Wie manche von Euch vielleicht wissen, werde ich nächste Woche alt. Obwohl es eigentlich ein bisschen zu früh war, habe ich mich über ein Geschenk schon mal freuen dürfen: Einen Besuch bei einem Konzert von Jethro Tull, die am Freitag allen Ernstes die Göttinger Stadthalle beehrt haben.
Für die Jüngeren unter Euch: Jethro Tull ist eine Band aus der Zeit, in der Musik noch mit Instrumenten gemacht wurde und zum Hören statt zum Gucken war. Unter den Bands, die meistens interessante, wenn auch nicht immer schöne Musik machte, war seit den späten Sechzigern auch Jethro Tull. Bekannt wurden sie vor allem dadurch, dass sie als zentrales Element eine Querflöte einsetzten und dass der Sänger und Flötist Ian Anderson auf einem Bein stehen konnte. Dass die Bandmitglieder mit Anfang bis Mitte Sechzig noch größere Tourneen machen, ist natürlich dankenswert, aber für wen? Ich war gespannt.
Tatsächlich war ich geschätzt im jüngsten Zehntel des Publikums. Sollte ich mich jetzt alt fühlen, weil ich auch da war, oder jung, weil die anderen… ach was soll’s, ich war ja eigentlich wegen der Musik da. Und die war definitiv hörenswert. Passend für die Seni-Ohren im Publikum war es, zumindest am Anfang, nicht zu laut, was ich als sehr angenehm empfunden habe. Meine Güte, wann war ich zuletzt in einem Rock-Konzert? In diesem Jahrtausend wahrscheinlich noch gar nicht, und gegen überlaute Musik hab ich was. Entsprechend begann das Konzert mit eher ruhigeren und seltsameren Stücken, erfreulicherweise auch nicht nur alten Hits, sondern auch einigen mir völlig unbekannten neueren Liedern. So langsam steigerte sich dann das Tempo und ein bisschen auch die Lautstärke, die aber absolut im Rahmen blieb.
Ian Anderson stand bei dem Konzert sozusagen allein im Mittelpunkt. Drei der vier anderen Herren präsentierten sich dem Publikum quasi gar nicht (kein Blick in die Menge, kein auffälliges Gezappel), aber Ian Anderson ließ da auch keine Konkurrenz zu. Er ist zwar auch ein ziemlich spektakulärer Typ und sein Umgang mit der Querflöte ebenfalls nicht von schlechten Eltern (er spielt die Flöte nicht nur, sondern hustet, keucht, summt und singt auch hinein – klingt toll), aber er ließ auch keinen Zweifel daran aufkommen, dass die Band nur durch ihn lebt (er ist auch das einzige verbleibende Gründungsmitglied).
Das Ende kam zwar dann ein bisschen abrupt, und das Konzert war mit ungefähr 90 Minuten auch nicht überlang, aber für mich war eigentlich alles drin, was ich haben wollte. Die Kritik heute im Extra-Tip war zwar recht mäßig, aber die Sachen, die Kritikpunkte dort waren eigentlich die Sachen, die mir gefallen haben: Nicht zu laut und nicht nur die ollen Kamellen. Danke schön!
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As some of you may know, I will turn old next week. Although it was a little early, I already enjoyed a special gift, a Jethro Tull show here in Göttingen (amazing they even stopped by here).
Some of you here might be too young to have a clue who Jethro Tull is: They are a band from back in the days when music was played on instruments and listened to instead of watched. Among the more interesting bands from that time was Jethro Tull. They became known for using a flute as a lead instrument and for Ian Anderson standing on one leg. Now, with most of the band members in their sixties, they are still touring.
Among the audience, I estimate I was among the youngest 10 percent or so. Should I feel old now, because I was there, or should I feel young because the others… ah, never mind, I came for the music after all. And the concert was definitely worth coming. Fortunately, it also wasn’t terribly loud. I had been a bit afraid of the noise, after all, I hadn’t been to any rock show in more than ten years or so. The concert started rather gently, picking up speed towards the end. I was happy to see that they didn’t just play the old hits, but also added some newer stuff I was unfamiliar with, including some songs not yet published on disk. The audience got in the mood only in the second half of the show, though.
Ian Anderson was the focus of attention, and that was how it was intended, too. He doesn’t seem like the guy who leaves the spotlight to anyone else. But his playing style is most impressing, too. He doesn’t just play his flute, he occasionally also sings, hums or coughs into it. Sounds amazing.
The end of the show came rather early, after about 90 minutes, but I got anything I could have asked for. The rather mixed review in our local Sunday paper criticized mostly the stuff I praised: not loud enough, too many quiet and unknown songs, etc. Well, but that paper gets a mixed review from me at best, too. So thanks for an exciting evening!