Fliegender Wechsel

March 3rd, 2010

Hach, das war mal wieder eine Woche, die ich gern übersprungen hätte. Miriam war ein paar Tage krank gewesen, mit Fieber und diversen Erkältungssymptomen. Zwei Tage ist sie komplett im Bett gewesen, ohne ersichtliches Bedürfnis, mal aufzustehen. Am Samstag Nachmittag wurde es mir dann ein bisschen unheimlich und ich bin mit ihr ins Klinikum gefahren, wo dann eine Lungenentzündung diagnostiziert wurde (dazu noch eine Mittelohrentzündung). Sie musste also stationär behandelt werden. Die Antibiotika haben schnell angeschlagen, und ab ungefähr Dienstag durfte sie auch wieder auf dem Stationsflur spielen, was die Lage ziemlich entspannte. Ich war die ganze Zeit dabei, obwohl ich selbst ziemlich erkältet und dadurch geschwächt war – eine Alternative hatten wir aber nicht recht, weil es meiner Göttergattin noch dreckiger ging. Und Anka war auch am Husten und am Schniefen.

Jedenfalls war dann relativ schnell klar, dass es ungefähr eine Woche dauern würde. Angesichts der rapiden Verbesserung von Miriams Zustand habe ich das diesmal geglaubt, und tatsächlich, eine Entlassung wurde dann für Sonntag in Aussicht gestellt. Darauf habe ich mich dann ein bisschen hingefreut, und da es mir selbst langsam besser ging, hatte ich das Gefühl, tatsächlich selbst auch Kraft im Krankenhaus gesammelt zu haben (habe zwar mit ein paar Unterbrechungen, aber doch insgesamt mehr geschlafen als zu Hause). Leider wurden alle Erholungspläne in der Nacht zu Sonntag zunichte gemacht, als mich Elissa gegen drei Uhr anrief, weil Anka hohes Fieber hatte. Also ist sie dann mit ihr auch noch ins Krankenhaus gekommen. Gegen sechs Uhr war Anka stationär aufgenommen, obwohl auch da schon Anzeichen einer Besserung offensichtlich waren. Ein Test auf einen fiesen Virus konnte leider erst am Montag durchgeführt werden, so dass die erhoffte Familienzusammenführung auf einen fliegenden Wechsel hinauslief. Immerhin konnten die beiden dann am Montag wieder raus und jetzt sind wir alle wieder einigermaßen hergestellt.

Bei einer Nachkontrolle gestern konnte Miriam dann ein anderes Kind kennen lernen, was im Januar transplantiert worden ist (nach noch längerer Wartezeit als sie selbst). Das war ein bewegendes Gefühl. Was mich daran erinnert: Es warten noch andere Kinder, und es ist dringend. Habt Ihr schon mal daran gedacht, SpenderInnenausweise für Eure lieben Kleinen auszufüllen? Könnt Ihr ja vielleicht im Portemonnaie neben Eure eigenen stecken.


What a week. Miriam had been sick for a while, with fever and a bad cold, staying in bed for days without any desire to get up. On Saturday afternoon, I got nervous and brought her to the hospital to have her checked. Pneumonia. Probable duration of her stay: One week. Hooray. I wasn’t well myself, but Elissa was worse, so I had no choice but to stay with Miriam around the clock. She recovered very fast, and on Tuesday she was able to play in the corridor of her ward, which eased the boredom a bit.

Her release was in sight for Sunday. I took the chance to sleep a lot and tried to gather some strength. This clever plan was thwarted on Sunday morning around three, when Elissa called and told me that Anka had a high fever. So she brought her to the hospital as well, where she was admitted for further checking. So the family reunion happened in a different place than anticipated. I left with Miriam and Elissa stayed in the hospital with Anka. On Monday they were released – nothing much came out of it. We are all sort of recovered by now.

Yesterday we went back for another check and Miriam had the chance to meet another girl who had received a new heart in January (after being on the waiting list for longer than herself). Which reminds me that there are more children waiting, and it is urgent. Sign the necessary papers (whatever way that is done in your country) and don’t forget to sign them for your kids as well. Thank you.

Lungenentzündung

February 22nd, 2010

Eine Woche Klinikum ist die Prognose. Ich hoffe, ich komme hinterher mal dazu, was zu schreiben.

Pneumonia. Miriam will likely have to stay in the hospital for a week. I hope I can update you afterwards.

Sollte das etwa schon alles sein?

February 17th, 2010

Miriam: „Ist das mein Buch?“
Ich: „Ja.“
Miriam: „Darf ich das kaputt machen?“
Ich: „Nein.“
Miriam: „Warum nicht?“
Ich: „Weil Bücher was Besonderes sind.“
Miriam: „Warum?“
Ich: „Da ist das ganze Wissen der Menschheit drin.“
Miriam: „Und was noch?“

Miriam: “Is that my book?”
Me: “Yes.”
Miriam: “Can I destroy it?”
Me: “No.”
Miriam: “Why not?”
Me: “Because books are special.”
Miriam: “Why?”
Me: “Because they contain the entire knowledge of the human race.”
Miriam: “And what else?”

Herzlichen Glückwunsch…

February 11th, 2010

Heute ist Miriams zweiter „kleiner Geburtstag“. Für die Akten ist es eigentlich der zwölfte, aber am elften hatten wir die Nachricht gekriegt, dass es ein Herz gebe – und das ist für uns der Tag, der eigentlich zählt. So haben wir heute ein bisschen mit ihr gefeiert, also Kuchen gegessen und ein paar Spiele gespielt (mit bis zu vier Erwachsenen). Miriam hat es klaglos hingenommen, mal wieder einen „kleinen Geburtstag“ zu haben, und nicht nachgefragt, warum.
Ich selbst war morgens emotional ein bisschen aufgewühlt, aber später hat sich das ziemlich gelegt. Es war auch mal wieder ein eher arbeitsintensiver Tag. Nicht so sehr bei der eigentlichen Arbeit, aber wir nähern uns mit Riesenschritten dem chinesischen Neujahr, so dass Elissa sehr mit Vorbereitungen eingespannt ist. Einen Tag später ist auch noch Rosenmontag. Das würde mich ja ziemlich kalt lassen, hätten wir nicht eine Tochter im Kindergarten. Und diese will natürlich als Ente gehen (Piratin wäre wohl zu einfach – das könnte man ja relativ locker improvisieren). Ich habe weder eine Nähmaschine noch große Erfahrung im Anfertigen von Kostümen, aber ein paar Materialien habe ich besorgt und will heute Abend noch ein bisschen was vorbereiten, damit ich morgen zusammen mit Miriam etwas basteln kann. Mal sehen, ob es erträglich wird. Heute auf dem Weg vom Einkaufen fragte sie dann noch mal nach, ob sie vielleicht doch als Giraffe gehen könnte. Aber ich konnte das auf nächstes Jahr verschieben. Das elende Winterwetter kostet natürlich auch sehr viel Zeit. Mit dem Fahrrad kommt man an diversen Stellen überhaupt nicht mehr durch (die Straße, in der Miriams Kindergarten liegt, ist seit Weihnachten überhaupt nicht geräumt worden und entsprechend abenteuerlich zu benutzen), und wenn ich nicht langsam mal wieder ein bisschen Sonne sehe (für die jüngeren unter meinen LeserInnen: Das ist so eine Art mobile Wärmelampe, die gelegentlich am Himmel auftaucht. Ihr könnt ja mal danach googeln, falls Ihr davon noch nichts gehört haben solltet. Oder fragt mal Eure Großeltern, die kennen das eventuell noch), trete ich ernsthaft in den Streik.
Ansonsten schlagen wir uns halt so durch. Ich muss Miriam mal ausdrücklich dafür loben, wie sie mit Anka umgeht. Echt sehr liebevoll. Gelegentlich bittet sie zwar mal darum, dass Anka doch jetzt bitte mal zu weinen aufhören solle, aber selbst das ist normalerweise nicht in genervtem, sondern eher sachlichem Ton. Inzwischen ist Anka ja auch alt genug, um ab und zu mal zu lachen, und das macht viel aus für die Stimmung.
Als ich neulich mit meinen Eltern telefonierte, schob sich Miriam mehrfach dazwischen (sie telefoniert sehr gern). Am Ende bat sie noch mal um den Hörer und sagte: „Ich will noch von meiner kleinen Schwester erzählen!“ Als sie dann den Hörer hatte, sagte sie: „Meine Schwester ist noch klein.“ (Antwort konnte ich nicht hören). „Aber die wird jetzt immer größer!“
Noch was Schönes: Miriam spielt mittlerweile richtig gern Brettspiele. Im Moment vor allem „Mäusekarussell“ und „Fuzzi, Heinz und Schlendrian… fahren mit der Bimmelbahn“; gelegentlich auch „Tier auf Tier“ (und ganz selten mal was anderes). Heute hat sie gegen drei Erwachsene bei Mäusekarussell gewonnen. Super!

Today it’s Miriam’s second „little birthday“. Officially, it should be the 12th of February, but for us the the 11th was more important, as that was the day when we heard there was a new heart for her. So we celebrated a bit today, with some cake and games (four adults and the kids). Miri didn’t even ask why this was her second „little birthday“. In the morning, I was a bit shaky, but later on I didn’t think about it much anymore. It was a busy day, too, as Chinese new year is approaching and Elissa is preparing much for it. Also, Carnival is celebrated on Monday (in the kindergarten), so I will have to prepare a costume (or rather, prepare for preparing it with Miriam tomorrow). She wants a duck costume, and I am not an expert on that. Wish me luck. Next year she wants to be a giraffe…

Other than that, I really have to praise Miriam for her attitude towards Anka. She is very interested in her little sister, although she occasionally asks her to stop crying. By now, Anka is old enough to smile at us once in a while, and that is really good for everyone’s wellbeing.
The other day, when I was on the phone with my parents, Miriam cut in several times (she loves to talk on the phone). At one point, she told me she wanted to tell about her little sister. So I gave her the receiver and she said to her grandparents: „My sister is still very little.“ (I couldn’t hear the reply). „But she gets bigger and bigger now.“
I am also happy that Miriam takes a real interest in boardgames now. Her current favorites are Mouse Carousel, Stop the Train and Animal Upon Animal. Today she defeated us all at Mouse Carousel. Great!

Ich muss gleich…

January 23rd, 2010

Eigentlich ist das hier ja kein Polit-Blog. Aber die Welle von offener Korruption, die gerade durch Deutschland rollt, macht mich derartig sauer, dass ich mir das gerade mal von der Seele schreiben muss. Auch wenn mich nach den letzten beiden Kanzlern eigentlich nicht mehr viel wundern sollte.

Ich will hier natürlich keine Namen nennen, denn die anderen haben ja doch die besseren Anwälte. Sagen wir einfach mal, eine in letzter Zeit relativ erfolgreiche Partei ist sich nicht zu blöd zu behaupten, die kürzlich ausgeschütteten Steuergeschenke an die Hotelindustrie hätten nichts mit den größeren Parteispenden aus der entsprechenden Ecke zu tun. Die Tatsache, dass eine große private Krankenversicherung Beitragsrabatte für die Mitglieder einer bestimmten Partei gewährt, soll ebenfalls nichts damit zu tun haben, dass diese Partei die privaten Krankenversicherungen massiv fördert, ja sogar mit ihrer Hilfe die staatlich organisierte Gesundheitsversorgung abschaffen will. Und jetzt will sich die Regierung auch noch ihren Haushalt dadurch aufbessern, dass sie die Laufzeiten von Atomkraftwerken verlängert und dafür die Hand aufhält.

Ich habe nichts Grundsätzliches gegen die Hotelindustrie. Die privaten Krankenversicherungen und die Atomkraftwerkbetreiber/innen gehören aber ohne Zweifel zu den größeren Plagen in diesem unserem krisengeschüttelten Lande. Natürlich ist es nicht neu, dass sie vor nichts zurückschrecken, aber die schamlose Offenheit, in der sie versuchen, uns vollends in eine Bananenrepublik zu verwandeln (na? An wen erinnert uns die Farbe einer Banane?) lässt mir schon das Essen hochkommen.

In Taiwan ist der ehemalige Präsident nach dem Ende seiner Amtszeit prompt wegen besonders schamloser Korruption ins Gefängnis gewandert. Mittlerweile bin ich auch nicht mehr davon überzeugt, dass es ausreicht, bestimmte Leute einfach nur abzuwählen. Leider fürchte ich, dass ein relevanter Bodensatz der WählerInnen der hier immer noch ungenannten Partei die grassierende Korruption für richtig halten, weil sie hoffen, ganz persönlich davon zu profitieren, während der Rest der Menschheit dahin gehen soll, wo der Pfeffer wächst.

Ich hasse Euch.

This is a rant about the particularly shameless corruption of one of our ruling parties. I will spare you the disgusting details.

Miriam und die Trunksucht

January 9th, 2010

Silvester hat Miriam mit uns Dinner for One geguckt. Schien uns harmlos genug. Jedesmal, wenn James über den Tiger gestolpert ist, hat sie gefragt: Warum stolpert der Mann? Wir haben ihr dann erklärt, dass der betrunken ist und nicht aufgepasst hat. Seit Silvester hat Miri den Film noch ein paarmal sehen wollen, was ich in Ordnung fand -- so ist das eben mit dem Internet, ein Film wie Dinner for One ist jederzeit verfügbar. Jedenfalls gibt es da ja diesen Admiral von Schneider, der immer die Hacken zusammenknallt und “Skål” exklamiert.

Heute Mittag sagte Miriam zu mir: “Wenn ich groß bin und betrunken bin, dann kann ich auch mal “Skål” sagen!”

There is a tradition in Germany for new year’s eve: Everyone watches “Dinner for one”, a 1964 German production of a short English play. If you have never heard of it, check it out:

Part one:

Part two:

(I left out the German introduction, where you learn that Miss Sophie’s last friend was buried 25 years ago, so every year, her butler James has to play the rolls of her departed friends).

Miriam watched the film a few times since new year’s eve. Today, she said to me: When I have grown up and I am drunk, I can also say “skål”!

Link korrigiert

December 26th, 2009

Ich habe gerade festgestellt, dass der Link zum Blog “Well, that is interesting” (von einer alten Freundin von mir, die derzeit in Korea Englisch unterrichtet) zu einem völlig anderen Blog geführt hat. Seltsam, normalerweise überprüfe ich die Links immer nach dem Einsetzen. Ist aber jetzt korrigiert.

I just noticed that the link to the blog “Well, that is interesting” (by an old friend of mine who now teaches English in Korea) led to a wrong blog. Strange, as I normally check all links after installing them. Corrected now.

Miriam und die Logik

December 25th, 2009

Gestern gab es während der weihnachtlichen Bescherung eine schöne Szene: Miriam hatte die Wohnzimmertür aufgemacht, und nach einer Weile habe ich sie gefragt, ob sie sie wieder zumachen könnte, was sie verneinte. Auf meine Nachfrage, warum denn nicht, antwortete sie (noch neben der Tür stehend):

“Ich wollte mir gleich zwei Stücke Apfel nehmen, und dann hab ich keine Hand frei.”

Yesterday, during the Christmas celebration, Miriam proved her sense of logic. She had opened the living room door and I asked her to close it again, which she refused. When I asked her why, she answered:

“I was just planning to take two pieces of apple, and then I won’t have a free hand.”

Miriam und die Maus

December 23rd, 2009

Schöne neue Welt… Miriam hat sozusagen plötzlich gelernt, wie man mit einer Computermaus umgeht. Am ersten Tag hat sie mich hier und da gefragt, ob sie mal irgendwo klicken dürfte. Am zweiten Tag hat sie angefangen, das Ordnersystem zu durchschauen. Noch ungefähr zwei Tage später hat sie kapiert, wo die alten Fotos und Filme von ihr (Krankenhausaufenthalt und so). Das heißt, dass ich den eingeschalteten Computer und Miriam jetzt nicht mehr gleichzeitig unbeaufsichtigt lassen kann, sonst holt sie sich einen Stuhl, stellt sich vor meinen Schreibtisch und guckt alte Videos. Dabei macht sie natürlich einen Haufen anderer Ordner aufmacht, die ich dann alle wieder zumachen muss. Zum Glück kann sie bis jetzt weder den Computer noch die Lautsprecher anschalten (da kommt sie auch schlecht dran), so dass ich wohl noch ein paar Tage Ruhe habe.

Bisher hat sie noch nichts Schlimmes angerichtet (bis auf den Kugelschreiberstrich auf dem Monitor), aber ich hatte irgendwie gehofft, dass sich ihr Interesse für den Computer noch ein bisschen hinziehen würde…

Miriam has learned to operate a computer mouse. It was a matter of a few days before she was able to found out where on my computer the old photos and videos are (hospital related stuff and others). That means I can no longer leave the computer running without having either it or her in my field of vision… she hasn’t damaged anything yet (apart from that pen stroke on the screen), but I had hoped that this would be less interesting for her for a while…

It is a comforting thought that she cannot switch on the machine or the speakers yet. But I don’t expect that to take too long, either.

Wunderbare Momente im Leben eines Vaters

December 17th, 2009

Heute, kurz nach dem Aufstehen, sagte Miriam (3) ansatzlos zu mir:

“Wenn Anka ein bisschen größer ist, kann sie mit mir Tichu spielen.”

Oh, Glückseligkeit.

Today, after getting up, Miriam said to me:

“When Anka has grown up a bit, she can play Tichu with me.”

Oh happiness.