnack (mit Bezug zu Studium oder Prüfling allgemein) verziert wird. Diese ehrenvollen Aufgaben waren in diesem Fall Elissa und mir zugefallen – hat Spaß gemacht!

Fledermäuse bringen Glück

Friday, April 25th, 2008

Nach taiwanischer Tradition bringen Fledermäuse Glück. Um zu verstehen, warum, muss man ein bisschen über die chinesische Sprache wissen. Chinesisch ist im Vergleich zum Beispiel zu Deutsch eine relativ lautarme Sprache. Das heißt, dass es wesentlich weniger verschiedene mögliche Silben gibt als auf Deutsch. Ausgeglichen wird das teilweise dadurch, dass Chinesisch eine tonale Sprache ist, das heißt, dass jede Silbe sozusagen mit vier bis fünf verschiedenen Melodien ausgesprochen werden kann. Während in Deutsch also ein Satz eine Melodie hat (zum Beispiel eine leicht erhobene Stimme am Ende einer Frage), hat in Chinesisch jedes einzelne Wort eine solche. Das ist für uns nicht immer ganz einfach zu lernen und führt auch immer mal zu amüsanten Missverständnissen.
Was das nun mit der Fledermaus zu tun hat, wollt Ihr vielleicht wissen. Also: Da es nun mal vergleichsweise wenige verschiedene Silben im Chinesischen gibt (trotz der vier Töne immer noch weniger als im Deutschen), klingen viele Wörter tatsächlich genau gleich. Im Alltag stellt das für MuttersprachlerInnen in der Regel kein Problem dar, denn aus dem Kontext erschließt sich die genaue Bedeutung durchaus, und die Schriftzeichen sind auch noch unterschiedlich (für ausländische LernerInnen ist es natürlich trotzdem oft verwirrend). Jedenfalls ist es so, dass das Wort für Fledermaus fu (zweiter Ton) lautet, ebenso wie das Wort für Glück. Das Wort für kopfüber lautet dao (dritter Ton), während ankommen dao (vierter Ton) ist. Also klingt „Die Fledermaus hängt kopfüber“ (was sie unweigerlich tut, wenn sie nicht gerade fliegt) sehr ähnlich wie „das Glück ist angekommen“. Für Deutsche ist das vielleicht ein bisschen abstrakt, aber im Chinesischen gibt es einige solche Übertragungen.
In jedem Fall scheint die kopfüber hängende Fledermaus uns Glück gebracht zu haben. Am Montag, als ich die Fledermaus zum ersten Mal gesehen hatte, war bei der Wohnungsgenossenschaft der Abgabeschluss für die Bewerbung um unsere Traumwohnung. Danach ging das große Zittern los, denn eigentlich hatte ich unsere Chancen gar nicht für so groß gehalten. Die Fledermaus war dann erst Mittwoch Morgen verschwunden (wir hatten uns schon ein bisschen Sorgen gemacht, ob sie überhaupt noch lebt, aber ein Anruf unserer Nachbarin beim Naturschutzbund ergab den Hinweis, die Fledermaus einfach in Ruhe zu lassen), und als ich am Mittwoch Mittag von der Arbeit kam, war der Anruf auf dem AB: Wir haben die Wohnung! Anfang Juli können wir einziehen.
Für diejenigen, die unsere jetzige Wohnung nicht kennen: Sie ist eigentlich recht nett und hat eine geradezu traumhafte Lage an einem kleinen Park in der Südstadt. Dort gibt es viele Kinder und ein ausgesprochen nettes Umfeld. Am liebsten wären wir in einem der zehn Häuser, die um den Park herumstehen, geblieben. Aber unsere Wohnung ist mit ihren 53 Quadratmetern eben nicht so üppig groß, und die Dachschrägen haben den Stauraum mächtig eingeschränkt, so dass wir uns ziemlich beengt gefühlt haben. Gerade jetzt, wo meine Schwiegermutter für längere Zeit zu Besuch ist, zeigt sich, dass für drei Erwachsene und ein Kind eine größere Wohnung schön wäre. Und die werden wir bald haben. Gut 100 Quadratmeter in einer ruhigen Wohnstraße im unteren Ostviertel warten auf uns, und für alle, die jetzt schnell weglaufen wollen, weil sie schon wissen, dass ich sie um Hilfe beim Umziehen werde bitten müssen: Entspannt Euch! Wir ziehen ins Erdgeschoss! Auch das ist eine wirklich schöne Aussicht. Von Balkon, großer Küche, vier Zimmern plus Mansardenzimmer muss ich dann vielleicht gar nicht mehr explizit herumschwärmen, oder? Jippie!

According to Taiwanese belief, bats bring luck. In order to understand why, you need to know some things about the Chinese language. Chinese is a language which contains relatively few sounds. That means that there aren’t as many different syllables as in German, for instance. To (partly) make up for that, Chinese is a tonal language, meaning that each syllable can be pronounced in four to five different tones. While western languages tend to have a sentence melody (i.e. a question might end in a slightly higher tone), in Chinese each word has its own melody. That isn’t easy to learn and causes amusing misunderstandings from time to time.
You might ask what this has to do with our bat. Now even with the different tones, Chinese has a lot of words that sound the same but have different meanings. That is usually no problem (at least for native speakers), because the context usually makes it clear what you are trying to say (again, that doesn’t always apply to us poor foreigners), and in the written language the words have different characters, too. Anyway, the word for bat is fu (second tone) in Chinese, same as the word for luck. Moreover, dao (third tone) means upside down, while dao (fourth tone) means to arrive. Therefore, „the bat hangs upside down“ (which it does when it isn’t fluttering around) sounds very similar to „luck has arrived“. This kind of symbolism is not uncommon in Chinese.
Whatever you may think of such word play, it seems to have worked with us. The bat had appeared on Monday, the day that was the deadline for applying for the apartment of our dreams. The bat was gone on Wednesday morning, the day that we got the phone call informing us of our lucky win – we will move to a grand new place in early July or so.
For those of you who don’t know our current place: It is not so bad and it has a very good location on the edge of a tiny park. The neighbors are a friendly bunch and there are plenty of kids around. But our apartment is rather small for our family and is also under the roof. That seriously limits the number of places where we can put shelves and other stuff. The new place is on ground floor, twice the size than this one, has a big kitchen on top of the four rooms (a fifth one in the attic, actually), and the location is not bad at all, either. We are delighted. Yippee!

Des Rätsels Lösung

Saturday, December 8th, 2007

Diverse von Euch hatten sich an der Raterei beteiligt und Tips abgegeben, welchen Gegenstand Miriam bei ihrer nachträglichen Geburtstagsfeier ausgewählt hätte. Einen Volltreffer hat niemand gelandet, obwohl Eure Tips nicht ganz schlecht waren: Miriams zweite Wahl wurde mehrfach genannt, und auch das dritte Ding, nach dem sie gegriffen hat, war zumindest einmal getippt worden.
Für welche Karriere sie sich nun tatsächlich entschieden hat, könnt Ihr im folgenden Filmchen staunend zur Kenntnis nehmen.

(English) Here’s the answer to the question I had asked about ten days ago: What did Miriam pick as the first item to hint at her future? Well, there were a bunch of guesses, but none of them was right. See for yourself!

Geburtstagsähnliche Zustände

Tuesday, November 27th, 2007

Normalerweise ist es in Taiwan Tradition, dass ein Kind an seinem ersten Geburtstag ein ganzes Tablett voller Dinge vorgesetzt bekommt. Die ersten drei Dinge, nach denen es greift, sollen eine Aussicht auf die zukünftige Karriere des Kindes geben. Weil Miriam an ihrem Geburtstag ja nun ziemlich darniederlag und kaum die Augen aufkriegten, haben wir es in mehreren Etappen auf heute verschoben, da heute ja ihr eineinviertelter Geburtstag war. Hier seht Ihr das Tablett:

imgp5833.jpg

Die Preisfrage für heute lautet: Welches der Objekte hat sie als erstes ausgewählt? In der Kommentarspalte dürft Ihr Eure Tips abgeben. In ein paar Tagen gibt es dann die Auflösung in Form eines kleinen Filmchens, in dem wir den historischen Moment festgehalten haben.

In der Zwischenzeit hat Miriam herausgefunden, wie groß sie eigentlich schon geworden ist. Seht selbst:

(English) One of the many traditions in Taiwan is to present a bunch of items to a baby on his or her first birthday. Whatever he or she grabs first is supposed to give a hint at a future career. In Miriam’s case we missed the crucial date as she was still heavily sedated after her Berlin Heart operation. So we postponed the big event until today (she turned one year and three months old today). Here’s a picture of the tray:

Now here is a question for all of you: What do you think she grabbed first? Please post your guesses as commentaries below. In a few days we will show you a little film that gives you the answer.

In the meantime, Miriam found out how tall she is (that’s the question I am asking her in the film).