Verlasse jetzt die Zivilisation. Bis später.

June 29th, 2008

So, ich melde mich schon mal ganz vorsichtig ab. Morgen bekommen wir die Schlüssel für die neue Wohnung, und ich will dann sogleich mit der Verlegung des Laminats beginnen. Mittwoch kommt noch der Küchenfußboden. Der will Donnerstag verlegt sein, weil Freitag die Ikea-Lieferung kommt. Diese komplett aufzubauen, werde ich kaum bis Sonntag schaffen, wenn wir dann umziehen… Zusätzliche Hilfe ist nach wie vor willkommen; sowohl für Sonntag als auch vorher. Das, was hinterher kommt, ist einfach noch nicht abzusehen.

Insbesondere ist natürlich nicht abzusehen, wann wir in der neuen Wohnung Internet haben werden. Bei einem Umzug ist es ja kein Problem, Gas, Strom, Post und so weiter innerhalb weniger Tage oder Stunden umzubestellen. Aber an dem Tag, an dem ich unseren Umzugstermin wusste, bin ich sofort zu Arcor gegangen, um um die Ummeldung zu betteln. Vier Wochen könne es dauern, hieß es da. Also werde ich zusätzlich dazu, dass ich ohnehin keine Zeit haben dürfte, wahrscheinlich auch schlicht offline sein. Wundert Euch also bitte nicht, wenn es für ein Weilchen keine Blog-Einträge, Email-Antworten (mit denen bin ich ja eh völlig in Verzug) oder Ähnliches von mir gibt. Auch Telefonate könnten rarer werden. Ich werde versuchen, ab und zu auf der Arbeit meine Mails zu lesen und auf dringende Dinge zu reagieren. Aber wie oft mir dazu Zeit bleibt, kann ich auch noch nicht sagen, ich denke, eher wenig.

P.S.: Miriam liebt Ikea.

This might be the last posting for a while. We will get the keys to our new apartment tomorrow, then I will start putting the new floors in. On Friday, our new furniture will be delivered (mostly kitchen stuff), which I will then begin to set up. On Sunday we are planning to move – there is no way that the place will be fully prepared by then. But I will do what I can, which will leave little time for emailing or blogging or anything. Also, I have no idea how long it will take until the internet and phone works again in the new place, but don’t be surprised if we are offline for another two weeks or so, ok? I will try to read some mails at work, but time will be precious there as well, so be patient.

P.S.: Miriam loves Ikea.

Kundendienst

June 22nd, 2008

Kundenservice

(the word on top of this car means “customer service”)

Fünf Jahre Ehe mit einer Unbekannten

June 19th, 2008

Als ich vorgestern meinen neuen Arbeitsvertrag unterschreiben wollte und meine Lohnsteuerkarte abgab, fragte mein Chef mich, warum denn da unter Kinderfreibeträge die Zahl 0,5 eingetragen sei. Da musste ich passen. Ich hatte ja schlicht keine Ahnung von Lohnsteuerkarten, da ich als Freiberufler erstens nie so gut wie nie eine benutzt hatte, und zweitens nie in der beneidenswerten Lage war, so viel Geld zu verdienen, dass ich Lohnsteuer hätte zahlen müssen (mein Karriereziel war ja immer gewesen, so reich zu werden, dass ich steuerpflichtig bin. Dem bin ich zwar mit dem neuen Vertrag einen gewissen Schritt nähergekommen, aber erreicht habe ich es noch nicht). Also hatte ich keine Ahnung von Steuerklassen und Kinderfreibeträgen gehabt, und Steuerklasse 1 klang irgendwie niedrig, was mir logisch vorkam. Aber laut Auskunft meines Chefs hätte ich eben Anspruch auf einen vollen Kinderfreibetrag gehabt, und so schickte er mich ins Rathaus, um da mal nachzufragen (der Versuch, da anzurufen, scheiterte kläglich – zu Öffnungszeiten ist da wohl niemand in der Lage, ans Telefon zu gehen).

Im Rathaus fragte ich dann also mal ganz naiv nach. Die Dame von der Stadt guckte in den Computer und teilte mir mit, dass ich als alleinstehender Vater halt Anspruch auf den halben Kinderfreibetrag hätte. Moment mal, ich und alleinstehend? Na ja, wo meine Frau ja offenbar im Ausland lebe, würde da der halbe Freibetrag angesetzt. Ausland? Hä? Na ja, im Computer stehe halt, ich sei mit „unbekannt“ verheiratet. Nach etwas weiterem Bohren suchte die Dame dann mal den Datensatz meiner Göttergattin heraus und stellte fest, dass diese als ledig geführt wurde. Na ja, hieß es dann, wenn Sie im Ausland heiraten und dann nicht gleichzeitig nach Deutschland einreisen, könnte sowas vorkommen. Der Hinweis darauf, dass wir ordnungsgemäß hier in Göttingen geheiratet hätten, machte dann auch mein Gegenüber sprachlos. Aber immerhin ließ sich die Sache dann doch schnell beheben, und so sind wir seit dem 17. Juni mal wieder verheiratet (oder genauer gesagt: Elissa ist nicht mehr ledig und ich weiß jetzt, wer meine Frau ist).

When I was about to sign my new work contract on Wednesday, my new boss noticed that my income tax card (which every employee has to hand in to the employer who then enters the tax information) said that I have 0,5 kids. I hadn’t even noticed that there was anything wrong with it; as I have been a freelancer for the last eight years (who doesn’t need an income tax card), I put my tax cards into my document folder year after year and never even bothered to look at them. Also, I had never made enough money to actually have to pay any income tax, so I had no clue about this subject. As people with kids can get serious tax deductions, my boss recommended that I should go to the town hall and have it checked. And so I did.

The lady from the city administration looked into her computer and told me that as a single dad I get half the entry for the kid. Single dad? I insisted on being married, so she said that since my wife apparently lived abroad, I was registered as a single dad. Lived abroad? Well, the computer said that I was married to „unknown“.

After some more pushing from my side, the lady checked Elissa’s file and found out that she was listed as „single“. Well, she said, since you apparently got married abroad and then entered Germany on different dates, this kind of error could occur. When I told her that we had gotten married right here in Göttingen, her ideas on where this weird situation had originated ran out, and she just changed the file. So as of June 17th, we are married once again (or, to be more precise: Elissa is no longer single and I finally know who my wife is).

Ausflug und Auslauf

June 15th, 2008

Wird ja dringend Zeit, dass ich mal wieder was über Miriam schreibe. Wir haben am Wochenende mal einen kleinen Ausflug zu Freunden in der Nähe von Kassel gemacht, erstmals seit der Krankenhauszeit mit Übernachtung. Obwohl Miriam in der Nacht lange geweint hat, war die kleine Reise toll. Miriam hat die ohnehin beeindruckenden Fortschritte beim Gehen noch mal rasant vergrößert – obwohl sie noch unsicher ist, kann man jetzt definitiv sagen, dass sie laufen kann. Ich füge mal wieder ein Video an, was sie beim Multitasking zeigt: Sie läuft und singt gleichzeitig. Elissa singt ein chinesisches Lied über einen hechelnden Hund an, das dann von Miriam ergänzt wird. Großes Kino.

Trotz der Lauferei ist Miriam aber auch immer noch sehr gerne per Fahrzeug unterwegs, wie man hier sehen kann.

Gute Fahrt

Ansonsten deutet jetzt vieles darauf hin, dass unser Umzug am 6. Juli stattfinden dürfte. Also markiert Euch den Termin schon mal im Kalender, liebe Helferlein – wir brauchen Euch alle… :-) Ungefähr in der Woche davor könnten wir auch ein paar Leute zum Verlegen des Laminats gebrauchen. Wer damit Erfahrung und ungefähr in der Woche Zeit hat, soll sich gern bei mir melden (auch jemanden, um das Laminat in die Wohnung zu fahren, könnten wir gut gebrauchen). Wenn die Termine besser greifbar sind, dann melde ich mich aber auch nochmals.

Das SpieleautorInnentreffen war in mancher Hinsicht ergiebig, auch wenn ich keine Gelegenheit hatte, mein Sternenspiel irgendwelchen Verlagsleuten anzudienen. Ich werde dann irgendwann nach dem Umzug mal eine verschickbare Version basteln und mal gucken, ob sich dafür jemand interessiert. Spaß gemacht hat das Treffen auf jeden Fall, und ein bisschen bin ich auch zum Spielen gekommen.

Don Q. von Dirk Hanneforth

Don Q. von Dirk Hanneforth - ein sehr schönes Zweipersonenspiel, hier in der massiven Demo-Version

Seither bin ich arbeitslos und genieße das sehr, auch wenn mir die Zeit trotzdem zwischen den Fingern zu verrinnen scheint. Heute habe ich immerhin mal einen Zeichnung der neuen Wohnung gemacht und ein paar Pappmöbel ausgeschnitten, so dass wir ein bisschen handfester planen können. Ikea darf sich auf ein gutes Geschäft freuen…

High time I give you news of Miriam. On the weekend, we took a little trip to see friends near Kassel. It was our first overnight trip since her hospital release, and it was great. Miriam is progressing much, expecially in her walking skills. She is still insecure, but you can safely say that she can walk now. The video shows her singing and walking at the same time – the song is a Chinese song about a yapping dog that Elissa lets Miriam finish.

Despite all the walking, Miriam still likes to drive, as you can see in the photo.

The game authors’ meeting was fun, although I never had the chance to introduce my latest game to any publishers. I will make a smaller version of it after we have moved (probably on the 6th of July), and see if anyone is interested.

Until then, I am officially unemployed. Time is running fast anyway, but I am enjoying it (particularly because I know it is only for a month). Today I started making a 2D-model of the new apartment, so we can do some serious planning. Ikea can look forward to some good business, I guess…

Euer “unbeschwerter Nationalstolz” kotzt mich an.

June 12th, 2008

Einige von Euch werden mitbekommen haben, dass heute bei der EM Deutschland gegen Kroatien gespielt hat. Dagegen habe ich auch gar nichts, bin ja selbst dem Fußball durchaus zugeneigt. Aber leider musste ich arbeiten, und noch leiderer liegt meine Abendarbeitgeberin, die Volkshochschule, neben der Lokhalle, in der sogenanntes Public Viewing stattfand, und am leidersten lag meine Arbeitszeit von 17:30 bis 20:00, so dass ich schon auf dem Hinweg durch eine größere Menge besoffener Prolls durchwaten musste, und mir auf dem Rückweg geschätzt hunderttausend noch besoffenere und deutlich frustriertere Leute entgegenwogten.

Auch das kann ich noch verkraften. Dass sich Millionen von Deutschen jetzt kleine Fähnchen ans Auto machen, finde ich zwar albern, aber ich kriege es irgendwie noch ignoriert. Dass aber JournalistInnen bei der letzten WM und hinterher zu dem Schluss gekommen waren, dass das alles ja nur unbeschwerter, gar natürlicher Nationalstolz sei, der sich da endlich, endlich nach langem Krampf Bahn breche, das ist für mich allerspätestens nach diesem Abend nicht mehr haltbar. Was da aus den besoffenen Jungs herausdröhnte, hatte nichts mit Unbeschwertheit zu tun, sondern es war reine Aggression, gepaart mit dumpfem Gegröhle, Bedrohung einiger AutofahrerInnen (die ich fast noch in Schutz nehmen musste), und den unvermeidlichen Rufen „Scheiß-Kroatien“. Jaja, die sind Schuld daran, dass die Party nicht so dolle ausfiel, was? Da gebietet der faire Sportsgeist natürlich, denen gleich mal was auf die Fresse zu geben. Der Weg vom unbeschwerten Nationalstolz bis hin zur Aggression gegen Andersnationale ist eben ein sehr kurzer. Natürlich trifft das jetzt nicht auf alle Anwesenden zu, und natürlich hört man so ein dumpfbackiges Gegröhle ewigpubertierender Jungs auch in der Bundesliga. Trotzdem muss ich festhalten, dass die wogende Masse sich mit Gebrüll einen Weg für ihre Wut bahnen wollte, und sowas halte ich für brandgefährlich. Widerliches Geschmeiß, was da unterwegs war, das einem Scham darüber einflößen würde, Deutscher zu sein, wenn das nicht ebenso albern wäre wie dieser schwachsinnige Stolz.

Ohne Worte am Ende: Ein Auto mit derlei Nationalstolzen brettert mit geschätzt 300 Sachen auf einen Zebrastreifen zu, über den gerade massenweise Leute rübergehen. Im letzten Moment wird gebremst. Seeeehr cool. Das Auto dahinter (mit ebensolchem Pack besetzt) kann natürlich nicht ahnen, dass das Auto vor ihm nicht voll in die Menschenmenge rast und wird von der Bremsung offenbar total überrascht. Mit quietschenden Reifen und wüstem Ausscheren aus der Fahrspur kommt es gerade noch halb neben, halb hinter dem anderen Auto zu stehen. Ich war leider schon zu weit entfernt, um noch auf die Motorhaube zu kotzen. Aber ich habe große Hoffnung, dass das die besoffenen Prolls im Innenraum vielleicht noch selbst erledigt haben.

Nicht alles von Schopenhauer schätze ich. Wohl aber das hier:

„Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.“


When the football world cup was held in Germany two years ago, many jounalists praised Germany’s reawakened innocent national pride. Seeing intoxicated Germans after the football game that Germany lost against Croatia earlier today, I was reminded of my doubts about the innocence of this pride. It was all about „fuck Croatia“, and I wonder what it takes to actually turn into physical aggression all over again (Germans being among world’s foremost experts in this matter, as you may know). Shame on that German scum. Yes, I know that it doesn’t apply to all those who attended the public viewing events, but to more than enough of them.

Arthur Schopenhauer wrote in one of his brighter moments:

“The cheapest form of pride by contrast is national pride. For it betrays in the person imprisoned by it an absence of the individual qualities of which he could be proud, in favor of those he is prepared to share with so many millions. A person endowed with valuable personal merits would rather understand the defects of his own nation, and keep them constantly and clearly before his own eyes. But that poor wretch who has nothing in the world of which he can be proud, will always seize upon the crudest basis for pride, the nation to which he belongs. In so doing he commits himself to defend all the failings and foolishness which characterize it with his every word and deed.”

(translation taken from here)

Farbenspiele

June 10th, 2008

Im folgenden Foto haben sich einige Fehlerchen eingeschlichen. Kannst Du sie finden?

Grüne Tonne in blauem Mülleimer mit gelbem Sack

(this is difficult to explain to people who are unfamiliar with the German trash separating system).

Totaler Leichtsinn!

June 5th, 2008

Ja ist die denn irre? Ohne Helm?!

She must be out of her mind! No helmet?!

Sterne und Puppen

June 2nd, 2008

Gestern waren wir wie geplant bei Reinhold Wittig und haben den Prototypen meines neuesten Spiels gebastelt. Wir waren zu viert plus Miriam, also zu dritt (Leute mit kleinen Kindern wissen, was ich meine…) und mussten uns erstmal überlegen, wie wir die Arbeit einigermaßen sinnvoll aufteilen. Nach einem Weilchen hatte sich das gut eingespielt (zumal Miriam plötzlich einschlief), und innerhalb von drei Stunden oder so war ein feines Spiel fertig. Wir haben das dann im Garten auch noch zweimal gespielt, wobei noch eine Freundin kam, die sich um Miriam gekümmert hat. In der großen Vorführversion machte es durchaus doppelt Spaß, und ich finde, es ist ein schöner Hingucker geworden. Ein paar Kleinigkeiten werde ich eventuell noch modifizieren, und ich muss auch noch mal eine aktualisierte Regelversion fertigmachen. Und einen griffigen Namen brauche ich noch. Es geht um das Entdecken von Sternbildern am Nachthimmel, und da das Thema natürlich nicht völlig revolutionär neu ist, sind viele gute Namensideen schon vergeben. Na, bis Samstag habe ich ja noch Zeit…

Da wir nun mal mit Kamera unterwegs waren, hat Elissa auch noch ein paar von Reinholds spektakulären Marionetten fotografiert. Die möchte ich Euch nicht vorenthalten.

We went to Reinhold Wittig’s place yesterday and built a rather large (almost 3×4 feet) prototype of my latest game. There were four of us, plus Miriam, so there were three of us (people with kids will know what I mean…). At first we had to find a good way to divide up the workload, but once we knew what we were doing, we got it done in about three hours (if Miriam hadn’t fallen asleep, it would have taken longer). Afterwards, we did two test rounds in the garden – with the big version, the game is twice as entertaining. I hope that it will grab some attention in the game authors’ convention on the weekend. I will need to redo a few details, update the rule sheet and find a catchy name for the game – as games about star constellations have been done before, some of the obvious choices are taken already. Well, I have a few more days afte all…

As we had the camera on us, Elissa took a few pictures of Reinhold’s spectacular puppets. Have a look.

Schritte

June 1st, 2008

Wird dringend Zeit, dass ich mal wieder was Neues von Miriam preisgebe. Letzten Samstag hat sie nämlich ihren ersten, noch ganz zaghaften freihändigen Schritt gemacht (im Weltladen), und seit Montag sind dann noch ein paar dazugekommen. Hier in der Wohnung sind ja jetzt nicht so richtig viele freie Flächen, da gibt es fast immer die Möglichkeit, sich irgendwo festzuhalten, aber hier und da ignoriert Miriam das schon mal. Auch bei der Krankengymnastik, zu der wir mittlerweile hingehen können (vorher waren das ja noch Hausbesuche), hat sie das schon vorgeführt. Sie redet jetzt viel mehr Chinesisch als früher, auch in Zweiwortsätzen, aber dem Deutschen wird sie ja ohnehin genug ausgesetzt, daher bin ich darüber eher froh. Ein großes Problem ist nach wie vor das Essen, beziehungsweise das Nichtessen. Sie wiegt immer noch so viel wie unmittelbar nach der Transplantation. Dabei finden wir durchaus hier und da mal neue Sachen raus, die sie mag – und gelegentlich funktioniert auch ein kleiner Trick. Den wende ich an, wenn sie mal wieder was zu essen in die Hand nimmt und es dann nach einer Phase der Inaktivität mir anbietet. Ich nehme dann selbst was Gleichartiges in die Hand und wir füttern uns gegenseitig. Das bricht manchmal die Anfangsscheu vor Neuem. Einigermaßen prima funktioniert das Füttern von Baby-Brei aus dem Gläschen – aber es muss dann auch Baby-Brokkoli von Martin Evers sein. Leider können die Läden einer kleineren Großstadt wie Göttingen nicht gegen ihren Verbrauch dieser Sorte anliefern, so dass wir manchmal andere Sorten ausprobieren müssen. Ein einziger Kampf. Aber ohne das Zeugs würde sie vermutlich verhungern.

Reziprokes Füttern

Unterdessen sind wir (wie ja eigentlich immer) im Vollstress. Die Erkältungswelle, die über unsere Familie hinweggerollt ist, verweilt noch ein bisschen bei Elissa, während Miriam und ich wohl das Schlimmste überstanden haben. Gleichzeitig steht bei mir mal wieder ein Jobwechsel an, und zwar schon relativ bald (dazu ein andermal mehr). Zwischen den beiden Jobs wird wohl unser Umzug stattfinden müssen (gestern Nachmittag waren wir mal in der neuen Wohnung und haben die Zimmer ausgemessen), und als ob das noch nicht genug Arbeit bedeuten würde, kommt nächstes Wochenende noch das traditionelle Göttinger SpieleautorInnentreffen auf mich zu. Das ist etwas, auf das ich mich grundsätzlich sehr freue. Aber am Dienstag haben wir nochmal einen Prototypen eines Spiels von mir ausprobiert und entschieden, dass es davon ein besser demonstrationsfähiges Modell geben sollte, am besten gleich in groß (einen mal anderthalb Meter oder so). Das existiert halt noch nicht – heute treffe ich mich mit zwei fleißigen HelferInnen und baue es. Auch das wird sicherlich super, aber ich glaube, ich kann erst durchatmen, wenn es wirklich fertig ist, denn im Moment ist es halt eher noch ein Termin in meinem an Beschäftigung nicht eben armen Leben für mich.

Wer sich übrigens für das SpieleautorInnentreffen interessiert, kann es am Sonntag, dem 8. Juni in der Göttinger Stadthalle selbst in Augenschein nehmen. Am Sonntag Vormittag ist es nämlich der Öffentlichkeit zugänglich, und dann könnt Ihr sehen, was sich die Leute so alles ausdenken. Für Leute, die sich für Spiele interessieren, ein durchaus interessantes Ereignis (und es kostet nichts).

Miriam zu Besuch in der noch leeren neuen Wohnung.


High time to update you about Miriam, I guess. Last Saturday she took her first hesitating step without holding on to anything, and since Monday, she has done it on various occasions. Since the apartment is so small, she doesn’t have much need for walking, I guess. That should change as soon as we move. Or so I hope.

She is now using more Chinese when she talks, which is good (she will be exposed to enough German anyway, so I am not worried much about that). What does worry us, though, is her eating. She has still not gained any weight since the transplant, and she is eating very little. When she offers me something that she doesn’t want to try, I give her something at the same time, which sometimes breaks her resistance. But not always, and I can only do that when she actually offers me anything.

Other than that, we are very busy (as always). I have recovered from my cold, Miriam hasn’t fully recovered, and Elissa not really at all yet. I am about to change my job again (more about that some other time), and between those two jobs we want to move into the new apartment, which needs some renovation first. As if that wasn’t enough work, there is a renowned game authors’ convention in Göttingen next weekend, and I am supposed to present a representative prototype of a game I recently designed. This prototype doesn’t exist yet – I will meet two helpers today to build it. I am sure that will be fun – but I will be more relaxed once it is done. So my life is full of things to do (people who know what boredom is have no children).

A kiss from the doctor

May 25th, 2008

(Deutsch diesmal am Ende)

This article might be mainly interesting to those of you who do not live in Germany, or at least not in Göttingen. Therefore I will write in English first and then give a German summary at the end.

You may or may not know that Göttingen is the home of one of Germany’s bigger and more respected universities (around 25000 students at the present time, around 30000 when I was one of them). Despite its renown, I have not noticed much effort on the part of the university to be too ceremonial. For instance, when I received my M.A. diploma, I was told to pick it up from the dean’s office. I went there, waited outside for half an hour until he got off the phon e, went in, he uttered a few standard phrases, I made some suggestions on how to improve the teaching at our faculty which he brushed aside with more standard phrases, and that was that. No audience, no special dress, and certainly no black hats to throw around. The party I threw was at my home and had nothing to do with the university itself.

When I was teaching in Taiwan, I noticed that even as kids finish their final year of kindergarten, they are dressed up in robes and hats, the best students (!) get praised in front of a very bored audience for their great performance, and the photos of that proud and happy day are only taken down from the mantelpiece to be replaced by similar photos from the elementary school graduation ceremony a few years later.

Well, back to Göttingen and back in time: In 1901, a fountain with a statue was erected in Göttingen’s center which serves as a kind of symbol for the city: The Gänselieselbrunnen (goose girl fountain). It depicts a simple girl selling geese at the market. As this seemed inappropriate for a statue at a time when there were still emperors and generals to be honored, the city authorities decided to at least add a bunch of fancy ornaments.

The girl soon became very popular, particularly among university students, who were at that time mostly male and occasionally rather drunk, so they enjoyed drinking and then climbing over the fountain to kiss the bronze girl. The more drunk they were, the bigger the chances of actually falling into the water. This was considered such a nuisance by the authorities that in 1926, the police intervened and kissing the Liesel was actually outlawed. Henceforth it was only tolerated when someone received a doctorate degree. This tradition survived, and it has become a custom that anyone who receives such a degree will afterwards be carried or otherwise brought to the Gänselieselbrunnen by his or her friends, climb the fountain (still not too easy, but manageable – there actually is a stepping stone nowadays), kiss the girl and leave her some flowers. Due to the size of the University, this is a common sight which tourists and locals enjoy watching. The Gänseliesel is dubbed the „most frequently kissed girl in the world“. Since there are, of course, many dubious creatures among the kissers (frat pack is still not banned from obtaining degrees), maybe this should be changed into „most frequently molested girl in the world“?

So much for the background. Last monday evening, it was our friend’s turn to take his final exam in the law department. Elissa and I had promised to get the vehicle and design his hat. Since the law department is a little more formal in general than other departments, our friend was dressed in a formal suit for his exam. But no hat – until we got a hold of him afterwards. The hats are made from cardboard and decorated with lots of stuff related to the graduate, his subject and whatever seems fun, appropriate, or, in some cases, totally inappropriate. The hat we had made for our friend had some family photos, an alien drinking beer while shooting a tax declaration form (our friend’s special field were tax exemptions), money in various forms, and so on. The cart was an old trailer which we borrowed from another friend and decorated with balloons and flowers.

On the road to the Liesel, we occasionally stopped for photos, as we were not in any rush. Our friend was visibly enjoying the ride, and you always get some happy stares from the general population. All in all, I think it was one of the cooler carts passing through Göttingen in recent memory. As our friend was Taiwanese, as were several of his supporters, the actual kiss had to be repeated several times just for photographic reasons. Note that if you ever want to obtain a doctorate degree from Göttingen university, you should make sure you obtain it in winter, when they drain the fountain of its water. Those geese can get you rather wet in summer.

After the ceremony, we went to a nearby restaurant to celebrate. Unfortunately, I was coming down with a cold (which I have since passed on to Miriam), so I didn’t manage to stay up too long (which was ok, as Miriam had to go to bed anyway.

Am Montag haben wir unseren Freund nach seiner Doktorprüfung abgeholt und mit einem speziell dekorierten Wagen zum Gänseliesel gekarrt. In Göttingen ist es üblich, dass die frischgebackenen Doktorinnen nach ihrer letzten Prüfung auf den Brunnen klettern und das Mädchen küssen, das dadurch den Beinamen „meistgeküsstes Mädchen der Welt“ erhalten hat (angesichts der zweifelhaften Gestalten, die gelegentlich Doktortitel erwerben, wäre vielleicht meistbelästigtes Mädchen der Welt angemessener – noch immer dürfen Burschis akademische Grade erwerben…). Die FreundInnen des Prüflings kümmern sich um Wagen und Doktorhut, der mit diversem Schnickschnack (mit Bezug zu Studium oder Prüfling allgemein) verziert wird. Diese ehrenvollen Aufgaben waren in diesem Fall Elissa und mir zugefallen – hat Spaß gemacht!